Wege und Weisheiten zum Glück

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Ein Benefiz für den Wiederaufbau in Nepal in feiner Atmosphäre in der Villa Stützel. Links am Flügel Pianist Hans-Roman Kitterer, rechts die Gastgeber Sandra Röddiger und Ralf Kurek, Initiatoren und Investoren des privaten Kultur-Hotspots Villa Stützel.

Hans Roman Kitterer am Flügel unterstützt die Initiative "Zukunft für Nepal Ostwürttemberg" in der Villa Stützel in Aalen.

Das große elegante Zelt ist offen zum Park, das exklusive Publikum sitzt zu Paaren flächig verteilt. Auf der Bühne ein Flügel: Auftritt Hans-Roman Kitterer, mit ihm Uwe Förstner, der dem Pianisten die Noten von 13 Stücken plus Türkischem Marsch blättern wird.

Begonnen hat das Ereignis an der Villa Stützel in Aalen am frühen Samstagabend als lockerer Empfang zum Benefiz für den Wiederaufbau in Nepal. Feine Getränke werden gereicht, Zeit zum Plaudern, Heiterkeit übers Wiedersehen nach der langen Zeit ohne Konzerte und Begegnung.

Hans-Roman Kitterer eröffnet mit dem wunderbaren "Lied ohne Worte 19,1" von Mendelssohn Bartholdy, Romantik frisch gespielt. Dann nehmen die Gastgeber neben dem Instrument Platz: Sandra Röddiger und Ralf Kurek, Initiatoren und Investoren des privaten Kultur-Hotspots Villa Stützel. Heute sind sie Sprecherin und Sprecher, die im Dialog mit der Musik Texte des Dalai Lama und anderer Denker und Ratgeber vortragen.

Im ständigen Wechsel mit den Texten sind kurze Stücke zu hören, musikalische Pralinen wie der 3. Satz aus Beethovens Klaviersonate 81a und ein Part aus dem Wohltemperierten Klavier von J. S. Bach und die trillernde "verliebte Nachtigall" von Francois Couperin.

Und dann viel Romantik, Schumann, Chopin, garniert mit Impressionen von Claude Debussy. Ein Programm, dessen kluge Komposition sich sehr wohl erschließt im Laufe des frühen Samstagabends.

Virtuoser Auftritt

Kitterer präsentiert die Musik werkgetreu bis in die Details der Tempo- und Dynamikvorgaben der Komponisten. Der Anschlag ist allzeit herzhaft, die dynamischen Nuancen eher angedeutet als ausgekostet, die Gestaltung unprätentiös. Dass Kitterer alles wie eng vom Blatt spielt, passt zu seinem virtuosen Auftritt, der eher seriöses Zitat als gefühlige Selbstdarstellung ist.

Die vorgetragenen Texte sind Lebensweisheiten von Sein und Lassen. Sandra Röddiger inszeniert den Vortrag etwas stärker als ihr Partner Ralf Kurek, der die Weisheiten des Dalai Lama noch dezenter anbietet. Der inhaltliche Bogen ist weit gespannt, von der Sehnsucht des "verwelkten Herzens" zur mahnenden Beobachtung ("In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz") zum Kalenderblatt: "Es gibt keinen Weg zum Glück, glücklich sein ist der Weg", mit welcher Weisheit Motto und Titel des Abends aufgenommen wird: Wege zum Glück.

Petra Pachner spricht am Ende kurz über die Situation in Nepal, für das sie unter anderen mit Sandra Röddiger seit Jahren massiv Hilfe organisiert. Sie schildert in lakonischer Kürze die katastrophale Lage in dem asiatischen Land: Zusammenbruch der Wirtschaft, Infrastruktur und Versorgung, Katmandu und andere Orte "tote Städte", Hunger, der schlimmer ist als "Corona", eine Situation, die dramatischer ist als die Lage nach dem großen Erdbeben vor fünf Jahren.

Rainer Wiese

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