Vom Gartenvirus infiziert

  • Weitere
    schließen
+
Jetzt ist die Zeit, sich im Garten mehr zu erholen, als darin zu arbeiten. Silke Bantel und Jürgen Ohnewald haben sich in ihrem Garten mehrere Bereiche geschaffen. Hier kann man einfach nur die Blütenpracht genießen.

Silke Bantel und Jürgen Ohnewald haben ihren Garten mit "learning by doing" umgestaltet.

Schwäbisch Gmünd

Als hätten sie es geahnt: Silke Bantel und Jürgen Ohnewald wohnen in einer Gmünder Südhanglage und sind in den vergangenen Jahren gärtnerisch durchgestartet. Einer der Mittelpunkte: ein Wellnessbereich mit kleiner Terrasse, Liegen und einer Solar-Gartendusche. Ein Ort wie geschaffen fürs Corona-Jahr, in dem Reisen nicht im Vordergrund stehen. Dafür ist das Paar "täglich im Garten, unserem zweiten Wohnzimmer", wie Silke Bantel betont. Ein Ort, mit dem sie mehr verbindet als mit allen anderen: Es ist ihr Elternhaus, dessen Garten der Vater bis ins Alter so gerne gepflegt hat. "Es war seine große Liebe", sagt sie.

Nach seinem Tod 2012 hat sich die nächste Generation ans Werk gemacht. "Es war learning by doing", erinnert sich Jürgen Ohnewald. Er wurde gärtnerisch ins kalte Wasser geworfen, obwohl "mein Vater viele Jahre Vorsitzender des Kleingartenvereins in der Weststadt war". Der Gartenvirus in der Familie ist aber erst jetzt übergesprungen. Die drei Kinder sind erwachsen, der richtige Zeitpunkt, die Außenanlage neu zu überdenken. "Alles ohne Gartenarchitekt", meint Silke Bantel. Dafür mit viel Muskelkraft. Hauptaufgabe eines Sommers war die neue Terrassierung des Geländes. "Da war eine unglaublich steile Böschung, die wir so nicht mehr wollten", sagt Jürgen Ohnewald. Mit Spaten und Schaufel wurde gegraben, hunderte Pflanzsteine wurden aufeinandergeschichtet, bis das Niveau der Terrasse am Haus erreicht war. Dann musste Erde aufgefülllt, zum Schluss noch eingesät werden. Nicht nur dabei ist es ihm "manchmal ins Kreuz gefahren". Das i-Tüpfelchen setzte Silke Bantel mit ihrem grünen Daumen. Sie hat die Pflanzöffnungen der neu entstandenen Mauer mit Sommerblühern gefüllt. Blaukissen färben den Bereich, die Hauswurz macht sich breit und sorgt für ein ganzjähriges Grün. Lilien bilden den oberen Abschluss der Wand.

Stück für Stück wurde der Garten neu erobert. Auf der Westseite begrenzen neue Büsche den Raum. Flieder in Rot und Weiß, aber auch Holunder, Sommerflieder und Hartriegel bilden langsam einen grünen Sichtschutz. Dazu immer wieder Rosen, jüngst sind Rosenstöcke von der Nordseite des Hauses in den Garten gewandert, weil zur Straße hin ein Stellplatz nötig wurde. Sommerprojekt 2020 ist der südliche Bereich des Gartens, inzwischen neu angelegt mit Blumen und Sträuchern. Zum Hingucker im Garten zählt auch das große Hortensienfeld, über Jahre gewachsen und in der Blütezeit ein Eldorado für Bienen. Im Winter schaut die Hausherrin deshalb öfter auf das Thermometer, denn "bei starkem Frost sind die Hortensien schon in Gefahr".

Es war seine große Liebe.

Silke Bantel Hobbygärtnerin über den Garten ihres Vaters

Bei aller Blumenpracht haben Silke Bantel und Jürgen Ohnewald auch einen Nutzgartenbereich. Sogar ein Gewächshaus hat dort Platz. "Wir haben es vor drei Jahren neu aufgebaut, genauso groß wie vorher", so Silke Bantel. Tomaten, Gurken, Paprika und Aubergine wachsen dort, im Freiland finden sich auch Radieschen, Erbsen oder Fenchel.

Rund um den Grillplatz

Der Gartenrundgang, vorbei am Wellnessbereich für die erholsamen Stunden, endet auf der überdachten Loggia mit Grillplatz. "Im Sommer bleibt unser Wohnzimmer oft leer, weil wir uns in der Freizeit fast nur in diesem Bereich bewegen", so Silke Bantel. Geschützt von Wind und Wetter ist es ein Ort, den auch Freunde gerne aufsuchen. Und ein Ort, an dem sich Kater Moggi gerne vorbeischleicht. Der gehört zur Familie, andere Vierbeiner sind nur Gast: Auch ein Igel streift regelmäßig durch den Garten, gelegentlich ein Waschbär. Die sind aber nur nachts unterwegs. Jürgen Ohnewald weiß, dass die Tierwelt auch tagsüber präsent ist: Beim Pflanzen stieß er jüngst auf ein Wespennest. Das blieb unberührt, deshalb keine Gefahr den Gärtner. Jetzt ist ohnehin die Zeit, sich im Garten mehr zu erholen, als darin zu arbeiten. "So weit wie in diesem Jahr waren wir um diese Zeit noch nie", sagt Silke Bantel. Eine Corona-Nebenwirkung.

-
Auch Beete und ein Gewächshaus finden sich im Garten.
Handarbeit: Die Böschung wurde neu gestaltet.
Jetzt ist die Zeit, sich im Garten mehr zu erholen, als darin zu arbeiten. Silke Bantel und Jürgen Ohnewald haben sich in ihrem Garten mehrere Bereiche geschaffen. Hier kann man einfach nur die Blütenpracht genießen.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL