Was wäre, wenn: Fruchtfliegen und ein Zentralklinikum

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Derzeit ist der Zentral-OP in Aalen lahmgelegt
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Derzeit ist der Zentral-OP in Aalen lahmgelegt - Wie würde die Situation aussehen mit einem klinischen "Regionalversorger" im Ostalbkreis?

Aalen. Fruchtfliegen haben, wie berichtet, den Zentral-OP in Aalen lahmgelegt. Die Folge: Planbare Operationen mussten abgesagt, dringende Operationen etwa bei Notfällen, an die Stauferklinik und an die Virngrundklinik umgeleitet werden. Das drängt sich die Frage auf: Was wäre, wenn - es nur noch ein Zentralklinikum im Ostalbkreis gäbe. Hätten wir dann ein Problem? Das wollten wir von Landrat Dr. Joachim Bläse wissen, der sich ja für ein solches Zentralklinikum - Bläse nennt es „Regionalversorger“ - stark macht. „Grundsätzlich“, so Landrat Bläse, könne es aus vielfältigen Gründen im Einzelfall zu OP-Ausfällen in Kliniken kommen. Deshalb gebe es hierzu überregionale Regelungen und Absprachen, und umliegende Kliniken springen bei Bedarf mit ein. Im aktuellen Fall habe sich das Ostalb-Klinikum bei der Integrierten Leitstelle bereits am Samstagabend abgemeldet. Parallel dazu sei mit den Nachbarkliniken abgestimmt worden, welche Ressourcen in welchem Krankenhaus zur Verfügung stehen - und wie diese Kapazitäten am besten genutzt werden können. Notfälle, die voraussichtlich operiert werden müssen, wurden in die umliegenden Kliniken gebracht - sowohl nach Ellwangen oder Schwäbisch Gmünd, manchmal auch in Nachbarkreise. Die Koordination, welche Notfallpatienten in welches Klinikum kommen, übernimmt letztlich die Leitstelle. In einem neuen Zentralklinikum würde man die Zentral-OP-Einheit „individueller und flexibler technisch ausstatten“, erklärt Bläse. Beispielsweise könnten die OPs dann einzeln in der Belüftung gesteuert und versorgt werden, sodass auch einzelne OPs außer Betrieb genommen werden könnten, was derzeit nicht der Fall sei. Sollte dennoch ein vollständiger Ausfall eintreten, müsste das Zentralklinikum ebenfalls bei der Leitstelle abgemeldet und auflaufende Notfälle mit Operationsbedarf in umliegenden Landkreisen versorgt werden. Letzteres sei je nach aktuell verfügbarer Kapazität der Kliniken landkreisübergreifend und wechselseitig teils bereits heute auch schon der Fall. Wie Bläse ergänzt, war die Tätigkeit der Notaufnahme in Aalen nicht eingeschränkt.

Was getan wurde und getan wird

Die Kliniken Ostalb und Ostalbkreis haben nach Angaben der Kreisverwaltung in den vergangenen Jahren über 2,5 Millionen Euro in die Qualitätssicherung der Bestands-OPs am Ostalb-Klinikum Aalen investiert. Bläse: "Aktuell werden auf Grundlage eines Beschlusses des Verwaltungsrats der Kliniken Ostalb und des Betriebsausschusses Eigenbetrieb Immobilien weitere 4,5 Mio. Euro investiert." Hierbei würden "eine komplett neue Lüftungsanlage" in Betrieb genommen, weitere OP-Tische erneuert, die Aufwachräume vergrößert und sogenannte „IMC-Überwachungsbetten“ geschaffen. Diese entlasteten "die knappen Bettenressourcen der Intensivstation". Die weiteren Maßnahmen befinden sich derzeit in Umsetzung.

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