Was die Bundeswehr zur Bewältigung der Pandemie beitragen kann

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AKK Annegret Kramp-Karrenbauer
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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter sprechen über Corona, Flutkatastrophe und Afghanistan.

Aalen

Die Lage in Afghanistan und die Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Pandemie und nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands waren zentrale Themen beim virtuellen Pressegespräch mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Dazu eingeladen hatte CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter.

Amtshilfe in der Corona-Pandemie: Die Bundeswehr trägt bei zur Bewältigung der Pandemie. Auch im Ostalbkreis. Im Kreisimpfzentrum in Aalen helfen Soldatinnen und Soldaten. Bis vor Kurzem hat die Bundeswehr auch das Gesundheitsamt im Ostalbkreis bei der Kontaktpersonennachverfolgung unterstützt. „Wir helfen, solange die zivilen Strukturen unter Druck sind“, sagt die Verteidigungsministerin dazu. Sie hofft allerdings darauf, dass eine eventuelle vierte Welle schwächer ausfällt als die vorherigen und denkt, dass inzwischen mehr zivile Strukturen zur Bewältigung der Pandemie entstanden sind. „Von daher erhoffe ich mir eine Entlastung.“

Amtshilfe nach der Flutkatastrophe: Selbstverständlich ist für die Verteidigungsministerin auch, dass die Bundeswehr nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hilft. Sie selbst sei mehrmals vor Ort in Nordrhein-Westfalen und auch im Ahrtal in Rheinland-Pfalz gewesen. Dort habe sie erlebt, wie belastend der Einsatz für die Soldatinnen und Soldaten sein könne. Denn auch das Bergen von Leichen habe zu ihren Aufgaben gehört. Deswegen sind Kramp-Karrenbauer zufolge auch Truppen-Psychologen vor Ort gewesen, die die Soldatinnen und Soldaten betreut haben. Die Verteidigungsministerin sagt aber auch: „Wir müssen darauf achten, dass wir nicht so etwas sind, wie ein bewaffnetes THW. Wir sind eine Armee.“

Lage in Afghanistan: Die Situation in Afghanistan ist ein Thema, das Kiesewetter sehr am Herzen liegt. Mehrmals war er selbst vor Ort. Im Pressegespräch erzählt er von Einsätzen, als er selbst bei der Bundeswehr war und von Reisen, als er später im Bundestag Berichterstatter für Afghanistan wurde. „Ich war selbst schon unter Beschuss dort“, sagt Kiesewetter. Die Bundeswehr hat sich vor Kurzem aus dem Norden des Landes zurückgezogen. Genau dort rücken nun die Taliban vor.

Kramp-Karrenbauer sagt: „Die Bilder aus Afghanistan sind bittere Bilder für uns.“ Sie verstehe, dass diese Bilder die Diskussion um einen erneuten Kampfeinsatz in Afghanistan befeuern. Vor allem denkt sie an die Soldatinnen und Soldaten, die dort gestorben und gefallen sind, verwundet wurden und teils immer noch unter den Folgen leiden. „Am Ende geht es um die Sicherheit und die Gesundheit unserer Soldatinnen und Soldaten“, sagt die Verteidigungsministerin und fügt an: „Aus meiner Sicht ist es nach wie vor richtig, dass die Nato gesagt hat, der Einsatz ist nun beendet.“

Ortskräfte in Afghanistan: Dazu sagt Kramp-Karrenbauer, dass derzeit niemand ohne einen afghanischen Reisepass das Land verlassen könne. Doch es sei aktuell sehr schwierig, in Afghanistan an einen Pass zu kommen. Am selben Tag habe sie deswegen mit Außenminister Heiko Maas (SPD) telefoniert. „Das Außenministerium führt Verhandlungen mit der afghanischen Regierung.“ Die Hoffnung sei, dass darauf verzichtet wird, bei der Ausreise einen Pass zu verlangen. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein Durchbruch bei den Verhandlungen erzielt wird“, sagt die Verteidigungsministerin.

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