Vorsicht: Kröten auf Wanderschaft!

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Krötenwanderung: Die Untere Naturschutz- und die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts haben in diesem Jahr zusammen mit den Verbänden und den Tier- und Naturfreunden auf diesen Streckenabschnitten Schutzmaßnahmen ergriffen. Symbolfoto: pixabay/Grafik

Bitte Rücksicht nehmen - die Amphibienwanderung im Ostalbkreis 2022 hat begonnen. Wo Sie besonders mit den Tieren und auch Helfern rechnen müssen.

Aalen

Sobald die Nachttemperaturen bei plus fünf Grad Celsius und die Witterung idealerweise etwas feuchter ist, machen sich Molche, Frösche und Kröten auf dem Weg zu ihren Laichplätzen. Die Wanderung ist für die Tiere eine gefährliche Zeit, weil oft Straßen überquert werden müssen. Aber auch der zunehmende Freizeitsport in Wald und Wiese, wie zum Beispiel durch Mountainbiker, kann für die Tiere dabei gefährlich werden. Deshalb bittet die Untere Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung in nächster Zeit um vermehrte Rücksichtnahme.

„Unsere Amphibienarten verbringen den größten Teil ihres Lebens im Wald oder auf Wiesen. Doch um ihre Eier abzulegen, benötigen sie ein Gewässer – möglichst das, in dem sie selbst herangewachsen sind“, erläutert Simone Foltyn, Ökologin im Aalener Landratsamt in einer Pressemitteilung. „Im Winter verkriechen sie sich und verbringen die kalte Zeit in einer Winterstarre. Doch kaum klettern die Temperaturen des Nachts über fünf Grad Celsius, werden sie aktiv. Für ihre Hochzeitswanderung nutzen die ganz mutigen Tiere auch kurze Wärmeeinbrüche.“

Auf ihren Wanderungen müssen sie oftmals Straßen überqueren. Manchmal bleiben die Kröten sogar längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und werden dann ein leichtes Opfer anrollender Autos. Eine oft unterschätzte Gefahr, so Foltyn, sei zudem der Strömungsdruck der Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometern werden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck der Autos bringt ihre inneren Organe zum Platzen. Aber nicht nur sie würden gefährdet, sondern auch Naturschützer, die am Straßenrand Zäune aufbauen und mit Eimern hin- und herlaufen. Sie helfen den Fröschen und Kröten beim sicheren Überqueren der Straße.

Deshalb sollte überall, wo Kröten, Frösche und Molche unterwegs sind, auf Tempo 30 heruntergegangen werden, um die Tiere und die sammelnden Menschen nicht unnötig zu gefährden. Hinweisschilder an den Straßenrändern weisen auf Streckenabschnitte hin, in denen besonders viele Amphibien wandern.

„Insgesamt nimmt die Amphibiengefährdung zu, ein Großteil unserer heimischen Amphibienarten ist bedroht“, betont Simone Foltyn die Wichtigkeit der Schutzmaßnahmen.

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