Nachgefragt

Wie bei Schneewittchen

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Beate Krannich Freie Mitarbeiterin

Beate Krannich über Oliven, die nicht schwarz sind

Als wir uns per Mail zu einem Gesprächstermin verabreden, fragte Andreas Knauss, wo wir uns treffen wollen: in Essingen oder in Griechenland? Zugegeben, ein bisschen reizvoll erschien es mir schon, mal so eben in den Süden zu reisen und einen Termin im Olivenhain mit Blick aufs Meer zu absolvieren. Der Routenplaner gibt eine Strecke von 2544 Kilometern bis zur Küste Lakoniens an. Das ist nicht gerade um die Ecke.Aber da ich mir nicht sicher war, ob die Redaktion die Spesen für derartige Ausflüge übernimmt, entschied ich mich dann doch für die näher gelegene Örtlichkeit: das Büro von Lakudia im Essinger Industriegebiet, immerhin mit einem schönen Blick auf die grünen Ostalb-Wälder. Hier erzählte mir Andreas Knauss, wie er zum Olivenbauer wurde.Ich selbst kenne Oliven vor allem aus der Küche. So ein feiner griechischer Salat im Sommer, angerichtet mit frischem Baguette, schmeckt lecker und sieht gut aus. Eine Farbkombination wie bei Schneewittchen und ein optischer Hingucker, wenn sich weißer Schafskäse mit dem Rot der Paprika und dem Schwarz der Oliven mischt. Früher dachte ich, Oliven seien natürlicherweise schwarz. Ein Irrtum. Das merkte ich spätestens, als wir einen Olivenstrauch geschenkt bekamen, der seither im Winter im Schlafzimmer steht und im Sommer im Garten Sonne tankt. Nach einigen Jahren zeigten sich erste Früchte: Oliven von dunklem Lila. „Schwarze Oliven sind mit Lebensmittelfarbe gefärbt“, sagte Olivenexperte Knauss, „die führen wir nicht.“ Seine Olivenprodukte kommen ohne Zusätze von Farb- und Konservierungsstoffen aus.Beim nächsten Sommersalat werde ich wohl die Zutatenliste noch einmal unter die Lupe nehmen.

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