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Heimspiel: Unterwegs mit der Polizei bei Fußballspielen

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Unterwegs mit der Polizei beim Heimspiel des VfR Aalen gegen FSV Frankfurt
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Live-Dokumentation: Unterwegs mit der Polizei beim Heimspiel des VfR Aalen gegen den FSV Frankfurt. 

16.30 Uhr. Das war der Blick hinter die Kulissen. Die meisten Beamten beenden den Einsatz. Anton Pappe und James Smith werden noch eine Nachbesprechung des Einsatzes im Polizeirevier machen. Danke fürs Lesen und allen einen schönen Samstag.

Anton Pappe und James Smith im Stadion.

16.25 Uhr: Der Bus mit den Frankfurter Fans hat das Stadiongelände verlassen. Per Funk wird immer wieder der aktuelle Standort durchgegeben. Der Bus wird bis zur Westumgehung noch von einem Polizeiwagen begleitet. Viele Fans aus Aalen sind zum Parkplatz der Hochschule gegangen. Für die Polizei entspannt sich die Situation jetzt. Smith macht noch einmal als „Ostalb1“ eine letzte Durchsage. „Einsatz beendet, danke alle Kräfte für die Unterstützung und schönes Wochenende.“

Von der Kanzel aus kann auch auf das Parkhaus geschaut werden.

16.12 Uhr: Die Fans aus Frankfurt gehen Richtung Bus. Die Polizeibeamten beobachten jeden Schritt. Die Lage ist ruhig, aber noch angespannt. Die Ultras aus Aalen verlassen das Stadion. Sie werden dabei ebenfalls von Einsatzkräften begleitet. Eigentlich sollte der Bus aus Frankfurt schon unterwegs sein. Die Polizei möchte auf jeden Fall verhindern, dass sich Bus und Ultras aus Aalen begegnen. Beide Fanlager stehen jetzt unter Dauerbeobachtung.

Die Fans gehen Richtung Bus.

16.09 Uhr: Die Frankfurter Fans halten sich noch unter der Westtribüne auf und steige noch nicht in den Bus ein. Das macht den Beamten etwas Sorgen. Am Ausgang sind zwei Reiter und Einsatzkräfte zu Fuß stationiert. Die Aalener Ultras sind noch im Stadion.

Kamerablick auf den hinteren Bereich der Westtribüne.

16.05 Uhr: Noch sind beide Fanlager im Stadion. Die Frankfurter Fans verlassen jetzt die Westtribüne und gehen zum Bus. Auch einige Aalener haben inzwischen die Osttribüne verlassen. Smith ist jetzt durchgehend am Funk und beschreibt aus der Führungskanzel die Lage.

Die Fans feiern ihre Spieler.

15.54 Uhr: Das Spiel ist aus. Einsatzleiter James Smith gibt mit seinem Funkruf „Ostalb1“ an alle Kollegen den Spielstand durch. 2:1 für Aalen.  Wenn sich „Ostalb1“ meldet, wissen alle Einsatzkräfte, dass Smith spricht.

James Smith
Blick auf das Spielfeld.

15.50 Uhr: Am Ende wird die Lage noch einmal angespannter. Vom Frankfurter Block schallt „Nazischweine“. Die VfR-Ultrafans reagieren mit ihrem Ruf „Hier regiert der VfR“. Für die erfahrenen Einsatzkräfte deutet das auf eine aufgeheizte Stimmung. Aber noch ist die Lage ruhig. Über Funk erfährt James Smith gerade, dass es einen Zwischenfall in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen gibt. Die Lage dort ist aber schnell unter Kontrolle.

Die Weste eines Bereitschaftspolizisten

15.40 Uhr: Polizeileiter James Smith plant das Ende des Spiels aus Polizeisicht. Die Ultrafans des VfR Aalens bleiben wohl erst einmal im Stadion, weil sie ihrer Mannschaft zujubeln werden. Der VfR führt aktuell 2:1. Ein Teil der Kräfte sichert den Bereich an der Tribüne. Weitere Kräfte positioniert Smith am Kreisel vor der Einfahrt zur Ostalb-Arena. Die Kräfte sollen den Gästefans eine sichere Heimfahrt ermöglichen.

James Smith, Polizeileiter Aalen, steht in der Führungskanzel.

15.30 Uhr: Noch 15 Minuten zu spielen. Die Lage ist aus Polizeisicht weiterhin ruhig und entspannt. Es gab bislang eher eine polizeiliche Randnotiz: Auf der Nordtribüne ist einem Zuschauer oder einer Zuschauerin wohl ein Päckchen Drogen aus der Hosentasche gefallen. Das 1-Gramm schwere Päckchen mit Haschisch (Schwarzer Afghane) wurde von einer Polizeibeamtin entdeckt und gleich einkassiert.

Blick auf die Nordtribüne. Hier gab es einen Fund.

14.50 Uhr: Halbzeit. Die Lage ist ruhig. So ruhig, dass die Polizei auf ein Halbzeitgespräch verzichten kann. Wenn es eine polizeiliche Lage geben würde, müsste es erneut ein bereichsübergreifendes Gespräch, besagtes Halbzeitgespräch, zwischen den polizeilichen Einsatzkräften, dem privatem Sicherheitsdienst EOS und den Rettungskräften geben. Im Stadion sind übrigens 17 Kameras verteilt. „Wir haben wirklich jeden Winkel im Blick“, sagt James Smith, Leiter des Polizeireviers Aalen. Die Kameras sind hochauflösend und mit einem starken Zoom ausgestattet. Den Fans kann im wahren Wortsinn auf die Finger geschaut werden.

Blick auf einen der Monitore in der Führungskanzel.

14.20 Uhr: Das Spiel läuft seit zwanzig Minuten. Die Einsatzkräfte können jetzt etwas durchatmen. Die Fans konzentrieren sich auf das Spiel. In der Führungskanzel wird schon der erste Teil des Verlaufsberichts geschrieben. In diesem Bericht wird der Einsatz haarklein dokumentiert. Der Bericht, der dem Informationsaustausch dient, wird am Ende des Tages an das Innenministerium in Baden-Württemberg geschickt. In den Fanblöcken stehen 40 Aalener Ultras, zehn Ultras aus Frankfurt und 15 Ultras aus Fürth gegenüber. Fürth und Frankfurt verbindet eine Fanfreundschaft. Insgesamt stehen auf der Gästetribüne 41 Personen.

Blick aus der Führungskanzel auf das Spielfeld. Der aktuelle Arbeitsplatz von Lars Reckermann.

14 Uhr: Jetzt ist Anpfiff in der Ostalb-Arena. Hier gehts zum Liveticker.

Der Liveticker zum Spiel.

13.55 Uhr: Daniel Dambacher und Sebastian Dickhaut sind Polizeihundeführer und beim Spiel gegen Frankfurt im Einsatz. Sie stehen an neuralgischen Punkten und zeigen Präsenz. Kurz vor dem Spielanpfiff sichern sie gemeinsam mit der Reiterstaffel und Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei die Wege rund ums Stadion. Ihre Aufgabe ist es, Kontakte zwischen den Ultrafans zu vermeiden und mögliche Fanausschreitungen erst gar nicht entstehen zu lassen.

An den Wegen rund um das Stadion stehen Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Göppingen und zwei Hundeführer, um eine mögliche Begegnung von rivalisierenden Fans zu vermeiden.
An den Wegen rund um das Stadion stehen Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Göppingen und zwei Hundeführer, um eine mögliche Begegnung von rivalisierenden Fans zu vermeiden.

13.45 Uhr: Ein Blick in die Gewahrsamszelle, die es in der Ostalb-Arena gibt. Wann zuletzt dort Menschen eingesperrt werden mussten… - daran kann sich kein Polizist aktuell erinnern. Gewaltbereite Fans können dort aber festgehalten werden, bis eine etwaige Gefahr vorüber ist.

Auch in der Ostalb-Arena gibt es eine Zelle.
Auch in der Ostalb-Arena gibt es eine Zelle.

13.40 Uhr: Lars Reckermann live - kurz vor Anpfiff.

13.30 Uhr: Alle relevanten Kräfte an diesem Tag kommen um 13.30 Uhr zum Kurvengespräch unter der Haupttribüne zusammen. Dabei sind sowohl die Polizei als auch die Rettungsdienste und der private Sicherheitsdienst des VfR Aalen.

Das sogenannte Kurvengespräch unter der Haupttribüne.

12:55 Uhr: Die Gastfans aus Frankfurt sind angekommen. Mit dabei sind auch einige Fans aus Fürth. Der Bus der Auswärtsfans wurde von der Polizei zu einem Parkplatz unterhalb der Westtribüne geführt. Die Frankfurter Fans und die Aalener Fans sind getrennt. Die Fans können sich im Stadion auch nicht begegnen. Es gibt dort quasi eine Sicherheitszone, die nicht überwunden werden kann. Genauso werden nach dem Spiel auch die Fans getrennt aus dem Stadion geleitet. Zu Berührungen dürfte es eigentlich nicht kommen.

Sicherheitsvorkehrungen vor den Stadion-Zugängen
Stadion-Zugänge unterhalb der Westtribüne
Zwei Polizisten der Reiterstaffel

12:45 Uhr: Die Polizeibeamten Daniel Dittrich und Jonas Reitzig haben Stellung in der Stadionwache bezogen. Das ist eine kleine Dienststelle neben dem Imbiss- und Getränkestand. An die Polizisten können sich Zuschauerinnen und Zuschauer wenden, wenn sie beispielsweise ihre Geldbörse verloren haben. Oder wenn es eine polizeiliche Anfrage gibt.

Blick in die Stadionwache der Polizei im Stadion. Heute haben dort Daniel Dittrich (l.) und Jonas Reitzig Dienst.
Blick auf die Stadionwache

12:20 Uhr: in der Führungskanzel im Stadion koordinieren aktuell James Smith und Anton Pappe die Anfahrt der Fans. Ein Fanbus wird um 13 Uhr in Aalen erwartet. Den Funkverkehr protokolliert Annika Friedrich.

James Smith (vorne), Annika Friedrich und Anton Pappe.

12:05 Uhr: Drei Einsatzkräfte der Polizei Aalen haben in der Führungskanzel im Stadion Stellung bezogen. Von hier aus wird der Einsatz koordiniert. In einem weiteren Bereich der Kanzel stehen viele Monitore. Von dort kann das Geschehen im, auf und um den Platz per Videoüberwachung beobachtet werden.

Führungskanzel der Polizei im Stadion.
Blick aus der Führungskanzel der Polizei im Stadion.

12 Uhr: Lars Reckermann live vor dem Stadion.

11:00 Uhr bis 11:30 Uhr: Gemeinsam mit Holger Bienert, Pressesprecher der Polizei, haben wir einen Rundgang durch die Innenstadt von Aalen gemacht. Inzwischen sind auch die anderen am Einsatz beteiligten Polizeikräfte in der Innenstadt verteilt und an neuralgischen Punkten. „Präsenz zeigen“, das gilt jetzt. Der Rundgang führt Holger Bienert auch vorbei am Kornstadl. Dort war es am 22. Oktober zu Ausschreitungen gekommen. Aktuell ist die Lage ruhig. Das Wetter spielt den Einsatzkräften in die Hände.

Polizeipressesprecher Holger Bienert und Chefredakteur Lars Reckermann. Erster Rundgang durch die Stadt absolviert.

10.44 Uhr: Die erste Einsatzbesprechung ist beendet.

Holger Bienert (v.l.) mit den Polizeireitern Christian Schwabe und Roman Kayser.

10 bis 10.44 Uhr: Einsatzbesprechung. Smith geht mit etwa 20 Polizistinnen und Polizisten, sogenannten Abschnittsverantwortlichen, den Tag durch. Im Einsatz werden heute mehr als 50 Einsatzkräfte vor Ort sein. Zu Beginn wird erläutert, warum bei dieser Lagebesprechung die Presse dabei ist. Hintergrund ist der Zwischenfall am 22. Oktober, bei dem sich Fans aus Aalen und Trier eine Schlägerei geliefert hatten. Ermittelt wird seitdem wegen schweren Landfriedensbruch. Den Einsatzkräften wird ein Augenzeugenvideo von der Schlägerei gezeigt. Sie sollen wissen und sehen, was an diesem Tag geschehen ist.

Vor der Leinwand steht James Smith und bespricht die Lage.
Christian Render (29), Streifendienst Polizei Aalen.

Nach dem Video gibt Smith einen Überblick über die Lage. Etwa 1000 Zuschauer werden im Stadion erwartet. 40 Problemfans könnten vor Ort sein.

Die Fansituation, so Smith, „ist rivalisierend“. Es könnte also zu Zwischenfällen kommen. Die Einsatzkräfte bekommen jedes Detail an die Hand, was sie für den Tag brauchen. Wann werden die Gästefans erwartet? Wie reisen sie an? Vom Fanbus, mit dem der Großteil der Frankfurter Fans anreisen, gibt es das komplette Nummernschild. Sollten Fans mit eigenem Pkw anreisen, gibt es zumindest die Hinweise, dass in Autos mit dem Nummernschild F-, MZ-, OF- Fans aus Frankfurt sitzen könnten.

Smith gibt den Kräften Hinweise, wo sie in Aalen in der Innenstadt Präsenz zeigen sollen. „So einen Zwischenfall wie in der Kneipe Kornstadl am 22. Oktober möchte ich im beschaulichen Aalen nicht mehr erleben“, sagt er.

Vor der Leinwand steht James Smith und bespricht die Lage.

Dann gibt es ein Lagebild vom Stadion, damit alle am Einsatz beteiligten Kräfte die Örtlichkeiten kennen. Das Stadion und das Umfeld sind auf einer Folie in Planquadrate eingeteilt. Das hat polizeitaktische Gründe. Sollte es in einem Bereich zu einem Zwischenfall kommen, kann die Einsatzleitung sehr gezielt die Kräfte in den betroffenen Sektor schicken. „H3“ heißt es dann möglicherweise und die Kollegen kennen den exakten Einsatzort.

Die Kollegen werden komplett gebrieft: Wann öffnet das Stadion für die Fans? Wo muss der Fanbus parken? Mit Fans, die mit der Bahn anreisen, rechnet die Polizei nicht. Dennoch wird es eine Präsenz im Bereich ZOB geben. „Zeigt Präsenz“, bittet Smith.

10 Uhr: Der Tag beginnt. Um 10 Uhr beginnt der Fußballtag auch für die Polizei Aalen. Pressesprecher Holger Bienert und James Smith, Leiter des Polizeireviers Aalen, nehme mich auf der Dienststelle in Aalen in Empfang. Es gibt einen ersten Kaffee bevor James Smith vor den Kollegen den Tag bespricht. VfR Aalen spielt heute gegen den FSV Frankfurt. Das Spiel gegen Frankfurt gilt als Problemspiel, weil die Fans rivalisierend gegenüberstehen.

Chefredakteur Lars Reckermann mit Polizeipressesprecher Holger Bienert, und James Smith, Leiter des Polizeireviers Aalen, auf der Dienststelle in Aalen.

10 Uhr: Wie bereitet sich die Polizei bei Heimspielen des VfR Aalen auf mögliche Fanausschreitungen vor? Chefredakteur Lars Reckermann blickt heute beim Spiel des VfR gegen Frankfurt hinter die Kulissen. 

Hintergrund: Am 22. Oktober dieses Jahres hatte es im Vorfeld des Fußballspiels VfR Aalen gegen Trier massive Fanausschreitungen gegeben. Die Trierer Fußballfans gelten als gewaltbereit. Diese Auseinandersetzung vor dem Spiel VfR Aalen gegen Eintracht Trier ging nach Augenzeugenberichten aber von Fans des VfR Aalen aus. Demnach gab es unter gewaltbereiten VfR-Fans eine Absprache, die Trierer in der Gaststätte Kornstadl in der Innenstadt gezielt anzugreifen. Die Lage war stellenweise so angespannt, dass den Pressevertretern vor Ort geraten wurde, den Einsatzort zu verlassen.

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