Wenn die Sehne überlastet ist

+
Symbolbild Sehnenscheidenentzündung,

Die AOK informiert über die Volkskrankheit „Tennisarm“. Wie Sie Hilfe bekommen.

Aalen. Wer viel am Computer arbeitet, kennt den Schmerz im Ellenbogen, der auf eine Überlastung hinweist und im Volksmund als Tennis- oder Mausarm bezeichnet wird. Im Jahr 2020 waren in Baden-Württemberg 113.830 AOK-Versicherte in ärztli-cher Behandlung, davon 4.089 in Ostwürttemberg. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

„Ausgelöst werden diese Beschwerden durch häufig wiederholte Bewegungen der Hand, die einseitig oder stark belasten“, so Dr. Gudula Kirtschig, Medizine-rin bei der AOK Baden-Württemberg. Das kommt bei den Sportarten Tennis oder Golf häufig vor, aber auch bei Handwerksarbeiten wie Malern oder Tisch-lern. Selbst beim Musizieren am Klavier oder mit Streichinstrumenten kann es ebenfalls zu einer Überlastung der Sehne kommen. Aber der größte Teil der Betroffenen zieht es sich bei der Arbeit am Computer zu. Diese klagen häufig über Druckschmerz an den Sehnenansätzen, die mit Verhärtungen und Schwellungen einhergehen. Typisch sind auch Schmerzen bei Alltagsbewegungen wie Händeschütteln, dem Öffnen einer Flasche oder dem Halten einer Kaffeetasse.

Gut 2500 Betroffene allein im Ostalbkreis

Letztes Jahr waren 2.552-Versicherte im Ostalbkreis wegen eines Tennisellenbogens, Golfer- oder Mausarms in ärztlicher Behandlung. Dies entsprach 2,3 Prozent der Versicherten. Im Fünf-Jahres Vergleich ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Am Häufigsten betroffen sind Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren.

„Kurzfristig können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen – insbesondere bei starken Beschwerden zu Beginn“, sagt Dr. Gudula Kirtschig. Aufgrund der teilweise erheblichen Nebenwirkungen sollten, so die AOK-Expertin, sie jedoch nicht über längere Zeit eingenommen werden. Auch Kortison-Spritzen können kurzfristig die Beschwerden verringern.

„Allerdings besteht das Risiko, dass Kortison den Heilungsprozess stört“, warnt Kirtschig. Die Heilung erfordere vor allem Geduld. In den meisten Fällen verschwänden die Beschwerden nach einigen Monaten auch ohne größere Behandlung. „Der Arzt und wir von der AOK-Gesundheitsförderung beraten Betroffene gerne, wie sie belastende Bewegungen vermeiden können, um die betroffenen Sehnen zu schonen“, erklärt Markus Hobler, Sport- und Bewegungsfachkraft der AOK Ostwürttemberg.

„Mit speziellen Bewegungen können Betroffene die Heilung beschleunigen. Als besonders wirkungsvoll haben sich Übungen erwiesen, bei denen die Streckmuskeln gestärkt und die Sehnen gleichzeitig gedehnt werden. Zudem wird dadurch die Beweglichkeit des Arms verbessert“, so Markus Hobler.

„Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Übungen dann besonders wirksam, wenn sie etwa dreimal täglich über mehrere Monate ausgeführt werden. Beginnen sollten Betroffene damit jedoch erst, wenn die Schmerzen es zulassen.

Empfohlen wird, vorsichtig zu starten, um den Arm nicht erneut zu überlasten. Sonst können sich die Beschwerden wieder verstärken“, ergänzt Dr. Kirtschig.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

Kommentare