Wendlingerin Regina Schumacher kämpft gegen den Krebs

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Regina Schumacher

Regina Schumacher aus Wendlingen ist an Leukämie erkrankt. Die 31-Jährige benötigt dringend eine Stammzellspende. Typisierungsaktion am 2. Oktober in Wendlingen.

Wendlingen. Die 31-Jährige Regina Schumacher aus Wendlingen benötigt dringend einen Stammzellenspender. Am 2. Oktober gibt es für die OP-Schwester eine Typisierungs-Aktion in Wendlingen. Auch die VHS-Aalen hat in den sozialen Medien einen Beitrag zur Registrierung bei der DKMS für die 31-Jährige geteilt.

Regina Schumacher hatte im März dieses Jahres den Brustkrebs überstanden, als sie kurz darauf die Diagnose AML, akute myeloische Leukämie erhielt. Da arbeitete sie gerade nach einer Reha seit elf Tagen wieder als OP-Schwester im Robert-Bosch-Krankenhaus, als sie das niederschmetternde Ergebnis Blutkrebs erhielt. Angesichts dieses Schicksals fragt man sich schon, wie viel muss ein Mensch aushalten? Doch sie ist eine Kämpferin und will sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen. Das hat sie schon einmal bewiesen. Doch diesmal ist es anders. Diesmal hängt ihr Leben nicht nur von der Behandlung und von ihr selbst ab, sondern – vor allem von einem anderen Menschen. Sie benötigt deshalb jetzt zusätzliche Hilfe, von vielen Spendern. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der passende Spender, der genetische Zwilling, für die Knochenmarkzellspende gefunden wird. Die Zeit drängt, jetzt muss ganz schnell ein Knochenmarkspender gefunden werden. Nur ein passender Stammzellspender kann jetzt ihr Leben retten.

Die OP-Schwester braucht jetzt selber Hilfe

Regina Schumacher bezeichnet sich selbst als optimistischen und fröhlichen Mensch. Die Wendlingerin ist sportlich, spielt beim TVU Badminton. Mit ihren Eltern lebt sie im sogenannten „Weihnachtshaus“ an der Lauter. Seit vielen Jahren zieht das Wohnhaus mit seinen bunt beleuchteten Lichterketten die Blicke auf sich. Die 31-Jährige arbeitet als OP-Schwester im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. In ihrem Beruf konnte sie schon viele Menschenleben helfen zu retten. Auch als Rettungsschwimmerin bei der DLRG in Wendlingen setzte sie sich aktiv bei der Menschenrettung ein. Als potenzielle Stammzellenspenderin hat sie sich schon vor Jahren bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren lassen. Kann nun ihr jemand helfen? Dass die Wendlingerin nicht ihr Krankenzimmer verlassen darf, hängt mit ihrem geschwächten Immunsystem zusammen. Durch die erste Chemotherapie (dauerte sieben Tage hintereinander), der sie sich gleich von Tag 1 im Krankenhaus unterziehen musste, und durch weitere Bestrahlungen ist ihr Körper so geschwächt, dass der kleinste Krankheitserreger für sie das Todesurteil bedeuten könnte.

Weil die erste Chemotherapie nicht die gewünschte Reaktion bei ihr hervorgerufen hat, ist eine zweite längere Chemotherapie geplant. Das ist nicht ganz ungefährlich, auch für andere Organe, und weil sich Regina Schumacher aufgrund ihrer Brustkrebserkrankung in den letzten eineinhalb Jahren schon etlichen Chemos unterziehen lassen musste.

Genetischer Zwilling gesucht

Verschiedene Rettungsdienste in Wendlingen rufen alle Menschen aus nah und fern dazu auf, sich bei der Typisierungs-Aktion in Wendlingen am Samstag, 2. Oktober, von 8 bis 16 Uhr, registrieren zu lassen. Das geht zwar auch online, aber wie die Erfahrung zeigt, ist dies nicht jedermanns und jederfraus Sache, sich ein Abstrichset bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) anzufordern und dann zu Hause selbst durchzuführen. „Wir wollen die Hemmschwelle deshalb bewusst niedrig halten“, sagt ThessyKiesler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der DLRG Wendlingen, über die Initiative eine Typisierungsaktion vor Ort zu organisieren. „Wir wollen mit diesem niederschwelligen Angebot möglichst viele Menschen erreichen.“

Typisierung: Wattestäbchen in die Mundhöhle, ohne Blutabnahme

Für die Aktion im Treffpunkt Stadtmitte bekommen die Veranstalter über 1000 Abstrichsets vom DRK Blutspendedienst Baden-Württemberg und Hessen zur Verfügung gestellt. Damit die Typisierungs-/Registrierungsaktion Corona-konform durchgeführt werden kann, werden die potenziellen Stammzell-Spender laut ThessyKiesler über eine Art Einbahnstraßen-System durch den Treffpunkt geführt. Nachdem bereits am Eingang der 3-G-Status kontrolliert wird (geimpft, genesen, getestet), bitte Nachweise mitbringen, genauso wie den Personalausweis, werden im Kleinen Saal die persönlichen Daten erfasst. Jeder, der sich registrieren lässt, wird von einem Helfer betreut. Die eigentliche Typisierung findet dann im Großen Saal statt. Dort wird man von weiteren Helfern in Empfang genommen. Damit der Vorgang möglichst rasch erfolgt, werden zwölf Plätze eingerichtet. Vorneweg: Es wird kein Blut abgenommen. Jeder Teilnehmende erhält ein Wattestäbchen, mit dem er sich in der Mundhöhle einen Wangenabstrich selbst macht. Die eingetüteten und beschrifteten Stäbchen werden dann an die Deutsche Stammzell-Spenderdatei (DSD) geschickt, wo die Stammzellen bestimmt und in die zentrale Knochenmarkspenderdatei eingepflegt werden. Ob die Gewebemerkmale zu denen von Regina Schumacher passen, wird hier abgeglichen.

Zur Registrierung für den 2. Oktober ist zwar keine Anmeldung erforderlich, ThessyKiesler weist jedoch darauf hin, dass dadurch die Planung für die Aktion erleichtert wird und mehr Menschen in kürzerer Zeit erfasst werden können.

Auf der Webseite www.regina-leben.de kann man dafür einen Termin klicken (QR-Code). Wer bereits registriert ist, kann trotzdem die Aktion unterstützen. Denn jede einzelne Registrierung und Einpflegung in die Datenbank kostet Geld, etwa 30 Euro. Es werden freilich auch höhere Spendenbeträge gerne angenommen auf dem Konto: IKT Ulm gGmbH, Verwendungszweck: Regina, IBAN: DE25 6624 0002 0113 3016 00, BIC: COBADEFFXXX.

Die Typisierungsaktion findet am Samstag, 2. Oktober, von 8 bis 16 Uhr, im Treffpunkt Stadtmitte (Stadthalle am Marktplatz) in Wendlingen statt. www.regina-leben.de

Gaby Kiedaisch

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