Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter

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Im Ostalbkreis gibt es eine neue Selbsthilfegruppe für Opfer von Gewalt.

In der Region gibt es die neue Selbsthilfegruppe „Gemeinsam stark gegen Gewalt“

Aalen. Im Januar ist es soweit. Eine neue Selbsthilfegruppe „Gemeinsam stark gegen Gewalt“ nimmt ihre Aufgabe in die Hand. Es geht um Gewalt im häuslichen, institutionellen oder beruflichen Kontext - und damit auch um die psychischen Belastungen und die daraus resultierenden Folgen.

„Wir brechen das Schweigen“, sagt Victoria Bohn, eine der Gründerinnen der Selbsthilfegruppe. Eine Gruppierung von Betroffenen habe diesen Kampf bereits zum großen Teil hinter sich gebracht und möchte nun mit ihren Erfahrungen Anderen helfen. „Das, was wir erleben mussten, darf Anderen nicht widerfahren“, erklärt Victoria Bohn. Die Verarbeitung von belastenden Situationen funktioniere nur im Austausch, davon ist sie überzeugt. „Wir mussten erfahren, dass Menschen, die nicht das Gleiche erlebt haben, oft nicht das notwendige Einfühlungsvermögen besitzen, um verstehen und helfen zu können.“

Das soll die Selbsthilfegruppe leisten: offene Gespräche mit anderen Betroffenen ermöglichen. Gemeinsam könne man Strategien erfahren und sich gegenseitig stützen - egal, ob es um den Gang zur Polizei oder zu anderen Behörden geht. Oft seien die Hürden groß, um angstfrei über das Erlebte zu sprechen.

„Wir machen es uns zur Aufgabe, Betroffenen einen geschützten Raum für offene Gespräche zu geben. Begegnungen und Austausch helfen dabei, das Erlebte zu be- und verarbeiten“, erklärt Bohn: Wir: Das sei eine Gruppe von Frauen, die unter Gewalt leiden. Das Ziel sei Hilfe zur Selbsthilfe - durch Erfahrungsaustausch, Vorträge, Exkurse oder Selbstwert-Übungen. Auch die Vernetzung mit anderen Selbsthilfegruppen und Projekten rund um das Thema „Gewalt“ ist den Initiatorinnen wichtig. „Wir möchten jedem Einzelnen das passende Hilfeangebot unterbreiten und den bestmöglichen Weg aufzeigen“, erklärt Victoria Bohn.

Bereits jetzt gibt es ein Online-Angebot für Menschen, die nicht an einer Gruppe in Präsenz teilnehmen können, darauf weist Bohn hin. Eltern mit kleinen Kindern sollen nicht ausgegrenzt werden. Auch Kontaktbeschränkungen sollen kein Hindernis darstellen. „Sprechen Sie uns auf unsere Angebote an“, sagt Victoria Bohn. Um Schutz zu bieten, ist die Selbsthilfegruppe über WhatsApp unter 0170 5903025 oder per Email Selbsthilfegruppe-gewalt@web.de erreichbar. Nach Kontaktaufnahme sind Betroffene herzlich willkommen.

„Wichtig ist, dass wir den Betroffenen Schutz bieten, Schutz den sie bisher nicht hatten“, erklärt Bohn ein Ziel und weiter: „Wir möchten Mut machen, um eigene Grenzen zu erweitern, wahrzunehmen und anzunehmen.“ Ein gesundes Selbstvertrauen sei wichtig, um Grenzen setzen zu können. „Dieses zu stärken, liegt uns am Herzen!“

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