Wenn der Kohl in den Bauch kommt ...

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Viele Menschen essen ihn gern, aber vertragen ihn schlecht. Tipps, damit Kohl bekömmlicher wird.

Aalen. "Kohl – mmh, lecker!", sagen viele Menschen. Auf den Tisch bringen sie ihn trotzdem eher selten. Begründung: Er wird oft schlecht vertragen, Magen und Darm haben tüchtig und manchmal schmerzhaft daran zu schaffen. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, erklärt Elke Lay, Ernährungsberaterin bei der AOK.

Kohlgemüse enthält viele Ballaststoffe, die beim Kauen und im Dünndarm nicht zerlegt werden. Sie dienen den Bakterien im Dickdarm als Nahrung. Elke Lay: "Bei der Verdauung entstehen aber auch Gase, die den Darm dehnen und als Blähungen entweichen oder zu Bauchschmerzen führen können. Die Schwefelverbindungen machen dabei den unangenehmen Geruch."

Damit Kohl weniger rumort:

  • Natron ins Kochwasser geben (1 TL pro Liter). Elke Lay: "Natron hemmt die Blähungen. Dazu kocht der Kohl schneller und behält besser seine Farbe."
  • Gewürze wie Kümmel machen Kohlgemüse verträglicher. Elke Lay rät, Koriander, Ingwer, Kardamom, Rosmarin oder Kurkuma auszuprobieren.
  • Gut kauen, nicht hastig essen.
  • Trinken: Die Ernährungsberaterin schlägt vor, statt kohlensäurehaltigem Sprudel lieber Fenchel-/Anis-/Kümmeltee zum Essen bzw. danach zu trinken. Oder einen Espresso, dessen Bitterstoffe die Enzymbildung und damit die Fettverdauung anregen.
  • Bewegung: Ein Spaziergang nach dem Essen hilft Magen und Darm bei der Arbeit.

Ein Kohlkopf – viele Ideen: Ein ganzer Kohlkopf, das ist eine Menge Gemüse. Ernährungsberaterin Lay macht daraus: "komplett Sauerkraut oder Krautwickel – die eine Hälfte gibt's gleich, die andere lässt sich gut einfrieren". Oder: "Salat oder Suppe aus der einen Hälfte, die andere gibt es als Gemüse." Oder: "vegetarischen Auflauf: den Kohlkopf im Ganzen kochen, Blätter einzeln abnehmen und mit Grünkern oder Quinoa wie Lasagne in eine Auflaufform schichten. Soße drüber, im Herd aufbacken."

Kohl – "ein echtes Superfood", nennt ihn die Ernährungsexpertin Elke Lay. Kohl hat viele Vitamine, Spurenelemente, Mineral- und Ballaststoffe und wenig Kalorien. Wichtige Inhaltsstoffe sind die sogenannten Senföle, die auch für den typischen Geschmack verantwortlich sind. Diese sekundären Pflanzenstoffe hemmen das Wachstum von Krankheitserregern und wirken antimikrobiell – besonders bei Infekten der Atemwege und der Harnblase. Neuere Studien weisen laut Elke Lay sogar einen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Krankheiten wie MS nach.

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