Warum Putin die langen Tische braucht

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25.02.2022, Ukraine, Kiew: Natali Sewriukowa reagiert neben einem Haus, das bei einem Raketenangriff zerstört wurde. Russische Truppen haben am Donnerstag, 24.02.2022, den erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet.
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Abgeordnete Renata Alt (FDP) berichtet über Hintergrund und aktuelle Lage des Ukraine-Krieges.

 Aalen. Drei Tage nach dem Kriegsbeginn gegen die Ukraine gab es am Freitagabend ein öffentliches Onlinegespräch über den Krieg, zu der die Ostalb-FDP eingeladen hatte und das vom Kreisvorsitzenden Arian Kriesch geleitet wurde. Einen Lagebericht gab die Bundestagsabgeordnete Renata Alt, die als tschechische Diplomatin nach Deutschland kam und als Expertin für Osteuropa gilt.

Genau wisse niemand, so Renata Alt, was Putin vorhabe. Erkennbar sei, dass der russische Präsident die ukrainische Regierung stürzen und durch ein Marionetten-Regime ersetzen wolle. Man wisse auch, dass Putin den Verfall der Sowjetunion nicht überwunden habe, seine Verbitterung habe in den letzten Jahren zugenommen.

Die Europäische Union sehe er nicht als Partner. Seit Jahren habe er keine politischen Gespräche im und mit dem Ausland geführt, allenfalls habe es kurze Begegnungen am Rande internationaler Konferenz gegeben. Nach seriösen ärztlichen Aussagen sei Putin krank. Seine wahrscheinliche Immunschwäche habe zur Folge, dass Putin seit mindestens zwei Jahren „in Quarantäne“ lebt. Die extremen Tische, an denen er in den vergangenen Tagen mit westlichen Politiker gesprochen habe, seien seiner Angst vor Ansteckungen geschuldet.

Renata Alt: Putin ist krank

Die FDP-Politikerin berichtete auch, man wisse, dass Putin mit Steroiden behandelt werde. Diese Medikamente könnten mittelfristig zu psychischen (aggressiven) Veränderungen führen. Dem sonst mit Pokerface agierenden Putin seien in seinen Reden am Donnerstag die Gesichtszüge entgleist. Putin sei krank, unberechenbar, aggressiv und deshalb so gefährlich.

Aus dem knapp 20-köpfigen Teilnehmerkreis wurde auch nach Umfang und Sinnhaftigkeit der am Freitag verkündeten Sanktionen gefragt. Renata Alt glaubt, dass die aktuellen ebenso wie früher aufgerufenen Sanktionen schon wirksam seien. Die derzeitigen Sanktionen würden zu 60 Prozent die russische Wirtschaft treffen, zu 40 Prozent Deutschland und andere Länder der Europäischen Union. Den Stopp von Hightech-Lieferungen an Russland bezeichnete sie als sehr effizient. Den Stopp der Gaspipeline Nordstream 2 habe sie von vor Jahren gefordert, sei aber in ihrer Partei nach heftigen Auseinandersetzungen überstimmt worden.

Aktuell sei offenbar noch sehr viel mehr Militär im Anmarsch auf die Ukraine, man müsse mit bis zu einer Million Soldaten rechnen. Die russischen Soldaten gingen brutal vor. Derzeit gebe es noch keine Massen von Flüchtlingen, bis zu fünf Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine seien zu befürchten; die Ankunft der ersten Geflohenen in Deutschland erwarte sie in zwei Wochen.

Für die Bundesrepublik müsse die eigene Wehrhaftigkeit erhöhen. Westeuropa habe die Selbstverteidigungsfähigkeit vernachlässigt. ⋌⋌Rainer Wiese

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