Vernetzen gegen Ärztemangel

Im Schwäbischen Wald entsteht ein „Gesundheitsnetz“. Was geplant ist.

Schwäbisch Gmünd. Auf Initiative des Landratsamts des Ostalbkreises und der Ärzteschaften Aalen und Schwäbisch Gmünd haben sich mehrere Gesundheitsakteure zusammengeschlossen, um das „Gesundheitsnetz Schwäbischer Wald“ zu gründen. Ziel des Netzwerks ist es, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen zu intensivieren, um so die wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten im Schwäbischen Wald zu verbessern. Dies soll etwa durch eine effizientere Kommunikation und die Durchführung von Fallkonferenzen geschehen.

Unterstützt werden die Netzwerkmitglieder ab dem 1. November 2022 von zwei Patientenlotsinnen, die als zentrale Ansprechpartnerinnen den Versorgungsprozess von chronisch kranken und multimorbiden Personen koordinieren werden. Sie führen Hausbesuche durch, erstellen Hilfepläne, vermitteln gesundheitsbezogene Leistungen und prüfen den Erfolg der Maßnahmen. Auch eine Gemeindeschwester soll kommendes Jahr im Gesundheitsnetz tätig werden, um die Grundversorgung von Patientinnen und Patienten zu unterstützen.

Die Gründungsveranstaltung findet am Montag, 26. September in Mittelbronn statt. Während der Veranstaltung werden erstmals die neuen Patientenlotsinnen vorgestellt. Zudem werden verschiedene Gesundheitsakteure offiziell dem Gesundheitsnetz beitreten, indem sie eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnen.

Hintergrund

Der Ostalbkreis konnte im Juni 2022 die Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg für die Umsetzung des Projekts „Primärversorgung im Ostalbkreis - Einführung von Case Management und Community Health Nursing im Primärversorgungsnetzwerk Schwäbischer Wald“ gewinnen. Die Region Schwäbischer Wald wurde aufgrund des dortigen geringen hausärztlichen Versorgungsgrads von 58,4 % ausgewählt. Ziel des Projekts ist u.a. die Entlastung der Hausärztinnen und -ärzte durch die Zusammenarbeit mit nicht-ärztlichen Gesundheitsprofessionen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gründungsveranstaltung sind u.a. Sozialdezernentin Julia Urtel, die neuen Patientenlotsinnen, Vertreterinnen und Vertreter der hausärztlichen Genossenschaft MEDWALD eG, der Stiftung Haus Lindenhof, des Pflegestützpunkts Ostalbkreis sowie weitere Gesundheitsakteure.

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