Vor der Klinikentscheidung sollen mehr Informationen her

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Eine der ersten großen Infoveranstaltungen zur Zukunft der Kliniken im Ostalbkreis haben die Gmünder Tagespost und die Schwäbische Post gemeinsam in Böbingen angeboten. Der Landkreis soll nun Regionalgespräche zur Zukunft der Kliniken in allen Raumschaften anbieten.
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An diesem Dienstag soll der Kreistag „Handlungsaufträge“ für die Kreisverwaltung beschließen - darin geht es um konkretere Informationen darüber, wie es mit den Kliniken weitergeht.

Aalen

Mehr Informationen - für die Mitglieder des Kreistages, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger des Ostalbkreises, bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden, wie es mit den Kliniken im Ostalbkreis in der Zukunft weitergeht. Das ist ein Fazit, das nach der Klausur des Verwaltungsrates der Kliniken gezogen werden kann. Kurze Vorgeschichte: Im Rahmen seiner Haushaltsrede hatte Landrat Dr. Joachim Bläse das Modell einer „Regionalversorgung“ vorgestellt - mit einem zentralen klinischen Regionalversorger - einem Zentralkrankenhaus zwischen Essingen und Aalen - und sogenannten „Gesundheitscampus“ in Ellwangen und Mutlangen anstelle der bisherigen Kliniken dort und, neu, dazu noch ein Gesundheitszentrum in Bopfingen. In ihren ersten Stellungnahmen dazu haben die Fraktionen im Kreistag das Konzept mehrheitlich positiv gesehen, wenngleich von vielen Seiten der Wunsch geäußert wurde, mehr zu erfahren, - etwa darüber, wie die Gesundheitscampus aussehen können.

Die Handlungsaufträge

Dies wurde offenbar auch in der nicht-öffentlichen Klausurtagung thematisiert - und es wurden „weitere Handlungsaufträge“ an die Kreisverwaltung formuliert, wie es in den Unterlagen für die Sitzung des Kreistages am Dienstag zu lesen steht. In diesen Handlungsaufträgen geht es demnach darum, dass und wie die Bürger in den Prozess eingebunden werden können. Auch soll sichergestellt werden, dass der Kreistag „eine ausreichende Entscheidungsgrundlage“ für zukünftige Beschlüsse hat. Und genau über diese Handlungsaufträge soll der Kreistag in seiner Sitzung am heutigen Dienstag beschließen.

Konkret heißt es in der Beschlussvorlage, „dass vor einer Entscheidung zur Zukunftsstruktur der Kliniken Ostalb eine Beteiligung und Information der Bevölkerung“ erfolgen soll - und zwar in Form von „regionalen Strukturgesprächen“ und noch im ersten Quartal des kommenden Jahres 2023.

Regionale Gespräche

Diese regionalen Strukturgespräche soll es in allen Raumschaften geben. Gemeint sind damit Aalen, Schwäbisch Gmünd, Ellwangen und der Bereich Bopfingen/Härtsfeld. Insbesondere soll es in diesen Strukturgesprächen darum gehen, genauer zu erklären, was unter einer „dezentralen wohnortnahen Grundversorgung“ zu verstehen ist und diese gemeinsam mit den Gesundheitsakteuren zu definieren. Gesundheitsakteure, das sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Pflegeheimbetreiber, Apothekerinnen und Apotheker und andere in Heilberufen oder als Gesundheitsdienstleister Tätige.

Vier Funktionseinheiten

Vier „Funktionseinheiten“ gelte es dabei zu berücksichtigen: die Notfallversorgung, die Geburtshilfe, das Thema Pflege und Betreuung sowie ambulante Angebote, etwa ambulantes Operieren. Je Raumschaft sollen dazu die Versorgungsbedarfe, aber auch rechtliche und organisatorische Fragen konkretisiert und geklärt werden, so dass Fragen dazu bis zu den Regionalgesprächen beantwortet werden können.

Standort Zentralklinik

Dann geht es um den von Landrats Dr. Joachim Bläse im Kreistag vorgestellten zentralen Regionalversorger - die Zentralklinik: neben der wohnortnahen Grundversorgung der zweite Baustein im von Bläse vorgestellten Klinikkonzept. Den möglichen Standort für diese Klinik dazu soll die Verwaltung im Vorfeld der Gespräche prüfen. Wichtig ist dabei „die bestmögliche Erreichbarkeit für den größtmöglichen Teil der Bevölkerung des Ostalbkreises". Dazu biete sich ein sogenanntes Standortauswahlverfahren an, „bei welchem mögliche Grundstücke anhand objektiver Auswahlkriterien einzuleiten und hierfür einen externen Dienstleister zur Begleitung zu beauftragen“ seien. Diese Kriterien soll der Kreistag beschließen.

Für die Zeit des Übergangs

Der Kreistag soll den Klinikvorstand ferner beauftragen, „unverzüglich ein Konzept zu entwickeln, wie die bestehende Qualität und medizinischen Angebote durch Sofort- und Übergangsmaßnahmen gehalten und finanzielle Verbesserungen unter Einbeziehung aller drei Häuser erzielt werden können“.

Die öffentliche Sitzung des Kreistages am Dienstag, 20. Dezember, beginnt um 15 Uhr. Insgesamt gibt es 19 Tagesordnungspunkte. Großes Thema ist neben den Kliniken der Haushaltsplan für das kommende Jahr, in dem festgelegt wird, wofür der Landkreis im kommenden Jahr Geld ausgibt.

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