Vier Männer wollen OB in Heidenheim werden

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In Heidenheim wird im Juni ein Nachfolger von Oberbürgermeister Bernhard Ilg gewählt, der in den Ruhestand geht. Drei Männer haben sich für das Amt beworben.
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In Heidenheim soll am Sonntag, 20. Juni, ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Vier Kandidaten haben sich beworben.

Heidenheim

Nicht nur in Aalen wird bald eine neue Oberbürgermeisterin oder ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Auch in Heidenheim steht ein Wechsel an der Stadtspitze an. Ende Juli wird der aktuelle OB Bernhard Ilg in den Ruhestand gehen. Sein Nachfolger wird am 20. Juni gewählt. Vier Bewerber sind im Rennen, vier Männer. Dr. Klaus Nopper (53) von der CDU, Michael Salomo (32, SPD) - und kurz vor dem offiziellen Ende der Bewerbungsfrist hat nach Matthias Förster („Die Partei“) seine Bewerbung öffentlich gemacht.

„Noch sehr verhalten“ werde Wahlkampf geführt, sagt Andreas Uitz, Redakteur der Heidenheimer Zeitung, der das Geschehen im Vorfeld der Wahl beobachtet und der sich zusammen mit seinem Kollegen Michael Brendel die drei Heidenheimer Kandidaten etwas näher angeschaut hat.

Klaus Nopper: Als Erster den Hut in den Ring geworfen hat Dr. Klaus Nopper aus Stuttgart. Nopper aus Stuttgart? Heißt nicht so auch der Oberbürgermeister von Stuttgart? Ja, genau, da gibt es Verbindungen. Sein älterer Bruder Frank Nopper wurde im November zum OB in der Landeshauptstadt gewählt. Er selbst, Klaus Nopper, ist Stadtrat in der CDU-Fraktion in Stuttgart - und von Haus aus Jurist, ein Fachanwalt für Steuerrecht. Und er hat großes Interesse an der Kommunalpolitik, wenngleich sich die neue Situation im Stadtrat von Stuttgart – mit dem Bruder als OB – „nicht gut anfühlt“, wie er Andreas Uitz berichtet hat.

Klaus Nopper

Immerhin habe das den Ansporn gegeben, sich zu überlegen, auch beruflich in die Politik einzusteigen und sich als OB zu bewerben. Heidenheim, klar, gefalle ihm, die Lage sei gut, die Unternehmen spannend und es gebe „sehr nette und aufgeschlossene Menschen“. Was man so sagt halt, wenn man sich bewirbt. Nopper hat die Unterstützung der CDU, sieht sich aber nicht als CDU-Kandidat. OB werde man nicht über Parteipolitik. Thematisch gehe es in Heidenheim darum, die Wirtschaft und den Handel so gut wie möglich zu unterstützen, den ÖPNV zu verbessern und dabei den Ausbau der Brenzbahn voranzutreiben. Wichtig sind ihm auch Chancengleichheit für alle bei der Bildung, der Ausbau der Digitalisierung und die Verbesserung der Außenwirkung der Stadt.

Michael Salomo: Zweiter Bewerber ist Michael Salomo. Der ist derzeit Bürgermeister in Haßmersheim. Das liegt im Neckar-Odenwaldkreis im Norden von Baden-Württemberg und hat etwas über 5000 Einwohner. Im Jahr 2013 ist er dort zum Bürgermeister gewählt worden, zum jüngsten hauptamtlichen Schultes in ganz Deutschland übrigens. Er hatte sich gegen einen Amtsinhaber durchgesetzt, der bereits 24 Jahre im Amt war. Salomo ist Mitglied der SPD, hat aber nach eigenen Angaben kein Parteiamt inne. In Heidenheim wird er von einem breiten Bündnis unterstützt. Grüne, Grüne, SPD und Freie Wähler haben sich darauf verständigt, sich hinter Salomos Kandidatur zustellen.

Michael Salomo

Wie man Menschen nach der Pandemie wieder für ehrenamtliche Arbeit begeistern kann: Das ist eines seiner großen Themen in diesem Wahlkampf. Um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken, wolle er auf eine ausgeprägte Bürgerbeteiligung setzen, berichtet die Heidenheimer Zeitung. Drängendste Aufgaben seien zudem die Innenstadtentwicklung, die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum, nachhaltige Energiegewinnung, alternative Wohnkonzepte, die Verkehrsführung insbesondere entlang der Bundesstraße 466 und die Entlastung von Familien bei der Kinderbetreuung.

Matthias Förster: Der 38-Jährige gibt an, dafür sorgen zu wollen, dass die Heidenheimer Bürgerinnen und Bürger eine Auswahl haben. Denn je mehr Kandidaten es gebe, desto besser sei das, wird das Mitglied der Satirepartei „Die Partei“ zitiert. Wie die Heidenheimer Zeitung berichtet, ist Förster IT-Berater bei einem Unternehmen am Ort.

Matthias Förster

Die Stadt Heidenheim habe sich positiv entwickelt in den vergangenen Jahren - und er wolle dafür sorgen, dass das so bleibt und die Stadt weiter vorankommt. Und er hat auch ein paar „Die Partei“-typische Vorschläge im Köcher. Zum Thema Mobilität denkt er an Katapulte, mit denen Menschen schnell von A nach B befördert werden könnten. Und, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, schlägt er vor, dass mehr Brücken gebaut werden sollten, unter denen die Menschen dann schlafen könnten.

Matthias Ludewig: Kurzfristig bekannt geworden ist am Dienstagabend zudem die Bewerbung von Matthias Ludewig (43). Als Beruf gibt die Stadt Heidenheim Möbelproduzent an. Er ist zudem bekannt im Umfeld der Corona-Maßnahmenkritiker und hat nach Medienberichten aus Protest zum Beispiel schon Autokorsos organisiert. Ludewig ist selbstständig und wohnt in Gerstetten.

Termine: Die Wahl findet am Sonntag, 20. Juni, statt. Am 31. Juli wird Oberbürgermeister Bernhard Ilg aus dem Amt ausscheiden. Die Kandidatenvorstellung ist am 8. Juni um 18 Uhr im Naturtheater in Heidenheim. Coronabedingt dürfen maximal 268 Personen daran teilnehmen. Da das Teilnahmeinteresse höher sein wird, erfolgt die Teilnahme über eine einfache Bewerbung und anschließendes Losverfahren.

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