Unterkochener wollen Ortsumfahrung

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Heiß diskutiert: Zwischen Aalen und Heidenheim soll kräftig in die Mobilität investiert werden. Ein besserer Bahntakt, Straßenausbau, Radwege. Doch einigen Bürgern liegen die daraus resultierenden Nachteile auch schwer im Magen. Grafik: bo
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Im Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung wird der Mobilitätspakt heiß diskutiert. Grundsätzlich begrüßen die Fraktionen die Idee – mit Änderungen.

Aalen

Es ist das große Thema bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung: der Mobilitätspakt zwischen Aalen und Heidenheim. Ein zwölf Punkte umfassendes Konzept, das sich unter anderem mit Straßenausbau, Ausbau des ÖPNV, Vernetzung der Verkehrsverbünde, Ausbau der Brenzbahn, bessere Anschlüsse an den Fernverkehr und damit die Verbindungen zu anderen Wirtschaftsräumen und die Stärkung der Wirtschaft auf der Ostalb beschäftigt.

"Das große Ziel ist", beginnt Landrat Klaus Pavel, "dass wir den Wirtschaftsraum, der hohe Entwicklungschancen hat, weiter entwickeln." Denn allein in den vergangenen 25 Jahren sei der Ostalbkreis zu einem Innovationsraum geworden.

Das Positionspapier hat Ideen und Bewegung mit sich gebracht. "Das ist positiv. Es freut mich, dass es Impulse gibt", so der Landrat. Er wünscht sich diesen Bürgerbeteiligungsprozess, um die Ostalb gemeinsam weiter nach vorne zu bringen. Denn bereits vor der Ausschusssitzung wurde heftig diskutiert. Neben zahlreichen Anrufen und Mails, die beim Landrat oder den Fraktionen eingingen, machte die Bürgerinitiative aus Unterkochen vor dem Kreishaus in Aalen mittels Transparenten und Plakaten ihrem Ärger Platz. Sie fordern: "Es reicht! Ortsumfahrung statt Ausbau der Ebnater Steige!" – die Unterkochener Bürger kämpfen für eine Ortsumfahrung. Doch: Mit einem Ausbau der B29 durch Unterkochen, wie es das Papier momentan sagt, befürchten Bürger mehr Verkehr, Umweltbelastungen und dem damit verbundenen Schaden für Anwohner. Eben dieser Punkt bereitet der Grünen-Sprecherin Gabriele Ceferino Bauchschmerzen. Sie fordert, eben jenen im Papier zu streichen. Der Fraktionssprecher der SPD, Mario Capezzuto ist zuversichtlich: "Die Probleme in Königsbronn und Unterkochen halten wir für nachhaltig lösbar."

Auch in der Bürgerfragestunde ist es das Thema: Wie soll die Bürgerbeteiligung konkret aussehen? Wo sind die Änderungsvorschläge? Wo bleiben Stichworte wie Klima oder gar Klimaschutz? Landrat Klaus Pavel betont, dass noch alles offen diskutierbar sei, noch sei nichts beschlossen. Vor einem Beschluss werde auch ein Bürgerforum stattfinden.

Es freut mich, dass es Impulse gibt.

Klaus Pavel Landrat

Die Fraktionen halten das Papier durchaus für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, wenn offen diskutiert wird und gemeinsam Lösungen gefunden werden. "Die Entwicklung über die Grenzen des Ostalbkreises hinaus zu fördern ist wichtig und richtig", ist Jürgen Opferkuch von den Freien Wählern überzeugt und spricht von einem spannenden Prozess.

"Wir sind ganz am Anfang, am Auftakt zur Zukunftsmobilität in der Raumschaft Aalen und Heidenheim", beschreibt Wolfgang Steidle von der CDU die Situation. Auch Cynthia Schneider von der Fraktion Die Linke sieht das Papier "als einen Anfang des gemeinsamen weiteren Lebens und des gemeinsamen Entwickelns mit allen Beteiligten zusammen". Andrea Hatam von der SPD beschreibt die Ideen gar als eine notwendige Wende – auch was das Klima betrifft.

AfD-Vertreter Andreas Wörner ist der Meinung, dass sich die zwölf Punkte nicht mit einer Abstimmung lösen ließen, da sich die Themen in verschiedenen Stadien befinden würden.

Neuer Kreisverkehr für Unterriffingen

Aalen. In den Sommerferien soll im Ostalbkreis gebaut werden, viel gebaut. Und dabei werden gleich zwei Unfallschwerpunkte eine neue Verkehrsführung bekommen, um in Zukunft Verkehrsunfälle zu reduzieren und im besten Falle zu vermeiden.

Kreisverkehr in Unterriffingen: Die Kreuzung der Landstraßen 1070, die von Bopfingen nach Neresheim führt, 1080 von Unterriffingen und der Kreisstraße 3316 von Utzmemmingen ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt, der bereits zahlreiche Schwerverletzte forderte. Das soll nun ein Ende haben. Ab dem 3. August soll in der Zeit von etwa acht bis zehn Wochen ein Kreisverkehr entstehen, der die Anzahl der Unfälle verringern soll. Kostenpunkt: 445 000 Euro, das Land Baden-Württemberg übernimmt davon eine Summe von 332 000 Euro, der Kreis 123 000 Euro.

B19-Umgehung Oberkochen: Auch hier soll ein Unfallschwerpunkt (Anschlussstelle der K 3292/B 19) durch eine vereinfachte Verkehrsführung beseitigt werden. Denn die momentane Verkehrsführung sei nur schwer verständlich, vor allem für die nicht Ortskundigen, sagt Andreas Weiß, der Geschäftsbereichsleiter Straßenbau des Ostalbkreises. Im Jahr 2016 haben sich hier acht, 2017 vier und 2019 sechs Unfälle ereignet. Mit einer eindeutigen Regellösung soll dem Abhilfe geschafft werden. Zusammen mit einer Belagssanierung der Brücke (K 3292), die über die B 19 führt, kostet das Ganze 1,1 Millionen Euro, voll gesperrt ist die B 19 an dieser Stelle vom 10. August bis 5. September.

B 29 Lorch-West/Lorch-Ost: Hier müssen Autofahrer mit einer etwa dreiwöchigen Umleitung rechnen. Zwei der geplanten Abschnitte sind bereits gemacht, ein weiterer Teil folgt noch. Für insgesamt 4,82 Millionen Euro (Tiefbau 3,32 Millionen Euro, Schutzplanken 1,5 Millionen Euro) wird auf dieser Strecke die Leitplanke und damit die Durchbruchsicherheit erhöht. Autos und vor allem auch Lastwagen werden zurück auf die Straße geleitet und brechen nicht durch die Leitplanken durch. So können Unfälle vermieden werden.

Weitere Baumaßnahmen: Auf der L 1070 bei Dehlingen wird die Fahrbahn auf einer Strecke von 4,1 Kilometern für 1,4 Millionen Euro saniert. Die Vollsperrung beginnt ab 31. Juli.

Ebenso wird der Belag der L 1073 nach Adelmannsfelden auf einer Strecke von 3,6 Kilometern saniert. Das soll fünf Wochen dauern und 650 000 Euro kosten.

Auch auf der B 290 zwischen Jagstzell und Randenweiler soll der Belag erneuert werden. Kostenpunkt: 1,1 Millionen Euro.

In den zwei bis drei Wochen nach dem 10. August sollen Schäden auf der B 29 zwischen der A 7 und Westhausen gemacht werden. Kosten: 200 000 Euro.

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