Was sich in der Pflege ändert

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Am 1. Januar 2017 tritt der zweite Teil des sogenannten "Pflegestärkungsgesetzes"in Kraft.

Aalen. "Damit erfolgt ein Systemwechsel", sagt Kai Nar, Regionalgeschäftsführer der BarmerGEK Aalen. Denn das Gesetz definiert Pflegebedürftigkeit neu, der Leistungsumfang wird gestärkt und die Pflegestufen fallen weg. Allerdings erhöht sich auch der Beitragssatz.

"Bisher galten nur Personen mit körperlichen Beschwerden als pflegebedürftig. Zukünftig werden auch die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, geistigen oder psychischen Einschränkungen berücksichtigt", erklärt Nar. Zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit gibt es auch ein neues Begutachtungsverfahren. Nar: "Ausschlaggebend ist dabei nicht mehr der benötigte Hilfebedarf in Minuten, sondern der Grad der Selbstständigkeit im Alltagsleben."

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen

Die bisherigen drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt, das macht eine genauere Einschätzung des Pflegebedarfes möglich. Nar: "Wer bereits pflegebedürftig ist, muss nicht aktiv werden. Die Überleitung von einer Pflegestufe in einen Pflegegrad erfolgt automatisch. Die Versicherten werden zum Jahreswechsel schriftlich über den neuen Pflegegrad und die neue Leistungshöhe informiert." Als Faustformel gilt: Pflegebedürftige mit vorwiegend körperlichen Einschränkungen steigen automatisch um eine Stufe, also von Pflegestufe I in Pflegegrad 2. Pflegebedürftige mit geistigen Einschränkungen steigen um zwei Stufen, also von Pflegestufe II in Pflegegrad 4. Wichtig ist, dass niemand, der bereits pflegebedürftig ist, durch die Neuregelung schlechter gestellt wird.

Für Personen, die aus ihrem Beruf aussteigen, um Angehörige zu pflegen, leistet die Pflegekasse künftig Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für die Gesamtdauer der Pflegetätigkeit.

Da aufgrund der Änderungen mehr Menschen als zuvor Anspruch auf Pflegeleistungen haben werden, steigt der Beitragssatz der Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf dann 2,55 Prozent, für Kinderlose wird er auf 2,8 Prozent angehoben.

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