Was wünschen Sie sich von der neuen Regierung?

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Die Ampel ist da: Menschen aus dem Ostalbkreis sprechen über ihre Erwartungen und Hoffnungen.
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Die Ampel ist da: Menschen aus dem Ostalbkreis sprechen über ihre Erwartungen und Hoffnungen.

Aalen
Eine Frau, Annalena Baerbock, ist Außenministerin, eine Grüne noch dazu. Ein Mann, dessen Eltern eingewandert sind, Cem Özdemir, hat das Landwirtschaftsministerium übernommen. Und Olaf Scholz wurde am Mittwoch, 8. Dezember, zum neunten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Erstmal wird Deutschland von einer rot-grün-gelben Koalition regiert, der sogenannten „Ampel“ - und immer noch dreht sich die Erde. Doch es sind schon neue Weichenstellungen zu erwarten. So gibt es ein - grün geführtes - Superministerium für Wirtschaft und Verkehr. Der Mindestlohn soll kräftig steigen. Es gibt kein Tempolimit. Kiffen wird legal. Die Außenpolitik wird „wertebasiert“. Ganz viel zum Klimaschutz will die Ampel. Und die Steuern sollen nicht erhöht werden.

SchwäPo und Gmünder Tagespost haben sich umgehört bei Menschen im Ostalbkreis: Was wünschen Sie sich von der neuen Regierung? So lautet die Frage an die Wirtin, den Bauern, den Polizisten, die Anwältin, den Handwerker, den Vater und, und, und: Wir haben gute Antworten bekommen. Und gute Anregungen für die Ampel.

Peter Schmidt, Facharzt für Allgemeinmedizin

Peter Schmidt, Facharzt für Allgemeinmedizin

Es ist toll, dass wieder ein Arzt Gesundheitsminister ist. Karl Lauterbach ist ein Kenner des Gesundheitssystems. In der Pandemie war er immer die mahnende Stimme. Diese Vorschusslorbeeren nimmt er mit in das Amt. Ich erwarte von ihm eine Stärkung der wohnortnahen medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Strukturen. Akteure wie Hausärzte tragen und sichern die enorme Grundlast des Gesundheitswesens. Auch wenn jetzt momentan der Fokus auf der Spitzenmedizin, wie der Intensivmedizin, liegt, sollten diese Akteure auch schon jetzt in der Pandemie nicht vergessen werden.

Peter Schmidt, Facharzt für Allgemeinmedizin

Gerhard Grimminger, Chef des Familienunternehmens Keßler & Co.

Gerhard Grimminger

Da das Klima ein globales Phänomen ist, muss die Energiewende ebenfalls aus globaler Sicht bewertet werden. Lokale Maßnahmen müssten deshalb dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit genügen. Die immensen Kosten der Energiewende können nur von einer gesunden, leistungsfähigen Wirtschaft erbracht werden. Was wir uns von der neuen Regierung wünschen: mehr Wissenschaftlichkeit, weniger Ideologie! - Technologieoffenheit.

Gerhard Grimminger, Chef des Familienunternehmens Keßler & Co.

Annette Hafner, Chefin im Brauereigasthof Lamm Untergröningen

Annette Hafner

Wir wünschen uns von der neuen Regierung, dass sie uns schnell aus der Pandemie führt; dass Bestimmungen und Reglementierungen wieder abgebaut werden, so dass wir wieder Spaß an unserer Arbeit haben können und die Gäste wieder gerne und unbeschwert zu uns kommen dürfen. Außerdem, dass sie sich nicht so sehr mit sich selbst beschäftigt, sondern mit den Sorgen und Nöten der Bürger, der Mittelständler, der Handwerker.

Annette Hafner, Chefin im Brauereigasthof Lamm Untergröningen

Bernd Märkle, Sprecher Polizeipräsidium Aalen

Bernd Märle, Sprecher Polizeipräsidium Aalen

Ich persönlich bin auf die Regierungsarbeit, die erstmals von drei sehr unterschiedlichen Parteien gestaltet wird, sehr gespannt. In naher Zukunft erhoffe ich mir vor allem die richtigen Entscheidungen in der Klimapolitik, zur Verbesserung des Pflegenotstandes und bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Mit Spannung erwarte ich die Ausführungen rund um das Thema der geplanten „Legalisierung von Cannabis“.

Bernd Märle, Sprecher Polizeipräsidium Aalen

Hannes Barth, Vorsitzender der SG Bettringen

Hannes Barth

Ich würde mir in Sachen Corona bundeseinheitliche Regelungen wünschen, an die sich dann jeder verbindlich halten kann. Das wäre eine erhebliche Erleichterung für alle Vereine. Und ich wünsche mir eine Stärkung des Ehrenamts in Form der steuerlichen Anhebung der Ehrenamtspauschale. Das wäre ein Entgegenkommen an das große Engagement vieler Ehrenamtlichen, die sich in den Dienst unserer Gesellschaft stellen

Hannes Barth, Vorsitzender der SG Bettringen

Anton Weber, Landwirt aus Waldstetten

Anton Weber

Ich erwarte, dass die Realität gesehen wird. Die ideologische Brille muss abgelegt werden. Ja zum Standort Deutschland als Produzent hochwertiger Lebensmittel. Kein Schwarz–weiß-Denken, sondern Abwägung auf wissenschaftlicher Basis. Nahrungsmittelimporte müssen die gleichen Standards erfüllen – Löhne, Sozialstandards, Tierwohl, Umwelt und Hygienestandards. Und endlich den Bürokratieabbau realisieren.

Anton Weber, Landwirt aus Waldstetten

Norbert Schinko, Familienvater aus Hofherrnweiler

Norbert Schinko

Von der neuen Regierung wünsche ich mir, dass die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Außerdem müssen Kitas und Schülerbetreuungen einen größeren Zeitkorridor und flexiblere Zeiten ohne Mehrkosten anbieten. Einrichtungen sollten besser personell ausgestattet und Fachkräfte besser bezahlt werden. Sozial schwächere Familien müssen finanziell stärker entlastet werden.

Norbert Schinko, Familienvater aus Hofherrnweiler

Gerburg Maria Müller, freie Künstlerin

Gerburg Maria Müller, freie Künstlerin.

Endlich mehr Frauen, endlich junge Politiker*innen, endlich Menschen vieler Kulturen und kein Zurück zu den immer Gleichen, die nur Posten verschieben. Nancy Faeser als erster weiblichen Innenministerin wünsche ich viel Kraft! Es gibt rechten Terror in Deutschland, er bedroht die Demokratie - ihm muss mit klarer Kante, ohne Angst der Kampf angesagt werden. Wieder Vertrauen in Politik schaffen - Ihr schafft das!

Gerburg Maria Müller, freie Künstlerin

Alexander Hamler, Kreishandwerkmeister und Inhaber von Elektrotechnik Hamler Gmbh

Alexander Hamler

Meine Erwartungen sind gemischt. Einerseits glaube ich nicht so recht, dass die Minister alle was bewegen können, anderseits besteht die Hoffnung, dass sie neue Impulse setzen. Ökonomie und Ökologie sollten im Einklang stehen. Meine größte Sorge ist, dass unser Gesundheitsminister einen Lockdown in die Wege leitet. Große Angst habe ich vor der Spaltung unserer Bevölkerung. Es wäre besser, diese vom Impfen zu überzeugen statt sie zu zwingen. Dennoch bin ich positiv eingestellt und freue mich auf die nächsten Monate

Alexander Hamler, Kreishandwerkmeister und Inhaber von Elektrotechnik HamlerGmbh

Irene Meixner, Rechtsanwältin

Irene Meixner

Ich wünsche mir von der neuen Regierung, dass die Verantwortlichen die Aufgaben der Anwaltschaft innerhalb der Rechtspflege besser wahrnehmen. Wir als Anwälte sind nicht nur eine untergeordnete Instanz, sondern auch in die Gesetzgebung mit einzubinden Dennoch haben wir immer wieder den Eindruck, dass da über uns hinweggegangen wird. Wir als Anwälte haben Verantwortung gegenüber der Demokratie und nehmen diese auch wahr.

Irene Meixner, Rechtsanwältin

Lea Jas, Studentin aus Schwäbisch Gmünd

Lea Jas, Studentin aus Schwäbisch Gmünd

Ich wünsche mir von der Regierung ein elternunabhängiges BAföG und generell weniger Hürden bei der Beantragung der Förderung. Es kann nicht sein, dass Bildung ein Privileg ist und viele Studentinnen und Studenten keinen Anspruch auf BAföG haben. Zudem erhoffe ich mir mehr Unterstützung für Geringverdiener. Es ist gut, dass Paragraf 219a abgeschafft wurde, Paragraf 218 sollte jedoch auch dringend abgeschafft werden.

Lea Jas, Studentin aus Schwäbisch Gmünd

P. Reinhold Baumann, Comboni Missionar in Ellwangen

Reinhold Baumann

Ich wünsche mir von der Regierung, dass Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und seine Militärausgaben reduziert. Das eingesparte Geld soll für eine humanere Asylpolitik ausgegeben werden, mehr Personal, mehr Zeit für Anhörung und Betreuung von Asylsuchenden. Mein Wunsch ist, die Entwicklungspolitik von Minister Gerd Müller fortzusetzen und die Agrarwende zu wagen, kleinteilig, mit mehr Ökologie. 

P. Reinhold Baumann, Comboni Missionar in Ellwangen

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