Rainau

Von römischer Wanderratte begrüßt

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Als erstes ließ sich die sechsjährige Lina mit ihren Eltern von der Cicerona Sonja Heinen und ihrer Wanderratte Retus in den Bann der Römer ziehen.
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Wie am Weltkulturerbe trotz des winterlich anmutenden Wetters der Saisonstart mit Führungen der Cicerone eingeläutet wurde.

Rainau-Dalkingen

Das Wetter mutete am Sonntag zur Saisoneröffnung am Dalkinger Limestor an, als wäre Saison-Ende. Tief verschneit leuchtete das Tor in der Nachmittagssonne zwischen den eingeschneiten Feldern hervor. Ebenso strahlte die mit Gelassenheit den Besuchereingang vom Schnee räumend die Herrin des Tores Heidrun Heckmann vom Landratsamt. Im Glashauserwartete die jüngeren Besucher am Eröffnungstag die römische Wanderratte „Retus“ mit Sonja Heinen, die als „Cicerona“ die Kinder begrüßte. Sie hatte eine besonders kindgerechte Führung vorbereitet, um den Jüngsten Geschichte mit allen Sinnen nahe bringen zu können.

Naturschwamm für den Po

Als erstes ließ sich die sechsjährige Lina mit ihren Eltern in den Bann der Römer ziehen. Das Limestor war in längstvergangenen Zeiten ein Checkpoint, eine Handelsstation. Leuchtende Bernsteinketten wurden hier genauso verkauft wie Bärenfelle. Für die Kleinsten gab es diese umgewandelt, als süße Gummibären zum verkosten. Eine Lebensweise der Römer amüsierte Große wie Kleine. Das gesellschaftliche Ereignis des Latrinensitzens beim Stuhlgang. Hier wurde, nachdem der letzte Tratsch ausgetauscht war, der Po mit einem Naturschwamm als Toilettenpapier abgewischt. Kurz in wassergetaucht wurde er dem Nachbarn weiter gereicht – ganz schön eklig. So etliches haben die Römer mit ihrer Anwesenheit in germanienverändert. Sie brachten Zitronen, Limetten und Granatapfel mit, die ab sofort den absoluten Reichtum symbolisierten, kultivierten den Apfel, prägten Schrift und Sprache. Und geduftet haben sie wohl nach Rosenöl. Sonja Heinen spendierten alle eine Duftprobe. Zwischenzeitlich war auch die Gruppe, die sich mit Limes-Cicerone Markus Schmid am Schwabsberger Limesturm getroffen hatte, angekommen.

Wo Germanien war

Jeden ersten Sonntag im Montag gibt es fortan von 14 bis 16 Uhr geführte Themenwanderungen vom Limesturm zum Limestor. Zehninteressierte Gäste ließ der Cicerone in die Geschichte von Kaiser Caracalla eintauchen. Wie seine Truppen kamen sie gemächlich zu Fuß von Richtung Schwabsberg zum Tor hinauf. Bei all den vielen geschichtlichen Daten und Informationen kam dann aus der Mitte der Gäste die Frage: „Wo war eigentlich Germanien?“. „Dort Richtung Ellwangen“, erwiderte Schmid. Das schöne Tor ist auch heute nicht mehr als Ganzes zu bewundern, da die Römer sich nach ihren Siegen immer mehr an den Alpenrand zurückgezogen haben. Räuber haben es wohl nach der Plünderung komplett niedergebrannt. Die wunderbare Rekonstruktion mit allen Erklärungen kann im Glashaus zu den üblichen Öffnungszeiten bis zum 6. November besucht werden.

  • :Dienstag bis Sonntag 11- 17 Uhr. Öffentliche Führungen durch die Limes-Cicerones an Sonn- und Feiertagen. In den Sommerferien vom 28. Juli bis 11.September 2022 ist das Limestor täglich geöffnet. Weitere Aktion im April: 20. April von 14 bis 16 Uhr: Ferienaktion Römische Druckwerkstatt für Kinder von 10 bis 12 Jahren mit Ermelinde Wudy vom Limesmuseum Aalen. Anmeldung unter Tel. 07361/503-1315.
Als erstes ließ sich die sechsjährige Lina mit ihren Eltern von der Cicerona Sonja Heinen und ihrer Wanderratte Retus in den Bann der Römer ziehen.
Sonja Heinen hatte mit ihrer Wanderratte Retus eine besonders kindgerechte Führung vorbereitet

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