Wie Wohnen bezahlbar werden soll

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Öffentliche und private Bauträger haben auf dem Stadtoval Wohnungen und Geschäftsräume geschaffen. 240 neue Wohnungen sind auf dem Areal entstanden.

Die Kreisverwaltung will Kommunen helfen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Diese Ansätze gibt es.

Aalen. Einen Gipfel der Kommunen hat die Kreisverwaltung vor Kurzem einberufen. Thema: bezahlbaren Wohnraum in den Kreisstädten und Gemeinden schaffen. Diesen bereitzustellen, das sei eigentlich Aufgabe der Kommunen, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit und des Jugendhilfeausschusses. Doch auf Wunsch der Grünen-Fraktion beschäftigte sich auch die Kreisverwaltung damit. Herausgekommen bei diesem Gipfel ist eine Art Anleitung, die Kommunen beim Finden geeigneter Flächen helfen soll.

Robert Ihl, Chef der Aalener Wohnungsbau, Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung in Gmünd, und Ellwangens Bürgermeister Volker Grab sprachen in der Sitzung über ihre Erfahrungen.

Eine Klausel: 50 Prozent der Wohnungen verkaufen, 25 Prozent vermieten und 25 Prozent geförderter Wohnraum - "das ist die Klausel der Wohnungsbau", sagte Robert Ihl. Es sei wichtig, dass Bauträger nicht nur Wohnungen verkaufen, sondern auch Lösungen für Menschen mit kleinerem Geldbeutel anbieten. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt habe sich in den vergangenen Jahren in der Region verringert. 2019 hätten etwa 1000 Menschen in Aalen eine Wohnung gesucht, im Frühjahr 2021 noch 550, bilanzierte Ihl.

Ein Impuls: Die Landesgartenschau 2014 in Schwäbisch Gmünd haben einen "riesen Impuls" für eine nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt, sagte Hackner. Es soll in Gmünd Wohnraum in allen Stadtteilen geschaffen werden. Dazu stelle die Verwaltung etwa städtische Grundstücke zur Verfügung oder definiere in Bebauungsplänen, dass auch private Investoren bezahlbaren Wohnraum einplanen müssen. Zudem vergebe die Verwaltung Zuschüsse für die Instandsetzung und Renovierung von leer stehenden Wohnungen. Im Gegenzug bekomme die Stadt ein Belegungsrecht.

Ein Mosaikstein: "Wir wollen kleine Mosaiksteine setzen, um die Wohnungsnot zu lindern", sagte Ellwangens Bürgermeister. Die Stadtverwaltung fördere etwa den Neubau von mietpreisgebundenen Wohnungen mit maximal 15 000 Euro pro Wohnung und 45 000 Euro pro Gebäude. Mit dem "Türöffner"-Projekt erhalten Menschen Hilfe, die auf dem freien Markt kaum Chancen haben, eine Wohnung zu finden, wie Grab erklärte.

2021 hat die Verwaltung mit den St.-Anna-Schwestern und der Caritas eine Aktion für Frauen in Not gestartet. Für Alleinerziehende, die häusliche Gewalt erlebt haben, werde ein Haus zur Verfügung gestellt, sagte Grab. Vier Frauen und sechs Kinder seien seither vermittelt worden. "Es ist ein kleines, aber richtungsweisendes Projekt", sagte er.

Der Landrat sicherte Kommunen Hilfe bei dem Thema bezahlbarer Wohnraum zu. Zudem habe die Verwaltung Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen in Baden-Württemberg, zu einem offenen Gespräch in den Ostalbkreis eingeladen. Dies solle weitere Impulse setzen, sagte Bläse.

  • Eine allgemein gültige Definition gibt es laut Kreisverwaltung nicht. Die Städte Schwäbisch Gmünd und Aalen haben ihre eigene Definition, diese besagt: "Der Mietpreis liegt 33 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Es besteht eine Bindungsfrist."
  • So definiert das Bündnis für Wohnen in Potsdam bezahlbaren Wohnraum: "Für eine Wohnung (inklusive aller Betriebskosten) soll dauerhaft nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens aufgebracht werden und nach Abzug der Warmmiete noch ein Mindestbetrag zur Lebensführung (Single: 670€; Paar: 1.005€; Paar mit 2 Kindern: 1.463 €) übrig sein."

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