Von Aalen nach Gmünd: 100 fahren mit bei der Demo für bessere Radwege

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Kurzzeitig konnten die Teilnehmer der Demo bei Essingen die da abgesperrte B29 nutzen.
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Über 100 Radfahrer demonstrieren auf einer Tour von Aalen nach Gmünd für einen Radschnellweg.

Aalen

Für einen Radschnellweg von Aalen nach Schwäbisch Gmünd entlang der B29 demonstrierten am Sonntag über 100 Radfahrer, indem sie die bisher auf Umwegen laufende Strecke befuhren. Dabei waren auch Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker, aufgerufen dazu hatten Bündnis90/Die Grünen, BUND, Linke, Aktion Klimaentscheid, ADFC Aalen und weitere Organisationen.

„Wir müssen bei der Planung von Verkehrswegen auch den Rad- und Bahnverkehr mit berücksichtigen“, sagte Andreas Mooslehner vom BUND vor dem Start. Dass man den Ausbau der B29 ohne einen Radschnellweg geplant habe, sei ein Versäumnis. Der bestehende Remstalradweg sei zwar touristisch attraktiv, aber für Berufstätige eben nicht lockend mit seinen rund 5 Kilometer langen Umwegen und Steigungen. Steffi Endig, Kreisvorstand der Grünen und Gemeinderätin in Essingen, ergänzte, man müsse als Alternative möglichst schnelle Radwege in Tallage anbieten, die mit Lastenrädern und Pedelecs gut zu bewältigen seien. Die Behörden tätigen große Investitionen in Verkehr, aber vornehmlich in solche für Kraftfahrzeuge, sagte Mooslehner weiter: „Wir denken noch zu wenig an Umwelt- und Klimaschutz, und die Gesundheit.“ Auch in den Städten Aalen und Schwäbisch Gmünd selbst gebe es noch zu wenig sichere Radwege.

„Die Planer von Bund, Land und der Kommunen müssen Alternativen bieten für Radfahrer und Bahnnutzer, um den Verkehr von der Straße zu bekommen anstatt ihn dort noch zu steigern“, sagte Mathias Gastel, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. Dazu gehören neue Denkweisen, ergänzte er. Martina Häußler, Landtagsabgeordnete der Partei, betonte, man müsse Möglichkeiten schaffen, gut beschildern und in Karten darstellen, „damit es in die Köpfe der Bevölkerung gelangt“.

Die Strecke der Radfahrer führte zunächst vom Aalener Torplatz durch Hofherrnweiler zum Bauhaus, dort war die B29 bis zum Essinger Bahnhof von der Polizei gesperrt. Am Bahnhof traf man sich mit Bürgermeister Wolfgang Hofer. Der sagte,  dass mit Aalen gemeinsam ein guter Radweg gebaut werden soll, und der Bahnhof wieder in Betrieb genommen werden müsse. Radwege seien aber manchmal schwer zu verwirklichen, so habe die Gemeinde einen  über die neue Brücke über die B29 bei der  Planungsbehörde  durchsetzen müssen. Auf dem Schotterweg entlang der Bundestraße ging es nach Mögglingen, hier und in Böbingen sprach man ebenfalls mit den Bürgermeistern Adrian schlenker beziehungsweise Jürgen Stempfle. Der schlug vor, die alte B29 in den Schnellweg einzubeziehen.

An der Schlussstation auf dem Münsterplatz in Gmünd forderte Gastel mehr Investitionen in Radwege und Bahn, vieles vom zur Verfügung stehenden Geld werde aber oft nicht abgerufen. Auch sollten Kommunen leichter entscheiden dürfen, wo sie Tempo 30 einrichten wollten. Oberbürgermeister Richard Arnold kündigte eine Initiative zur Beantragung einer Potentialanalyse im Kreistag für einen Radschnellweg zusammen mit Landrat Dr. Joachim Bläse am 24. Mai an. Allerdings monierte er die von der Landesregierung vorausgesetzte Nutzerzahl von 2000 pro Tag als zu hoch für den ländlichen Raum. Die Stadt tue einiges zur Stärkung von Radverkehr und ÖPNV. Landtagsabgeordneter Hermino Katzenstein (Grüne/Sinsheim), der mit geradelt war, sagte Unterstützung für Förderung des Antrags zu, er sehe die Zweckmäßigkeit eines Radschnellwegs. „Es war eine tolle Veranstaltung, gut organisiert und unterstützt von der Polizei“, sagten Steffi Endig und Martina Häußler zum Abschluss.

Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel
Am Bahnhof Essingen stellte Bürgermeister Wolfgang Hofer den Radlern die Pläne der Gemeinde zu Rad- und Bahnverkehr vor.
Rund 100 Teilnehmer trafen sich in aalen zur Demo für einen Radschnellweg nach Schwäbisch Gmünd.
Vom Bahnhof Essingen ging es über die abgesperrte Bundesstraße Richtung Dorf.
Kurzzeitig konnten die rund 100 Teilnehmer der raddemo bei Essingen die von der Polizei abgesperrte B29 nützen.

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