Vorbild für den Artenschutz

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Eine Wildblumenwiese. Abtsgmünd ist bekannt für Projekte und Konzepte für den Arten- und Umweltschutz.
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Abtsgmünd ist Pilotkommune des Biotopverbunds Ostalbkreis. Ziel soll es sein, dem Insektensterben entgegenzuwirken.

Abtsgmünd. Abtsgmünd ist Vorreiter, wenn es darum geht, dem Artensterben entgegenzuwirken, sagt Julia Zwick, Biotobverbundbotschafterin im Landratsamt. Aus diesem Grund wurde Abtsgmünd vom Land als Pilotkommune für den Biotopverbund im Ostalbkreis ausgewählt. Ziel sei es, „eine gesunde Landschaft zu gestalten“, sagt Bürgermeister Armin Kiemel. Und die bestehenden Kernflächen zu verbinden, damit in den dazwischenliegenden Räumen neuer Lebensraum entsteht. Dabei sei es wichtig, als Vorbild für andere Kommune voranzugehen, damit diese dem Beispiel folgten, sagt Kiemel.

Abtsgmünd ist bekannt für Projekte und Konzepte für den Arten- und Umweltschutz. Darunter der Wildblumensommer oder auch das vorgeschlagene Totholzkonzept, wobei ein Teil des Waldes sich selber überlassen werden soll, sagt Kiemel.

Auch Irina Heißler vom Regierungspräsidium Stuttgart, Naturschutz und Landschaftspflege, sieht Abtsgmünd als Vorreiter. „Es ist einfach, da hier im Ort bereits das Wissen und Begeisterung für das Thema da ist“, sagt sie. Insgesamt 50 000 Insektenarten fliegen durch die Luft, „doch 40 Prozent dieser sind bereits gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht“, sagt Heißler.

Gerade lokale Ereignisse wie Überschwemmungen oder auch der Klimawandel zerstören den Lebensraum der Insekten, daher müsse eine Lösung her. Doch wie soll das funktionieren? Da kommt der Biotopverbund ins Spiel. Dieser soll die Vernetzung in den einzelnen Kommunen sowie im Land schaffen. Und auch die finanzielle Unterstützung. „Das Umweltministerium hat dafür für das Land 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, sagt Heißler. Wie viel Abtsgmünd davon bekommt, kann nicht gesagt werden. „Das kann nicht einfach so heruntergebrochen werden“, erklärt Heißler. Fest stehe allerdings, dass 90 Prozent der Planungskosten und 70 Prozent der Umsetzungskosten von Biotopverbundmaßnahmen des Landes Baden-Württembergs gefördert werden.

Andreas Walter vom Planungsbüro „PlanWerkStadt“ hat sich die Planung des Projekts angenommen. Sein Ziel ist es, Vernetzungen zu schaffen. „Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf das Land, sondern auch auf die feuchten Gewässergebiete und Waldgebiete“, erklärt er. Um damit den Artenschutz zu steigern. Und Walter ist zuversichtlich. „Bis Ende 2021 soll der Plan des Biotopverbunds fertig sein“, sagt er.

Bürgermeister Kiemel ist sich sicher, dass ein Umbruch stattfindet. Nicht nur bei allen Beteiligten, darunter auch die Naturparkführer und der Naturschutzbund. Sondern auch bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Und das nächste Projekt ist schon in Planung. „Die Kocherrenaturierung“, sagt Kiemel. Heißt: die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen aus kultivierten, genutzten Bodenoberflächen. „Das sorgt nochmals für eine Ansiedlung der Insekten.“

Bis Ende 2021 soll der Plan des Biotopverbunds fertig sein.“

Andreas Walter,, Planungsbüro „PlanWerkStadt“

Was in Abtsgmünd bereits passiert ist

Der Wildblumensommer: Bereits seit mehreren Jahren ist diese Aktion in Abtsgmünd bekannt. Die Ehrenamtlichen schaffen hierbei blütenreiche Wiesen im Außenbereich sowie ansprechende Wildblumensäume im Innenbereich.

Renaturierung des Kochers: Im Auftrag des Regierungspräsidium Stuttgarts wurde an der Leinmündung der Kocher renaturiert. Wobei neuer Lebensraum für Insekten entsteht.

Totholzkonzept: Knapp 50 Prozent der Fläche von Abtsgmünd ist Waldfläche. Bürgermeister Armin Kiemel schlug vor, dass ein Teil der Fläche sich selber überlassen werden soll. Das sei aber noch nicht beschlossen. zoe

Sie stellten das Projekt vor. Die Karte halten Bürgermeister Armin Kiemel (links) und Planer Andreas Walter.

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