Auf Weltreise während Corona: zwischen Ampelsystem und magischen Momenten

  • Weitere
    schließen
+
Franziska und Matthias Bartels in Teotihuacán in Mexiko.
  • schließen

Franziska und Matthias Bartels haben ihr Leben in Aalen aufgegeben und bereisen die Welt. Was sie bisher erlebt haben und wie unterschiedlich Corona sie unterwegs beeinflusst.

Das Kapitel Aalen haben Franziska und Matthias Bartels am 7. September 2020 abgeschlossen. Das junge Ehepaar hat alles aufgegeben: die Wohnung, Franziskas Praxis als Psychotherapeutin in der Aalener Innenstadt und Matthias' Job bei Zeiss. Sie sind aufgebrochen auf Weltreise. Für unbestimmte Zeit. Am Tag ihrer Abreise hat SchwäPo-Redakteurin Janika Debler das Paar in ihrer Wohnung in Aalen besucht und über ihre Pläne gesprochen. Doch Corona macht es den beiden nicht einfach. Auf ihrem Online-Blog Spontan um die Welt und ihrem Youtube-Kanal berichten Franziska und Matthias Bartels regelmäßig von ihrer Reise.

Magische Erfahrung

Update im Mai 2021: Matthias Bartels schlummert noch, als seine Frau Franziska von ihren neuesten Erfahrungen berichtet: „Wir haben den Februar im Norden Tansanias verbracht und dort eine unglaublich tolle Safari erleben dürfen. Fünf Tage waren wir im Jeep unterwegs und haben tagsüber Ausschau nach Giraffen, Elefanten, Löwen und Leoparden gehalten. Und wir haben noch so viel mehr Tiere gesehen. Es war eine absolut magische Erfahrung!“

Eine Giraffe bei der Safari in Tansania.
Eine Elefantenfamilie.

„Geschlafen haben wir in einfachen Zelten mitten in den Nationalparks - zum Geheul der Hyänen und auch mit riesigen Bullen als Nachbarn. Das Abenteuer ging also in der Nacht weiter!

Toll war, dass unser Safari-Guide genauso aufgeregt und voller Vorfreude auf die Safari war wie wir. Er war aufgrund der Pandemie seit einem Jahr nicht auf Safari und hatte seinen Job bei einem großen Safari-Anbieter verloren. Umso schöner, dass wir gemeinsam die unendliche Weite der Serengeti erleben durften und er uns so viele Tiere zeigen konnte.“

Corona-Ampelsystem in Mexiko

„Ende Februar haben wir dann nach fast 12 Wochen Tansania verlassen. Seitdem sind wir in Mexiko und fühlen uns richtig wohl. Die Leute sind freundlich ohne Ende, das Essen ist fantastisch und die Sonne strahlt vom Himmel. Hier gibt es ein sehr konkretes Ampelsystem, das Bundesstaaten nach Inzidenzzahlen und Krankenhausbelegung in vier Kategorien einteilt und dementsprechend Maßnahmen anfallen. 

Die Maske ist wieder zu unserem Alltagsbegleiter geworden, dafür haben Restaurants offen und die Straßen sind voller Leben.“

Franziska Bartels
Franziska Bartels in San Cristobal.

Die Maske ist wieder zu unserem Alltagsbegleiter geworden, dafür haben Restaurants offen und die Straßen sind voller Leben. Nach zwei Wochen in Mexiko City, drei Wochen in Oaxaca und zuletzt zwei Wochen in San Cristobal sind wir jetzt auf der Yucatan Halbinsel angekommen. Wir freuen uns darauf, bald ins karibische Meer zu hüpfen und genießen das tolle Sommerwetter. 

Mit unserem Visum dürfen wir 180 Tage im Land bleiben und werden das wohl auch ausnutzen. Mexiko hat uns schon während unserer Weltreise 2017 super gefallen. Wir fühlen uns sehr wohl und freuen uns auf die nächsten Wochen an der Karibikküste. 

Neben dem langsamen Reisen steht gerade unsere Arbeit an der Migräne Challenge im Vordergrund - ein Onlinekurs für Migränebetroffene, den wir im Juni ganz offiziell eröffnen. Daher sitzen wir ziemlich oft drinnen, an unseren Laptops und arbeiten. Aber wir sind Feuer und Flamme für das Projekt und stecken gerne unsere Energie da rein.“ 

Wie in einer Parallelwelt

An ihrem zweiten Hochzeitstag konnten Franziska und Matthias Bartels mit einer Kokosnuss auf Sansibar anstoßen.

Wenn wir zwischendurch die Nachrichten aus Deutschland und Europa lesen, fühlt es sich fast so an, als würden wir hier in einer Parallelwelt leben.“

Franziska Bartels

Update am 9. Januar 2021: „Wir haben unseren zweiten Hochzeitstag (15. Dezember) am Strand mit zwei Kokosnüssen verbracht! Nach einer entspannten Anreise vom Geisterflughafen in München konnten wir das Jahr auf Sansibar ausklingen lassen. Daran, dass hier keiner Masken trägt, haben wir uns schnell gewöhnt. Das Leben findet draußen statt und Corona spielt für die Tansanier keine Rolle. 

Wenn wir zwischendurch die Nachrichten aus Deutschland und Europa lesen, fühlt es sich fast so an, als würden wir hier in einer Parallelwelt leben. Wir genießen die tropischen Temperaturen und die Möglichkeit, jederzeit draußen spazieren zu können. 

Aber wir hatten auch nervenaufreibende Stunden, in denen wir gebibbert haben, ob das Internet für unsere Arbeit ausreicht. Nach drei Wochen auf Sansibar befinden wir uns jetzt in Tansanias größter Stadt in Dar Es Salaam. Hier sind die Arbeitsbedingungen super und in unserer Penthouse-WG leben andere Reisende aus Europa, die auch von hier aus arbeiten. 

Für die nächsten Wochen wird Dar Es Salaam unser Zuhause sein, bevor wir in den Norden weiterziehen. Dort wollen wir in den Bergen wandern und unbedingt eine Safari unternehmen. Es heißt, dass in den letzten Jahren noch nie so wenig Jeeps unterwegs waren wie im Moment.“

Flucht vor Quarantäne: Weltreisende überbrücken Lockdown in Deutschland

Anfang November 2020: In einer ersten Mail berichtet das Ehepaar von ihren Reiseerlebnissen:

Franziska Bartels: „Der Oktober in Italien war richtig klasse. Wir haben noch viel Herbstsonne abbekommen und konnten bei Temperaturen um die 20 Grad wandern und die Städte erkunden. Highlights waren sicher Venedig und Rom, aber auch die Amalfiküste hat uns super gut gefallen. 

Corona lauerte gefühlt schon, die Einschränkungen hielten sich aber zunächst in Grenzen. An jeder Sehenswürdigkeit wurde unsere Temperatur gemessen und einige Male mussten wir vorher online Tickets für einen bestimmten Zeitslot kaufen. Die Maskenpflicht war da schon einschneidender. Das Bild einer vollen Fußgängerzone mit Maskenträgern war schon besonders.

Volle Fußgängerzone - dafür Maskenpflicht. Franziska Bartels in Italien.

Wir wurden überall immer sehr herzlich empfangen und von AirBnb-Gastgebern oder Besitzern von Ferienwohnungen nett aufgenommen. Die Italiener haben sonst viel mehr Touristen zu Besuch und wir hatten das Gefühl, dass sie sich über jeden, der gerade ihr Land bereist, freuen. Für uns war natürlich toll, wie leer es war. Wir haben Pompeji fast alleine erkunden können und den Marktplatz sieht man vermutlich selten so leer.“

Zwischenstop in Deutschland

„Ende Oktober sind wir dann etwas überstürzt aus der Toskana abgereist um eine Quarantäne vermeiden zu können“, berichtet Franziska Bartels. Für einen Zwischenstopp ging es für das junge Ehepaar erstmal zurück nach Deutschland (Niedersachen). „Wir haben beschlossen, den November noch in Deutschland zu verbringen und ich versuche gerade den Teil-Lockdown mit meiner Initiative „Gesund durch die Krise“ zu unterstützen“, sagt Franziska Bartels.

Hochzeitstag auf Reisen?

-

„Reisepläne wollen wir frühestens Ende November wieder schmieden, da sich einfach gerade zu viel verändert. Unser Ziel ist es, unseren zweiten Hochzeitstag (15.12.) wieder auf Reisen feiern zu können. Den ersten haben wir letztes Jahr auf Sri Lanka mit einer Kokosnuss am Strand gefeiert und dort beschlossen, dass wir ab jetzt jeden weiteren in einem anderen Land feiern wollen.“   Drück uns die Daumen, dass das klappt“, ergänzt sie.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL