Leben auf der Ostalb

Wie die Alamannen lebten

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Im Eingangsbereich des Alamannenmuseums steht eine Nachbildung des Eichensarkoiphags von Zöbingen: Fast alle Hinweise auf die Art und Weise wie man im frühen Mittelalter wohnte, kommen aus den Gräbern.
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Im Alamannenmuseum steht das älteste Bett weit und breit. Auch Küchentrends kann man hier nachspüren.

Ellwangen

Wie wohnen wir hier eigentlich? Dieser Frage geht die Serie „Adventstüren“ auf den Grund. Da drängt sich die Frage auf: „Und wie haben unsere Vorfahren gewohnt?“ Eine Antwort findet man im Alamannenmuseum, das mit den Funden aus dem Gräberfeld „Wasserfurche“ und der Siedlung „Mittelhofen„ in Lauchheim vor über 20 Jahren eingerichtet wurde.

Im Alamannenmuseum steht das älteste Bett weit und breit, man hat es in einer Grabkammer gefunden. Der Tote war darauf gebettet und es ist ein Glücksfall, dass sich das Holz so lange erhalten hat. Nur dadurch wissen wir, wie diese Bettlade aussah: Sehr schmal, das Kopfende hoch und mit Füßen vom Boden abgehoben. So waren die Schlafenden von aufsteigender Kälte oder Feuchtigkeit besser geschützt als auf ebener Erde. Einen beheizten Fußboden kannten die Alamannen, im Gegensatz zu den reichen römischen Besatzern nicht.

Leben aus der Natur

Überhaupt sind die Alamannen ein Beispiel dafür, wie man mit dem, was die umgebende Natur so hergibt, fast alles herstellen kann, was man zum Leben braucht. Aus dem Holz der Wälder werden Bett, Tisch, Stuhl und das ganze Haus gezimmert. Aus Holz werden Schüsseln gedrechselt und Werkzeuge gefertigt. Die Wände, geflochten aus Ruten, werden mit Lehm-Strohgemisch verputzt. Das war wärmedämmend und haltbar, solange kein Regen eindringt. Aus Schafwolle und Naturfasern wie Hanf und Leinsaat werden Garne gesponnen und Tuche für die Kleidung gewoben. Leder ist wichtiger Werkstoff für Schuhzeug und Pferdegeschirr.

Das Dach der Häuser bestand aus Schilf oder Binsen, wie man es von den Reetdächern in Norddeutschland noch heute kennt. Tonziegel als Dachdeckung oder als Mauerwerk war den Alamannen im frühen Mittelalter nicht wichtig. Dass man Lehm zu Ton brennen konnte, wussten sie genau. Tongefäßscherben hat man in Lauchheim zuhauf gefunden.

Es waren große Hallenhäuser, in denen die Alamannen wohl in Großfamilien zusammenlebten. Das Vieh war, zumindest wenn es im Winter richtig kalt wurde, unter demselben Dach und bildete so die Heizung.

Historische Ausgrabung

Man hat bei den Ausgrabungen nicht allzu viel gefunden, was die Alamannen nicht selbst hergestellt haben sondern als Handelsware eingetauscht haben. Und das war dann oft kostbarer Besitz. Glas zum Beispiel, als Perlen oder auch als Trinkgefäß. Auch metallene Gegenständen, Gefäße, Werkzeuge, Waffen, konnte wohl nicht jeder verhütten und schmieden.

Auch Gold hat man gefunden, verarbeitet zu Schmuckstücken. Es stammt nicht von der Ostalb. Die ersten Christen ließen sich mit Goldblattkreuzen begraben, um ihren Glauben im Jenseits zu bezeugen.

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Das Bett aus dem alamannischen Gräberfeld Wasserfurche: Man schlief wohl auf Matrazen aus Stroh oder Tierhaaren.

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