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Wie Gott in Frankreich

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Cordula Weinke erzählt, woher die "Schottosoß" ihren Namen hat

Seezunge in Weißwein, anschließend Rinderlende mit Gemüse: Die Gäste vor gut 100 Jahren im Aalener Restaurant "Roter Ochsen" konnten es sich offensichtlich leisten, wie "Gott in Frankreich" zu leben. Und um den Schick ihrer feinen Speisen zu unterstreichen, wurde aus der Seezunge die "soles au vin blanc", die Lende wurde "à la jardinière" serviert. Französisch war in diesen Kreisen angesagt. Zwar im Jahr 1914 nicht mehr im politischen Kontext, aber bei Tisch.

In dem Beitrag von Barbara Sutor tauchen viele weitere französische Begriffe für feine Speisen aus Urgroßmutters Zeiten auf: "Volauvent" zum Beispiel – bei uns besser bekannt als Königinpastete. Im flämischen Teil von Belgien gilt "Vol-au-vent" heute noch als die Spezialität schlechthin. Die Blätterteigförmchen sind dort gefüllt mit einem Ragout aus gutem Hühnerfleisch, Hackfleischbällchen und Pilzsauce. Echt lecker!

Ein Begriff aus dem Menübuch des Ochsen hat es damals geschafft, Schwäbisch zu werden: Im historischen Hochzeitsmenü wurde "Pudding mit Chaudeau-Soße" gereicht. In schwäbischen Haushalten wurde daraus "Schottole" oder "Schottosoß". Die Weinschaumsoße entstand eben in warmem Wasser, Französisch: "chaud eau".

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