Vatertag im Ostalbkreis: Von risikoreichen Unternehmungen wird abgeraten

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Donnerstag ist Vatertag!
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Die Situation in den Intensivstationen der hiesigen Kliniken ist ernst. Warum jetzt dringender als sonst von gefährlichen Freizeitaktivitäten an Christi Himmelfahrt abgeraten wird.

Aalen

Vorsicht ist die Mutter des Vatertags. Zumindest sollte sie das sein. Von risikoreichen und gefährlichen Unternehmungen an Christi Himmelfahrt ist dringender abzuraten als sonst. Denn bei einem schweren Unfall besteht die Gefahr, dass zumindest in den hiesigen Kliniken kein Platz mehr ist auf den Intensivstationen. Dann müssen Verunglückte, die Intensivbetreuung brauchen, in Krankenhäusern der Nachbarlandkreise untergebracht werden.

Situation in den Kliniken: Alle 13 Intensivbetten an der Stauferklinik in Mutlangen seien belegt, sagt am Dienstag Ralf Mergenthaler, Sprecher der Kliniken Ostalb. Von elf Intensivbetten am Aalener Ostalbklinikum ist noch eines frei, ebenso eines der acht Intensivbetten an der Virngrundklinik in Ellwangen. Also zwei freie Intensivbetten insgesamt. Soweit die Zahlen.

Das sagt der Rettungsdienst:

Der temporäre Mangel an Intensivbetten bedeute jedoch nicht, dass Unfallpatienten sofort in weiter entfernte Kliniken gefahren werden müssen. Kay Thiemig, Leiter der DRK-Rettungsleitstelle Aalen, erklärt, das sei hier eher die seltene Ausnahme. „Wenn alles belegt ist, wird der Patient in einer hiesigen Klinik erstversorgt und dann verlegt“, schildert er. „Wir müssen nicht, wie aus Großstädten berichtet wird, erst eine Stunde rumtelefonieren, um einen Patienten unterzubringen.“

Was die Polizei rät: „Von erlaubten Freizeitaktivitäten will die Polizei nicht abraten“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen, das für den Ostalbkreis und den Landkreis Schwäbisch Hall zuständig ist. Die Polizei betont jedoch, die Bestimmungen der Corona-Verordnung seien einzuhalten. Sprecher Rudolf Biehlmaier kann sich nicht vorstellen, dass Massenausflüge wie in den Jahren vor 2020 stattfinden. „Diejenigen unter den sieben Millionen Bürgern, die vollständig geimpft sind, und für die Befreiungen gelten, dürften unter den Vatertagswanderern die Minderheit sein“, meint er.
Wie das Wetter werden soll: am Donnerstag keine Spur von „Wonnemonat“. Verschiedene Wetterprognosen sagen für den Ostalbkreis Regen voraus zwischen Vormittag und frühem Abend. Dazu Temperaturen bis maximal 14 Grad. Also weniger attraktiv für Motorradfahrer, Kletterer, Paraglider, Downhill-Biker und andere, die bei ihrer Freizeitbeschäftigung Kopf und Kragen riskieren. Bei diesem Wetter macht das keinen Spaß.

Der Appell des Landrats: Mit Blick auf die anstehenden Feiertage mehrerer Religions- und Glaubensgemeinschaften appelliert Landrat Dr. Joachim Bläse, die geltenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen weiterhin zu befolgen, um das Erreichte nicht zu gefährden.

Wenn im Lauf der Woche die Inzidenzzahlen nicht mehr über 165 steigen, sind ab kommenden Montag Lockerungen drin, für Schulen und Kitas.

Angesichts der nach wie vor hohen Auslastungen der Kliniken Ostalb rät der Landrat auch dringend von risikoreichen Freizeitaktivitäten am verlängerten Wochenende über Christi Himmelfahrt ab.

Corona-Einschränkungen: Im Ostalbkreis gelten die Bestimmungen der sogenannten Bundes-Notbremse, weil die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegt. Das heißt: Treffen dürfen sich die Mitglieder eines Haushaltes plus höchstens eine weitere Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 13 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie nicht zusammen wohnen. Diese Vorschrift gilt auch unter freiem Himmel, nicht nur in geschlossen Räumen.

Ausgangsbeschränkungen gelten von 22 bis 5 Uhr. Der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung (dazu gehört auch der zum Haus gehörende Garten) ist dann nur mit triftigen Gründen erlaubt.

Link:Vorschriften unter: www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Coronainfos/210423_Auf_einen_Blick_mit_Bundesregelungen_V2.pdf

An den drei Kliniken im Ostalbkreis sind noch zwei Intensivbetten frei.“

Ralf Mergenthaler, Sprecher Kliniken Ostalb

Stadt Aalen kontrolliert

Aalen. Mitarbeitende des Gemeindlichen Vollzugsdienstes werden zu Kontrollen unterwegs sein, kündigt die Stadt Aalen an. „Vor allem auch an den bekannten Örtlichkeiten, an denen wir bisher schon öfters kontrollieren mussten“, so Sprecherin Karin Haisch. „Wir können aber nicht überall sein. Deswegen appellieren wir an alle, sich verantwortlich und solidarisch zu verhalten und die geltenden Vorschriften zum Abstand und zu den Kontaktverboten einzuhalten. Damit schützen sie sich und andere vor einer. Ansteckung und bremsen eine Ausbreitung der Infektion, so dass die Inzidenzen weiter nach unten gehen, und wir bald eine Öffnungsperspektive haben. mam

Auch bei der Fahrradtour gelten Promillegrenzen

Aalen. Am „Vatertag“ sind viele mit Promille unterwegs. Das gilt es dabei zu beachten: Zu Fuß ist praktisch alles erlaubt, was nicht die Sicherheit und die öffentliche Ordnung gefährdet. Biervorräte auf dem Bollerwagen zu ziehen und vielleicht ein lustiges Lied dazu zu singen - kein Problem, wenn man sich an die derzeitigen Corona-Regeln hält: ein Haushalt plus eine weitere Person. Sieht also nach Wanderung in der Kleingruppe aus.
Zu Fuß gibt’s keine Promillegrenze, aber natürlich kann man auch auf Schusters Rappen einen Unfall verursachen. Wer etwa betrunken in die Fahrbahn torkelt und bei einem Unfall Unbeteiligte zu Schaden kommen, muss für die Folgen haften.
Was viele nicht wissen: Auf dem Fahrrad existieren Promillegrenzen: Bei einem Unfall oder „alkoholtypischen Ausfallerscheinungen“ droht auch auf dem Stahlross ab 0,3 Promille ein Fahrverbot. Man kann also durchaus auch den Führerschein verlieren und gesperrt werden, wenn man betrunken mit dem Bike unterwegs ist. Paragraf 316 Strafgesetzbuch (StGB) wird auf alle angewandt, die „infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage sind, ein Fahrzeug sicher im Verkehr zu führen“. Auch der Drahtesel gilt in diesem Sinne als Fahrzeug.
Die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit liegt beim Fahrrad bei 1,6 Promille. Beim Kraftfahrzeug liegt diese Grenze bei 1,1 Promille. Ab 0,5 Promille darf man nicht mehr fahren und ebenfalls ab 0,3 Promille droht ein Fahrverbot, wenn man einen Unfall verursacht, zum Beispiel.
Achtung Fahranfänger: Während der zweijährigen Probezeit nach bestandener Fahrprüfung und für alle Fahrer und Fahrerinnen bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gilt absolutes Alkoholverbot am Steuer. Verstöße werden mit mindestens 250 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Außerdem wird die Probezeit verlängert und eine Nachschulung ist fällig. mam

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