Der Reiseblog von Lisa und Chris

Venedig, super Hitze, Starkregen und ein gekentertes Boot, Tag 7 und 8

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Lisa und Chris sind inzwischen in Venedig angekommen.

Venedig. Lisa und Chris, zwei 18-jährige Schüler, reisen mit dem Interrail-Ticket durch Europa. In diesem Reiseblog berichten die zwei von ihrer Tour.

Wie sollen wir anfangen. Die Reise von Mailand nach Venedig war die bislang nervigste, heißeste und abenteuerlichste Anreise. Wir beginnen in Mailand und mit einem positiven Impuls. Die Interrail-App gefällt uns immer besser. Wir konnten einen Sitzplatz in einem Schnellzug reservieren. Direkt ging es von Mailand zu einem der beiden Hauptbahnhöfe Venedigs, nach Venezia Mestre. Abfahrt 11.45 Uhr. Pro Person kostete die Reservierung allerdings zusätzlich zwölf Euro. Insgesamt also 24 Euro, die uns im Tagesbudget (60 Euro) fehlen.

Die Zugfahrt war entspannend, bis wir in Venedig ankamen und den Zug verließen. Temperaturen weit über 40 Grad. Dazu mussten wir fast zwei Stunden auf unseren Bus warten, der uns zum Campingplatz in Fusina bringen mussten. Die Straßen waren wegen der Hitze leer gefegt. Jeder, wer konnte, suchte sich ein schattiges Plätzchen in seinem Haus. Nur zwei Menschen standen an der Bushaltestelle. Genau: Wir!

Fusina und der Strand von Alberoni

Selbst die Fahrt im „klimatisierten“ Bus war alles andere als spaßig. Wir hatten wirklich nicht so gute Laune. Dafür entschädigte uns der Campingplatz. Er liegt direkt am Wasser. Man hat neben einem Pool einen wunderbaren Blick auf Venedig. Der Name des Campingplatzes verrät es schon: Fusina Camping & Dock. Es gibt einen Anlegesteg und damit eine direkte Bootsverbindung nach Venedig und zum Strand. Die Schiffsverbindungen sind super. Es dauert nur eine Viertelstunde nach Venedig und eine halbe Stunde nach Alberoni. Natürlich braucht man für ein Boot Tickets. Wir haben drei Nächte gebucht und uns deshalb auch ein 3-Tage-Ticket gekauft, womit man mit beiden Booten fahren kann. Kosten pro Person für das Ticket: 28 Euro. Für den Campingplatz bezahlten wir insgesamt 102 Euro für drei Nächte, was tatsächlich extrem in Ordnung ist, wenn man bedenkt, wo der Campingplatz liegt und was er zu bieten hat. Als wir ankamen, suchten wir uns direkt einen Platz zwischen zwei Bäumen, damit wir unsere Campingleine spannen konnten. Außerdem haben wir jetzt direkten Meerblick. Der Campingplatz ist riesig. Was die Sanitäranlagen angeht, na ja ... es ist halt ein Campingplatz. Es kleben Haare an den Wänden und die Waschbecken sind voll mit Zahnpasta. Dafür können aber die Besitzer nichts. Wir verstehen nicht, dass Leute eine Toilette so schlimm hinterlassen können.

Direkt der erste Tag war ein Abenteuer. Wir wollten gemütlich mit der letzten Fähre an den Alberoni Beach fahren. Mitten auf der Strecke schrie jemand von einem Boot zu uns und zeigte auf ein anderes kleines Boot, das gerade durch die Wellen unserer großen Fähre umgestoßen wurde. Wir waren die einzigen Gäste auf der Fähre, deshalb brüllten wir förmlich dem Bootsführer zu, dass er anhalten soll. Wir kehrten zum Unfallort zurück. Der junge Mann in dem gekenterten Boot konnte gerettet werden, das Boot versank aber langsam im Wasser. Die Fahrt an den Beach hatte sich erledigt.

Eindrücke aus Venedig von Lisa und Chris.

Auf zu den Inseln Murano, Torcello und Burano

Am zweiten Tag fuhren wir nach Venedig. Unsere Fähre ging um 11 Uhr. Für 14.30 Uhr hatten wir eine Inseltour gebucht. Inbegriffen waren die Inseln Murano, Torcello und Burano. Die Tour dauerte 4,5 Stunden. Zusätzlich hatten wir einen deutschen Guide gebucht. Wir zahlten 20 Euro pro Person für die Tour. Treffpunkt war das Büro von Alilaguna vor den Königlichen Gärten in der Nähe des Markusplatzes. Die Tour war super, aber leider hätten wir uns unsere deutsche Tourbegleitung sparen können. Die Stimme haben wir wegen des lauten Motors nicht verstanden. Außerdem waren die Aufenthalte auf den jeweiligen Inseln zumindest für unseren Geschmack viel zu kurz. Gebucht haben wir die Tour über „Get your Guide Tour“.

Zu den Finanzen: Venedig machte uns arm. Alleine die Kosten für die Fähre und die Inseltour waren sehr teuer. In den nächsten Tagen müssen wir deshalb sparen. Für die Pizza am Abend in Venedig musste erneut der Notgroschen herhalten. Kleiner Tipp: kontrolliert die Rechnungen. Uns wurde ein megatolles Lokal angeboten mit Happy Hour, also die ersten Getränke gehen aufs Haus. Auf der Rechnung tauchten die Getränke dann plötzlich doch auf.

Am letzten Tag in Venedig mussten wir noch nach einer Unterkunft für die Weiterfahrt suchen. Unser nächstes Ziel heißt Kroatien. Die Suche nach einer neuen Bleibe hat uns so gut wie den ganzen Tag gekostet. Überall, wo wir hinfahren wollten, war alles ausgebucht. Es ist einfach megafrustrierend, wenn jeder einem absagt. Nachmittags fuhren wir dann noch einmal an den Beach. Dieses Mal ging kein Boot unter und wir kamen auch an. Das Wetter war super und das Wasser sehr erfrischend. Auf die Liegen für je 16 Euro verzichteten wir. Dafür bauten wir uns aus Stöcken und unserem großen Handtuch einen Sonnenschutz. Erst am Abend fuhren wir wieder nach Hause.

Nächster Stop Pula in Koratien

Auf dem Rückweg konnten wir übers Handy noch eine Unterkunft in Pula buchen. Pula ist eine Küstenstadt an der Spitze der kroatischen Halbinsel Istrien Der Campingplatz heißt Arena Stoja Campsite. Wir bezahlen dort für vier Nächte 167 Euro. Dadurch, dass der Weg dorthin so weit ist (etwa zehn Stunden) schlafen wir über Nacht in einem Zug und sparen somit wieder etwas Geld. Wir haben uns vorgenommen, die nächsten Tage selber Essen zu kochen. Reis statt immer nur Nudeln sollen für etwas Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen.

Das Zelt musste schnell eingepackt und ins trockene gebracht werden.

Der letzte Abend wurde noch einmal Horror, Gegen Abend kam eine Gewitterfront auf uns zu. Innerhalb von 15 Minuten mussten wir unsere Sachen packen und uns unterstellen. Wir wissen nicht, ob unser Zelt das ausgehalten hätte, aber durch die Menge an Wasser, die bei diesem Sturm herunterkam, war es die richtige Entscheidung. Als es dann endlich aufgehört hatte zu regnen, gingen wir zurück zu unserem Platz und bauten nur das Moskitonetz auf. Die Rucksäcke waren fertig gepackt und blieben die Nacht draußen.

Ein kleines Fazit: Das Wetter in Italien war viel zu heiß, wir sind komplett zerstochen. Die Laune ist manchmal im Keller, da macht es Sinn, auch mal den Partner in Ruhe zu lassen. Aber: Wir genießen den Urlaub in vollen Zügen und ja, hauen zuweilen die Kohle etwas unbedacht raus. Wir wollen diese Tour eben genießen. Wir haben sicherlich noch Möglichkeiten, etwas zu sparen.

Gegönnt: Eine Pizza in Venedig.

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