Wilder Besuch in Aalen-Hofherrnweiler: Wenn der Fuchs im Garten steht

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Schön anzusehen, aber aufgrund von Krankheiten sollte der Mensch Kontakt mit Füchsen meiden. Deshalb sollten Wildtiere nicht gefüttert werden.
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Immer öfter streifen Füchse durch die Gärten im Ostalbkreis. Experten erklären, worauf man achten muss und appellieren: Keine Wildtiere füttern.

Vorsichtig und bedächtig stapft er durch das Gras. Das rotbraune Fell glänzt und die Ohren sind gespitzt. Doch dann bemerkt der Fuchs, dass er beobachtet wird und läuft mit dem buschigen Schwanz angelegt wieder weg. Das Video aus Julias Garten in Aalen-Hofherrnweiler wurde auf der SchwäPo-Facebookseite hundertfach geliked. Und viele Nutzer schreiben von ähnlichen Besuchen in ihren Gärten. "Bei uns schaut auch regelmäßig der Fuchs zur Terrassentür herein", schreibt eine Leserin. "Hatte auch schon einen im Garten", bestätigt ein weiterer Facebook-Nutzer.

Warum kommt der Fuchs in den Garten?

In Tierfabeln gilt der Fuchs als schlau, listig. Gänse stehlen soll er laut einem alten Kinderlied auch. Doch viel mehr interessieren ihn Mäuse, Kleingetier aber auch Gartenabfälle. „Füchse sind Kulturfolger, das bedeutet, dass sie sich das beste Nahrungsangebot suchen und dadurch auch die Scheu vor der Zivilisation verlieren“, erklärt Kreisjägermeister Michael Ott-Stopar. In Städten finden die Tiere leicht Nahrung „es ist wie ein gedeckter Tisch“, so der Experte. Besonders Komposthaufen ziehen die Wildtiere an, aber auch wenn Hühner oder Kleintiere im Garten gehalten werden. Ebenso vor Müllsäcken machen Füchse nicht halt.

Besteht eine Gefahr für Mensch und Tier?

„Fuchsräude und Fuchsstaupe sind für Haustiere nicht ungefährlich“, sagt Christoph Veile, Wildtierbeauftragter vom Landratsamt Ostalbkreis. Obwohl die meisten Haustiere gegen die Fuchsstaupe geimpft sind, sollte direkter Kontakt auf jeden Fall gemieden werden. „Die Staupe kann bei Hunden das zentrale Nervensystem und das Gehirn befallen und zum Tod führen“, fügt Ott-Stopar hinzu. Für Menschen kann der Fuchsbandwurm gefährlich werden, wenn ungewaschenes Gemüse oder Beeren verzehrt werden, die in Kontakt mit dem Fuchs kamen. Deswegen ist es immer wichtig, die Hände nach Gartenarbeit und Spaziergängen gut zu waschen und auch Obst und Gemüse aus dem Garten gut abzuwaschen.

Wie soll man sich verhalten?

Wildtiere wie Füchse sind nicht aggressiv und von Natur aus Scheu und flüchten, sobald sie den Menschen sehen. Auch, wenn man einem Fuchs im Wald begegnet. „Außer das Tier ist krank, dann sollte man den örtlichen Jäger informieren“, so der Kreisjägermeister.

Wie lassen sich die Tiere aus dem Garten fernhalten?

Mit Zäunen kann man Füchse nicht effektiv fernhalten, da sie diese leicht überwinden oder sich hindurchzwängen können. Viel wichtiger ist es laut Kreisjägermeister und Wildtierbeauftragten, dass man keine Wildtiere füttert. Vor allem keine Igel, denn das Igelfutter ist für Füchse, Waschbären, Mäuse und Ratten ein gefundenes Fressen. „Wir bekommen immer öfter Anrufe, dass Wildtiere im Garten Schäden anrichten, weil sie Futterquellen gefunden haben“, sagt Christoph Veile.

Ott-Stopar appelliert ebenso an Bürgerinnen und Bürger, Wildtiere wie Igel und Co. nicht zu füttern, weil dadurch eine Krankheitsgefahr für Mensch und Haustier besteht. „Igel sind zwar niedlich, haben allerdings sehr viele Parasiten. Wenn beispielsweise eine Katze mit einem Igel in Kontakt kommt, können Milben übertragen werden, die lange Zeit unentdeckt bleiben“, so der Kreisjägermeister.

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