Wie wir fit durch den Herbst kommen

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Vor allem Ältere ab 60 Jahren und chronisch Kranke sollten sich gegen die Influenza impfen lassen, raten die Ärzte im Ostalbkreis.
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Eine gesunde Ernährung mit Wintergemüse und Vitaminen, Bewegung an der frischen Luft und die Grippeschutzimpfung können uns in der kalten Jahreszeit helfen.

Schwäbisch Gmünd

An apple a day keeps the doctor away": Dieses englische Sprichwort bedeutet auf Deutsch so viel wie: "Ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern." Ob's stimmt und wie wir fit durch Herbst und Winter – besonders in Coronazeiten – kommen.

Ernährung

Äpfel enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Vor allem im rohen Zustand. Das weiß auch Doris Kurz. Sie ist Kreisvorsitzende der Gmünder Landfrauen, Vorsitzende der Spraitbacher Landfrauen und setzt auf Jakob-Fischer-Äpfel aus dem eigenen Garten. "Für unsere Familie ist eine ausgewogene Ernährung wichtig", sagt sie. Und hat sogleich ein paar leckere Rezepte mit Obst und Gemüse der Saison parat, die fit machen und wärmen. Fürs Apfelkompott aus den eigenen Äpfeln schält sie diese, schneidet sie in Würfel und gibt etwas Wasser dazu. "Wenn sie verkocht sind, lassen sie sich mit dem Schneebesen verrühren", erläutert sie. Wenn sie eine größere Masse habe, entferne sie das Kernhaus und koche sie mit Schale. Zum Durchpassieren nimmt sie ein Sieb. Das Kompott schmecke lecker – ganz ohne Zucker – und könne portionsweise eingefroren werden. Wer es süßer haben möchte, kann einen Teelöffel Honig hinzufügen.

Saison haben gerade auch Zucchini. Ob klein oder groß: Doris Kurz schneidet das Gemüse in Würfel und brät diese in der Pfanne an. Zum Dünsten nimmt sie etwas Hitze weg, mischt Olivenöl und zum Schluss Gewürze unter. Gewürfelte Paprika schmeckten als Ergänzung dazu sehr gut.

Eine weitere Idee der Landfrau? Wenn sie Pellkartoffeln kocht, beispielsweise für Kartoffelsalat, kocht sie zwei bis drei Rote-Bete-Knollen im Wasser mit. Diese brauchten etwa zehn Minuten länger als die Kartoffeln. Als kleine Gemüsebeilage schält Doris Kurz die Rote Bete, halbiert sie, schneidet sie fächerartig ein und legt sie auf einen Teller. "Darüber dann Olivenöl und Kräutersalz oder – noch besser – Chilisalz aus der Mühle. Lecker!", schwärmt die Landfrau. Und gesund: Die Knolle zählt zum Wintergemüse, da sie bis März frisch geerntet werden kann. Sie enthält unter anderem Mineralstoffe, Folsäure und Vitamin C, welches das Abwehrsystem und viele körpereigene Stoffwechselprozesse unterstützt.

In der kalten Jahreszeit setzt Doris Kurz auf Wärmendes. Dazu zählt ihre beliebte Tomatensuppe (siehe Rezept), aber auch das nordafrikanische Gewürz Ras el-Hanout. Je nach Rezept beinhaltet es unterschiedliche Gewürze wie Kardamom, Kreuzkümmel, Kurkuma, Nelken und Ingwer. "Es eignet sich hervorragend für die Darmgesundheit", weiß Doris Kurz.

"Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag dürfen es sein": Das raten die Experten der AOK Ostwürttemberg. Diese versorgten den Körper mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, um gegen Erkältungsinfekte gewappnet zu sein. Eine Portion entspreche beim Obst etwa einer Handvoll, beim Gemüse die Menge, die in zwei Hände passe. "Ich brauche Abwechslung auf dem Teller, vor allem in der nasskalten Jahreszeit. Das hilft den Gesundheitswächtern im Darm, denn 70 Prozent aller Abwehrzellen befinden sich dort", erklärt Ernährungsfachkraft Silvia Frank aus Aalen. Sauerkraut und Kohlsorten sollten mittags jetzt öfter auf den Teller, rät sie. Als Snack biete sich Joghurt mit tiefroten Beerenfrüchten an oder auch ein Buttermilch-Shake, denn "der Darm mag Sauermilch-Produkte".

Ras el-Hanout ist gut für die Darmgesundheit.

Doris Kurz Landfrau

Bewegung

"Mich zieht es stets nach draußen", sagt Jürgen Wildner, AOK-Sportfachkraft in Schwäbisch Gmünd. Auch in der Herbst- und Winterzeit lasse er sich von etwas Wind oder Nieselregen nicht abhalten, an der frischen Luft etwas für seine Gesundheit zu tun. Wie wäre es beispielsweise bei schönem Wetter mit Walking im Wald? Bei Sturm, Starkregen oder wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, könne man im Schwimmbad seine Bahnen ziehen. Bereits ein Ausdauertraining unterhalb der Belastungsgrenze erziele gute Effekte zur Stärkung der Immunabwehr, erklärt Wildner. "Dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdaueraktivität sind das Minimum." Wichtig: Mindestens zwei Liter am Tag trinken. Am besten eignen sich laut AOK Wasser, Saftschorle, Früchte- oder Kräutertee.

Grippeschutzimpfung

Die Grippeschutzimpfung wird allen Personen über 60 Jahren sowie Personen mit chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge, Niere, Leber, des Nervensystemes oder auch des Immunsystemes empfohlen, sagt Dr. Alexander Stütz als Kreisbeauftragter der Kreisärzteschaft in Schwäbisch Gmünd. Außerdem wird die Impfung dem Personal im Gesundheitswesen und allen Schwangeren ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft empfohlen.

Um rechtzeitig geschützt zu sein, sollten sich die Menschen im Oktober oder November impfen lassen. "Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen", erklärt Dr. Alexander Stütz. Schließlich sei nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird.

Der Impfstoff sei in der Regel gut verträglich. Es könne laut der Kreisärzteschaft vorübergehend zu Lokalreaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle) kommen. Gelegentlich komme es vorübergehend zu Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen, zum Teil auch zu Erschöpfungszuständen. Alle diese Nebenwirkungen stünden jedoch in keinem Verhältnis zu den Beschwerden, welche die Influenza – die Grippe – selbst verursachen könne. Die Krankenkassen in Baden-Württemberg bezahlten die Impfung, die der Hausarzt vornimmt. Ob's genügend Impfstoff gibt, wird sich zeigen, denn die Impfsaison beginne jetzt erst, sagt Dr. Alexander Stütz. Die Nachfrage sei deutlich höher als im vergangenen Jahr. Für eine möglichst "flächenhafte Impfung" spricht sich Dr. Ulrike Bopp-Haas, Geschäftsbereichsleiterin Gesundheit des Aalener Landratsamtes, aus. "Es wird so ein zusätzlicher Influenza-Infekt, der das Immunsystem belasten könnte, vermieden", erklärt sie. Eine Doppelinfektion mit Influenza und Covid-19 sei möglich, was den Erkrankungsverlauf verschärfen kann, sagt der Kreisbeauftragte der Kreisärzteschaft. Um unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch beide Erkrankungen (Influenza und Covid-19) zu schützen, sei es wichtig, die Anzahl schwerer Influenzaerkrankungen zu reduzieren. Dies sei laut der Kreisärzteschaft mit einer hohen Impfrate am besten zu erreichen.

Selbst gemachte Tomatensuppe für kalte Tage

Tomatensuppe: Landfrau Doris Kurz liebt Tomatensuppe in der kalten Jahreszeit. Ihr Rezept: Einen Esslöffel Butterschmalz erhitzen, darin einen Esslöffel Mehl kurz anschwitzen und mit etwas kalter Milch ablöschen. Ein Glas pürierte Tomaten hinzufügen. Das leere Glas mit Wasser ausschwenken und zur Suppe geben. Mit einer geviertelten Zwiebel leicht köcheln lassen. Ihr Tipp? "Ganz lecker kann man mit der Suppe einen Maultaschenauflauf machen." Dazu Maultaschen klein schneiden und fächerartig in eine Auflaufform schichten, die Suppe darübergeben und obendrauf geriebenen Käse streuen. Im Ofen 30 Minuten bei 180 Grad überbacken.

Vor allem Ältere ab 60 Jahren und chronisch Kranke sollten sich gegen die Influenza impfen lassen, raten die Ärzte im Ostalbkreis.
30 Minuten joggen im Wald stärkt die Immunabwehr.
Kohl und andere Wintergemüse sind gesund.

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