Vorerst keine Ostalb-Radschnellwege

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Radfahren im Ostalbkreis soll noch mehr in Schwung kommen - auch für Berufspendler.⋌ Archivfoto: opo
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Potenzialanalyse über radfahrende Berufspendler ergibt zu wenige Nutzer auf den Strecken Aalen-Gmünd, Aalen-Heidenheim, Aalen-Ellwangen und Aalen-Nördlingen. Ausgebaut wird trotzdem.

Aalen

Mit dem Rad zur Arbeit? Am schnellsten geht das auf Radschnellwegen. Die gibt es auf der Ostalb aber noch nicht - und das wird vorerst auch so bleiben. Denn Radschnellwege, so fordert es das Land, das hier bei der Finanzierung mitwirkt, müssen verschiedene Kriterien erfüllen. Sie müssen unter anderem mindestens vier Meter breit sein und kreuzungsfrei geführt werden, vor allem aber müssen sie ein Mindestpotenzial des Radverkehrs erwarten lassen: 2000 Radfahrten in 24 Stunden sollen es sein.

Das Landesverkehrsministerium fördert Machbarkeitsstudien für Radschnellverbindungen für Strecken mit einem perspektivischen Gesamtpotenzial ab 800 Radfahrten pro Tag. Der Ostalbkreis hat daher im Mai 2022 eine kreisweite Potenzialanalyse gestartet. Deren Resultat hat Raphael Krebs von der Verwaltung am Freitag dem Umweltausschuss präsentiert.

Untersucht wurde der Radpendelberufsverkehr auf den Strecken Aalen-Schwäbisch Gmünd, Aalen-Nördlingen, Aalen-Ellwangen und Aalen-Heidenheim.

Resultat: Das nötige Potenzial für eine Radschnellweg-Machbarkeitsstudie wird aktuell nur auf der Strecke zwischen Aalen und Oberkochen erreicht. Hier werden 800 Radfahrende in 24 Stunden im Querschnitt im Berufsverkehr veranschlagt. Die ermittelten Potenziale auf dem Abschnitt Oberkochen-Heidenheim liegen bei 300 bis 400 Radfahrenden in 24-Stunden. Insgesamt sei daher für die Achse Aalen-Heidenheim nicht zu erwarten, dass die nötigen 2.000 Radfahrten pro Tag erreicht werden können. Es sei hier viel eher mit Potenzialen zwischen 1000 und 2000 Radfahrende zu rechnen, so Krebs. Für die Achse Aalen – Schwäbisch Gmünd wird mit Potenzialen bis zu 1000 Radfahrenden gerechnet. Auch zwischen Aalen und Ellwangen wird mit Potenzialen bis zu 1000 Radfahrten gerechnet, und zwischen Aalen und Nördlingen mit einem Gesamtpotenzial von 500 Radfahrten. Überall weit unter 2000.

Wolfgang Steidle (CDU) und Dr. Susanne Garreis (Grüne) schlugen vor, andere Streckenzusammenhänge zugrunde zu legen, beispielsweise Hüttlingen-Oberkochen oder AA-Weststadt-Oberkochen, dann läge das Potenzial sicher höher. Landrat Dr. Joachim Bläse sagte dies zu. Seien Radschnellwege erst geschaffen, ließen diese weitere Potenziale wachsen, so Garreis.

Kreis will Radwege ausbauen

Bläse warb dafür, das Thema Radwege ganzheitlich zu betrachten. Im Mobilitätspakt mit Heidenheim sei man sich einig, diese Achse für Radverkehr gut auszubauen. Das Land dürfe den ländlichen Raum, der naturgemäß nur geringere Zahlen als urbane Räume erzielen könne, nicht benachteiligen, so die einhellige Meinung im Gremium.

Einigkeit auch darüber, dass alle anderen Strecken, die derzeit nicht die Potenziale versprechen, rasch nach Standards RadNETZ Baden-Württemberg ausgebaut werden. Diese sehen unter anderem vor, dass Radwege bei Nacht, im Winter und bei Nässe befahrbar sein müssen, Radfahrer nicht auf stark befahrenen Straßen außerorts „mitgeführt“ werden, oder dass Radwege keine ungesicherten Querungen auf stark befahrenen Straßen haben dürfen.

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