Was Ostalb- Waldbesitzer jetzt wissen müssen

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Waldbesitzer-Infotag der Kreisforstverwaltung in Schwäbisch Gmünd

Infotag der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd im Schießtal zu aktuellen Fragestellungen der Waldbewirtschaftung.

Schwäbisch Gmünd

Rund 80 Waldbesitzende folgten der Einladung der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd des Landratsamts Ostalbkreis zu einem Waldbesitzer-Infotag ins Schießtal. Auf einem Rundparcours informierte das gesamte Förster-Team der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd die interessierten Waldbesitzer zu aktuellen Fragestellungen der Waldbewirtschaftung. An insgesamt fünf Stationen wurden unterschiedliche Themen vorgestellt.

Sicherer mit Seilwinde

Abstand halten. Dass dieses Gebot nicht nur in Sachen Corona-Viren von Bedeutung ist, sondern auch bei der Fällung geschädigter und abgestorbener Laubbäume, stand bei der Station „Arbeits- und Verkehrssicherheit“ im Mittelpunkt. Neu ist, dass in den vergangenen Jahren auch bei Laubbäumen, vor allem durch das Eschensterben, ein immer höheres Risiko durch abbrechender Äste und Kronenteile besteht. Wer solche Bäume mit der Motorsäge fällt, unterschätzt oft das Risiko. Besser ist es, die Fällung mit Unterstützung der Seilwinde eines Schleppers vorzunehmen. Um ganz sicher zu gehen, sollte man sich professioneller Hilfe bedienen: Wenn möglich, kann die Fällung mit einem geeigneten Harvester erfolgen oder mit einem fernbedienbaren Fällkeil, wie es die Forstwirt-Partie der katholischen Kirchenpflege Schwäbisch Gmünd beispielhaft vorführte.

Welche Bäume pflanzen?

Die wohl häufigste Frage, die engagiert diskutierende Waldbesitzende an der Station „Waldumbau, Kulturen“ den Forstleuten stellten, war, welche Baumarten Sie denn nun angesichts des Klimawandels pflanzen sollen. Bei der Diskussion wurde dann zumeist schnell deutlich, dass es bei der Antwort auf diese Frage vor allem auf zwei Dinge ankommt: Das Wichtigste sind Kenntnisse über die jeweiligen Waldboden-Verhältnisse. Denn in unserer Raumschaft wechseln oft sandige, tonige und lehmige Böden im kleinen Mosaik und bieten so den jeweiligen Baumarten ganz unterschiedliche Wuchsbedingungen und Zukunftsperspektiven. Die Forstleute helfen hier bei einem kostenfreien Beratungstermin vor Ort.

Vom Ertrag hängt es ab

Ebenso entscheidend kommt es auf die Zielsetzung des Waldbesitzers an: Wer bestimmte Erwartungen an den Ertrag der Waldbewirtschaftung stellt, der beurteilt Pflege-Investitionen und das Risiko für Schäden oft ganz anders als jemand, dem ein möglichst extensiver oder stabiler und klimagerechter Wald am Herzen liegt.

Wie wichtig ein Wegenetz ist

Für die Forstwirtschaft ist ein angemessenes und tragfähiges Wegenetz unentbehrlich und laut Waldgesetz sogar Bestandteil einer pfleglichen Waldbewirtschaftung.

Dass jedoch bei jedem Wegebau-Vorhaben die Belange der Forstwirtschaft mit denen des Natur-und Umweltschutzes abzuwägen sind, wurde eindrucksvoll an „So-bitte-nicht-Beispielen“ erläutert. Wer sich über geltendes Recht und technische bzw. abfallrechtliche Standards hinwegsetzt und meint, seinen Bauschutt am Waldweg entsorgen zu können, riskiert Strafen und finanziellen Aufwand um Schäden wieder zu beheben.

Da es für Waldbesitzer schwer ist, den Überblick zu behalten und alles richtig zu machen, bietet die Forstverwaltung ihre Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Waldwege im Vorfeld einer Baumaßnahme an.

Die Fördermöglichkeiten

Abgerundet haben den Parcours die zwar etwas trockeneren aber nicht weniger wichtigen Informationen zu Fördermöglichkeiten für Privatwaldbesitzende. Die Extremwetterereignisse der Jahre 2018 bis 2020 haben auch den Wäldern im Ostalbkreis mit Dürre, Hitze und Schädlingen zugesetzt. Klimaprognosen zeigen, dass sich diese Situation in Zukunft häufiger wiederholen wird. „Es ist ein zentrales politisches Ziel, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten und damit die vielfältigen Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit langfristig und in vollem Umfang sicherzustellen“, betonten die Vortragenden. Für die Waldbesitzer sollen daher Fördermaßnahmen einerseits eine passgenaue und schnell abrufbare Unterstützung zur Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald sein. Andererseits sollen gezielte Förderanreize helfen, geschädigte Wälder rasch mit geeigneten Baumarten wieder zu bepflanzen bzw. klimastabil umzubauen.

Bei traumhaftem Spätsommerwetter ging der Wunsch der Veranstalter, nicht nur über die fachgerechte Durchführung von Forstbetriebsarbeiten und Unterstützungsangebote für Privatwaldbesitzende zu informieren, sondern auch eine angenehme Gelegenheit zum fachlichen Austausch untereinander zu bieten, voll in Erfüllung.

Revierförster Jörg Vetter erläutert geeignete Baumarten.
Mitten im Wald zeigten sich die rund 80, in Kleingruppen aufgeteilten Waldbesitzenden sehr diskussionsfreudig.

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