Jahresrückblick: Dezember 2021

Walkstraße: Durchbruch erreicht

+
Seit Ende der 1980er Jahre gibt es Überlegungen zur Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße. Seit 10. Dezember steht fest: Nächstes Jahr kann nun mit den Vorbereitungen für das insgesamt rund 19,3 Millionen Euro schwere Tiefbauprojekt begonnen werden.
  • schließen

Für die lange geplante Bahnunterführung in Aalen hat OB Frederick Brütting seit Mitte Dezember die Zusage der DB Netz. Dadurch soll die Verbindung von der Kernstadt in die Oststadt noch attraktiver werden.

Aalen. Am 2. Dezember bei den Haushaltsplanerläuterungen im Gemeinderat hatte es Oberbürgermeister Frederick Brütting angekündigt, seit 10. Dezember ist es Gewissheit: Für die Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße ist nach über 30 Jahren ein wichtiges Etappenziel erreicht. „Die langersehnte Nachtragsvereinbarung zur Beseitigung des Bahnübergangs, der Vertrag mit der DB Netz zur Kostenaufteilung, ist im Rathaus eingetroffen“, informiert die Aalener Stadtverwaltung.

„Das ist für dieses Projekt ein historischer Tag“, freute sich OB Brütting, als er für die Stadt die Vereinbarung unterzeichnete. Seine schriftliche Nachfrage bei der DB Netz im Oktober habe sich gelohnt, so Brütting. Bereits vor elf Jahren, als er Mitglied des Aalener Gemeinderats war, habe er für die Unterführung gestimmt. Deren Realisierung sei jetzt in greifbare Nähe gerückt.

Auf nächste Schritte der Behörden folgt der Gebäudeabbruch

Man rechne nun zeitnah mit der Genehmigung vonseiten des Bundesverkehrsministeriums, so Brütting, denn „die Inhalte der Kreuzungsvereinbarung wurden sowohl vom Regierungspräsidium als auch von den zuständigen Verkehrsministerien des Landes und des Bundes in 2019 und 2020 geprüft.“ Die unterzeichnete Nachtragsvereinbarung gehe nun über das Regierungspräsidium und Landesverkehrsministerium an das zuständige Bundesverkehrsministerium.2022 soll mit den Vorbereitungen für das insgesamt rund 19,3 Millionen Euro schwere Tiefbauprojekt begonnen werden, teilt die Stadtverwaltung Aalen weiter mit. 2022 sollen mit dem Abbruch der Gebäude auf dem Gelände der zukünftigen Unterführung auch gleichzeitig die Planungen intensiviert und detailliert ausgearbeitet werden.

Das Bauprojekt soll bis 2029 abgeschlossen sein

„Die Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn sieht eine Realisierung der Gesamtmaßnahme bis zum Jahr 2029 vor“, heißt es vonseiten der Stadt. Teil der Vereinbarung sei, dass sowohl der Bahn-, als auch der Straßenverkehr für die Dauer der Baumaßnahme bis auf kurzzeitliche baubetriebliche Sperrungen aufrechterhalten werden sollen.

Begleitend zur Untertunnelung würden die Wegebeziehungen im Quartier neu geregelt. Insgesamt solle eine städtebauliche Aufwertung erfolgen, sagt OB Brütting. „Dies ist entscheidend, da schon jetzt der Bahnübergang Walkstraße die zentrale Verbindung von der Kernstadt in die Oststadt sowohl für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer darstellt. Eine Verbindung, die in Zukunft noch attraktiver werden dürfte.“

Bereits mehrere Regalmeter an Akten im Tiefbauamt


Seit Ende der 1980er Jahre gibt es Überlegungen zur Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße. Die Akten dazu füllen mehrere Regalmeter beim Tiefbauamt der Stadt Aalen, berichtet Stefan Pommerenke, Leiter des städtischen Tiefbauamts. Sowohl die Planungen für das technisch sehr anspruchsvolle Projekt, als auch die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen und einer Proberammung lägen bereits vor. Die Stadt habe schon sehr viel Zeit und Planungsleistungen in das Projekt investiert. Mit der Nachtragsvereinbarung sei nun endlich die vertragliche Basis für die Kostenübernahme geschaffen worden, bestätigt Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle.

Wie eine solche Kostenteilung für die Beseitigung eines Bahnübergangs auszusehen hat, sei im Eisenbahnkreuzungsgesetz geregelt. Auf dieser Rechtsgrundlage habe die Stadt bereits 2019 eine Vereinbarung mit der Bahn geschlossen. Aufgrund der Novellierung des Gesetzes bedurfte es aber einer Nachtragsvereinbarung.


„Seit März 2020 regelt das Eisenbahnkreuzungsgesetz, dass bei einer Kreuzung einer Bahntrasse mit kommunalen Straßen bei den Baukosten für die Beseitigung des Bahnübergangs die Stadt außen vor ist“, so Steidle. Jedoch nicht bei den Planungskosten, die zu einem gewissen Anteil von der Stadt zu tragen sind: etwa 15 Prozent. cow

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare