Durchgekaut

Vom Schwätzen und Schlemmen

Schwäbisch schwätzen, selber schwäbische Gerichte zubereiten und genießen: Das zählt Siegfried Wiedemann zu seinen Hobbys. Und ziemlich stolz ist er auf seinen Holzbackofen in seinem selbst gebauten Backhäusle. „Das Titelbild für mein neues Schwäbisch-Buch ist dort entstanden“, sagt er. Das Foto zeigt eine Dinnete – die schwäbische Verwandte der Pizza.

Der schwäbische Autor, Hobbykoch und -bäcker listet auf, was er außerdem jüngst im Holzbackofen gebrutzelt hat: Schneckennudeln, Brote, Schlanganger, Schälripple, Braten, Leberkäse - Dinnete, auch Zwetschgenkuchen. Alles gerne in Kooperation mit seiner Frau.

Und weil Siegfried Wiedemann diese harmonische häusliche Gemeinschaft so schätzt, sei es ihm „ganz arg“, dass ihn neulich eine Radioredakteurin gefragt habe, ob er frauenfeindlich sei, erzählt er weiter. Der Hintergrund: In vielen schwäbischen Gedichten, die Wiedemann in seinen Büchern veröffentlicht, ist die Frauenrolle auf „Küche und Bett“ reduziert. „Die Gedichte sind vor mehr als 100 Jahren entstanden, erklärt der 72-Jährige. Damals hätten die Bauern mehr Sorge um ihre Viecher gehabt als darum, eine Frau zu finden. Und fast alle Schwäbisch-Gedichte seien von Männern verfasst. „Meist derb formuliert.“ Leider seien unter den 3000 schwäbischen Gedichten, die er selber heute in seinem Fundus in Onatsfeld besitze, keine 50 feinfühlig.

Feinfühliges, von einer Frau verfasst, sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, deshalb bewusst heute auf dieser Seite: „Älles vergoht“ von Lina Stöhr und weitere Stücke von ihr lesen Sie im neuen Buch von Siegfried Wiedemann.

Im zweiten Buchteil, dem schwäbischen Wörterbuch, finden Sie übrigens ganz viele Beiträge des Onatsfelders, die anderswo im Ostalbkreis anders ausgesprochen sein mögen. Siegfried Wiedemann: „Ich schreibe das Schwäbische auch so, wie ich es am besten lesen kann.“ Er nennt ein Beispiel: „oi Oi“ (ein Ei). Womit wir wieder bei seiner Leidenschaft fürs Kochen und Essen wären ...

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