Wie Frauen auf der Ostalb leben

+
Alleinerziehende Frauen haben ein erhöhtes Armutsrisiko. Zu diesem Schluss kommt die Studie
  • schließen

Kreisfrauenrat präsentiert Erkenntnisse aus seiner aktuellen Studie - der Landkreis will handeln.

Aalen. Der Kreisfrauenrat hat von Oktober 2018 bis Mai 2019 eine Datenerhebung mit 698 Teilnehmerinnen vorgenommen, die die Lebenssituation von Frauen im Ostalbkreis beschreiben soll. Mit im Boot waren das Landratsamt und die Hochschule Aalen. Ziel der Arbeit ist es, eine belastbare Beschreibung der Lebenssituation der Frauen hier darzulegen, um diese auf die politische Agenda zu heben. Hierzu wurde das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH beauftragt. Die Daten wurden aus der Befragung und dem „Kreis-Sozialbericht 2020“ gezogen.

Die Studie hat nun Dr. Julia Frank am Dienstag im Kreis-Sozialausschuss präsentiert. Die wichtigsten Ergebnisse daraus:

Die überwältigende Mehrheit der Frauen, dreiviertel, fühlt sich wohl auf der Ostalb.

Alleinerziehende Frauen haben ein erhöhtes Armutsrisiko.

Es wandern mehr junge Frauen ab, als in den Ostalbkreis ziehen. Ursächlich seien die universitären Studienmöglichkeiten und der Wegzug aus der ländlichen Region, so Franke.

In der Betrachtung des Wohnumfelds und des Alters wurde der Einkommensstatus von Frauen zugrunde gelegt. Fazit hier: „Wohnen in der Stadt ist für viele nicht finanzierbar. Die Nachteile, die das Leben in ländlichen Bereichen mit sich bringt, müssen in Kauf genommen werden.“

Mangelnde Infrastruktur im Themenkomplex Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege sei der Grund, warum die Erwerbstätigkeit eingeschränkt sei.

Mit 41,1 Prozent werden die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie mit 390,1 Prozent die ärztliche Versorgung im Kreis als Gründe für Unzufriedenheit genannt.

Bis heute sind politische Ehrenämter eine Männerdomäne.

Viel Lob gab es für die Studie und die Erkenntnis, dass noch einiges zu tun sei, auf dem Weg zu Gleichberechtigung. Landrat Dr. Joachim Bläse bat, der Kreisfrauenrat möge aus der Studie konkrete Priorisierungen, Handlungsfelder, Vorschläge und Ansprechpartner erarbeiten und benennen. Kreisverwaltung und Kreistag würden dann Taten folgen lassen. ⋌Martin Simon

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare