Was Kunst und Musik verbindet

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Rainer Haarmann in einer Arbeit der Ausstellung.
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"Bild + Ton" zeigt in der Galerie im Rathaus Aalen unter anderem Arbeiten der Künstlerin Vivian Kahra für das Berliner Vinyllabel Edition Longplay.

Wie ergänzen und bereichern sich Musik und Kunst gegenseitig? Dieser Frage sind bereits mehrere Ausstellungen in der Galerie im Rathaus Aalen nachgegangen, wie Kulturamtsleiter Dr. Roland Schurig am Freitag erklärt, als er mit "Bild + Klang" eine weitere zum Thema eröffnet. Der etwas sperrige Untertitel "Vivian Kahra, Malerie & Edition Longplay und Encore-Editionen von Rainer Haarmann, Berlin" konkretisiert, um was es dabei geht.

Musik sei vor 50 Jahren, als Jimi Hendrix auf den Tag genau am 18. September 1970 mit seinem frühen Tod in den "Club 27" eintrat, noch etwas gewesen, was man als LP habe in der Hand halten können, so Schurig. "Wir wissen noch, wie schön der Sound ist, wenn es auf der Platte ein wenig knistert", sagt er in seiner Begrüßung der rund 60 Gäste der Vernissage im kleinen Sitzungssaal.

Verschrieben hat sich dieser Tage dieser Form der Musikpublikation der Berliner Rainer Haarmann, der 2011 mit der Edition Longplay und dann mit den Encore-Boxen dem Vinyl zu neuer Bedeutung verholfen hat. Und zwar dadurch, und so schließt sich dieser Kreis, in dem er die Cover und Boxen von LPs von Jazzmusikerinnen und Musikern von Künstlern gestalten ließ, zu denen auch Vivan Kahra gehört. Wie sie dabei arbeitete, erklärt sie bei der Vernissage im Gespräch mit der Aalener Kunsthistorikern Natascha Euteneier und dem Aalener Komponisten Edgar Mann über die Frage nach Gemeinsamkeiten und Gegensätzen der Gestaltungsprinzipien in der Arbeit beider.

Bilder seien für ihn der Auslöser für verschiedene Projekte gewesen, erklärt dazu Mann. Schon in seiner Diplomarbeit habe er sich mit der Verbindung von Kunst und Musik befasst. Nach dem Projekt mit Bildern von Helmut Schuster, zu denen er Kompositionen auch unter Berücksichtigung der Vita des Malers geschaffen haben, habe er nun Filmmusik für eine Doku über die Schaffung einer Skulptur geschrieben. Ihn leite beispielsweise der Zugang zur Natur oder Ereignissen.

Für sie selbst sei Klang ein inneres Phänomen, ein Art Gefühl, dass sie in Form und Farbe ausdrücke, erklärt Vivan Kahra ihren Zugang. Der Klang manifestiere sich im Innern. Als sie an der Gestaltung zweier Boxen gearbeitet habe, habe sie deren Klang nicht im Ohr gehabt.

Betrachtet man die Arbeiten der heute in Freiburg lebenden Künstlerin, ist ihr innerer Klang ein eher ruhiger, aber trotzdem dynamischer. Vor allem in erdigen, natürlichen Farben kombiniert sie grafische Elemente, Flächen und breite Linien mit einer schemenhaften Gestaltung von Figuren, meist Menschen in Bewegung. Ergänzt wird die Ausstellung dieser großflächigen Arbeiten, die als Titel "poetische Extras" wie "Fly Fishing" oder "Mondblatt" haben, mit Arbeiten aus beiden Editionen, die in Schaukästen zu sehen sind.

Wie Bilder durch Musik entstehen, demonstrierte anschließend der junge Jazzgitarrist Tal Arditi in einem gut halbstündigen Konzert. Mit ausschließlich eigene Kompositionen, weich und berührend gespielt, lud er ein zu einem Kopftrip durch Landschaften und Orten. .

"Bild + Klang" ist zu sehen bis 8. November.

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