Veranstaltungen: Was Corona noch übrig lässt

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Von links oben nach rechts unten: Reichsstädter Tage Aalen, "Garten, Gold & Gsälz" Schwäbisch Gmünd, Bergrevival Heubach, Kunsthandwerkermarkt Ellwangen, Ipfmess Bopfingen, Festival Schloss Kapfenburg. Archivfotos: opo, jps, kust, rat

Das Veranstaltungskarussell ist aus dem Takt. Abgespeckte Versionen und neue Formate zwischen Ellwangen und Lorch.

Aalen

Keine Altersgenossenfeste in Gmünd, Verzicht auf die Reichsstädter Tage in Aalen und das Festival auf Schloss Kapfenburg über Lauchheim: Auch wenn inzwischen wieder Veranstaltungen bis 500 Teilnehmer möglich sind, reicht das für die großen Events in der Region nicht aus.

Aalen. Das geht nicht: Die Stadt muss auf jeden Fall auf die Reichsstädter Tage verzichten. 2019 besuchten 60 000 Aalens Stadtfest. Auch die "Make Ostwürttemberg – Messe für Macher" lässt sich 2020 nicht realisieren. Vor einem Jahr kamen über 10 000 Besucher, es waren über 100 Aussteller. Zu viel, sagen die Veranstalter und verschieben das Vorhaben auf 2021.

Das geht: Statt der Reichsstädter Tage plant Aalen Aktivitäten (im Freien) rund um die Eröffnung des Kulturbahnhofs am 2. Oktober. Herzstück des neuen Stadtquartiers sind Theater, Musikschule, Kino am Kocher, Ballettschule und Orchester. Ein Open Air Konzert der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg gibt's am 12. September vor dem Rathaus Aalen. Vereine können statt ihrem Auftritt bei den Reichsstädter Tagen jetzt immer an Wochenenden beim Aussichtsturm Aalbäumle bewirten und so doch noch etwas für die Vereinskasse einnehmen.

Schwäbisch Gmünd. Das geht nicht: Die Altersgenossenfeste, die tausende Besucher in die Innenstadt locken, können auch im Herbst nicht über die Bühne gehen. Sie waren von Juni auf September und Oktober verlegt worden.

Das geht (vielleicht): Markus Herrmann, Chef der Touristik- und Marketing GmbH in Gmünd, würde gerne den bunten Markt "Garten, Gold & Gsälz" am 19. und 20. September abhalten. "Sicher ist das noch nicht", sagt er. Man könne Besucherzahlen über die Eintrittskarten zwar steuern, "aber wenn‘s für die Menschen zu kompliziert wird, kommen die nicht". Der Tag des offenen Denkmals am 13. September bleibt, weil sich die Besucherzahlen in Grenzen halten werden. In der Schwebe sind Kirchweihmarkt und verkaufsoffener Sonntag. Die "Musik in Gmünder Kneipen" sei denkbar, wenn für die Auftritte ein anderes Format gefunden wird.

Ellwangen. Das geht nicht: Der Kunsthandwerkermarkt "Made by Hand" samt verkaufsoffenem Sonntag werden am 20. September nicht stattfinden.

Das geht: Die Schlosskonzerte will Ellwangen aufrecht erhalten. Das nächste ist am 4. Juli mit dem Rivinius-Quartett. Dabei wird die Besucherzahl auf 40 reduziert. Die Künstler treten zwei Mal auf, um 19 und 20.30 Uhr. Das Programm dauert dafür nur eine Stunde.

Oberkochen. Das geht: Die Reihe "Oberkochen dell Arte" bleibt erhalten. Weiter geht‘s am 24. September mit dem Klavier-Kabarettisten Michael Sens. "Unerhört Beethoven" ist der Abend überschrieben. Bis Dezember folgen weitere fünf Veranstaltungen.

Heubach. Das geht nicht: Die 9. Heubacher Spätschicht, eine Einkaufs- und Kulturnacht, wäre am 2. Oktober gewesen.

Das geht: Das Internationale Historic Bergrevival für Oldtimerfahrzeuge am 20. September lässt sich realisieren, weil Besucherzahlen überschaubar sind und die Teilnehmer in ihren eigenen Fahrzeugen sitzen. Beim Revival geht es nicht wie beim einzigen Bergrennen 1966 in Heubach um Geschwindigkeit. Heute ist das eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Die Heubacher Regionaltage vom 9. bis 11. Oktober bleiben.

Lauchheim. Das geht nicht: Die Musikschulakademie Schloss Kapfenburg leidet unter Corona besonders. Das Festival vom 24. Juli bis 2. August kann so nicht stattfinden.

Das geht: "Ein kleines Stück des Festivals kommt zu den Menschen", sagt Franziska Groß, Pressesprecherin. Am Freitag, 24. Juli, können Kulturfreunde per Onlinestream die pyrotechnische Inszenierung "in situ 21 – mit feuer und flamme" erleben. Der mehrfache Weltmeister der Pyrotechnik, Joachim Berner, und sein Team werden die historischen Mauern so illuminieren, wie es nur möglich ist, wenn keine Zuschauer da sind. Feuer, Flammen, Licht und Musik, verwandeln dabei das menschenleere historische Bauwerk in ein Farbenmeer und erwecken das Schloss zum Leben. Musikalische begleitet vom Landesjugendorchester, es spielt den 4. Satz der 9. Sinfonie e-Moll op. 95 (B 178) Antonín Dvoráks "Aus der neuen Welt" . Möglich ist der "Sommer auf Schloss Kapfenburg". Mit kulinarischen Schlossführungen und musikalischen Veranstaltungen (www.schloss-kapfenburg.de)

Bopfingen. Das geht nicht:

Die Ipfmesse, das größte Volksfest in Ostwürttemberg wurde abgesagt, ebenso der verkaufsoffene Sonntag dazu. Die Bopfinger Heimattage, das Stadtfest im Oktober, stehen aktuell auf der Kippe.

Das geht: Vom 10 bis 12. Juli das Autokino am Messplatz, vom 12. bis 16. August die "Movie Nights" im Stadtgarten. Dazu kommt die Sommerbühne im Stadtgarten (24. Juli), das Bopfinger Open-Air-Poetry-Slam im Stadtgarten (31. Juli) und die Lesung mit Gaby Hauptmann (25. September).

Lorch. Das geht nicht: Großveranstaltungen im Kloster Lorch sind bis Ende Oktober abgesagt. Verschoben ist das für 5. Juli geplante Kindermusical "Sternenzauber".

Das geht: Der HHC Waldhausen möchte den Kultursommer 2020 aufrecht erhalten. Veranstaltungen sind am 9. und 23. August und am 6. September.

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