Winterfreuden - nicht überall ungetrübt

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Am Ostalb-Skilift: Viele Aalener zog es mit Schlitten, Bobs und Poporutschern an den Hang vor der Haustür.
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Die Ostalb erlebt einen ungeahnten Ansturm auf Rodelhänge, Spazier- und Langlaufstrecken. Das gefällt nicht allen – aus mehreren Gründen. 

Bartholomä

Raus mit dem Rodelschlitten! Diesem Motto folgte am Sonntag gefühlt gut die Hälfte der Ostalb-Bevölkerung, nachdem es in der Nacht geschneit hatte. Ob am Hang vom Ostalb-Skilift, am Volkmarsberg bei Oberkochen, am Wirtsberg bei Bartholomä oder an der Kapfenburg – an fast jedem Berg oder Bergle, wo ein Schlitten Fahrt aufnehmen konnte, waren Kinder und Jugendliche oder ganze Familien unterwegs. Langläufer nutzten die Gelegenheit zum Wintersport – auch wenn wegen geringer Schneelage zum Teil noch keine Loipen gespurt werden konnten. Auf dem vorderen Härtsfeld waren die Skatingtrassen Wiesle, Neubau und Simmis präpariert und lockten viele Fans an.

Auch ohne Sportgerät nutzten Spaziergänger in Scharen die Gelegenheit zur Bewegung an frischer Luft. Die Folge: Vielerorts waren die Anfahrtswege zu Waldgebieten und Rodelhängen verstopft sowie Parkplätze komplett überfüllt, es bildeten sich zum Teil lange Schlangen.

Rodel gut: Am Wirtsberg bei Bartholomä, wo normalerweise der Skiclub Heubach/Bartholomä einen Skilift betreibt, war auch ohne Liftbetrieb richtig viel los. Viele Menschen – auch aus dem Remstal und dem Stuttgarter Raum – nutzten den Schnee, um am Berg zu rodeln. Auf den Loipen herrschte trotz eher mäßiger Schneelage Hochbetrieb. Parkplätze an Langlaufloipen auf dem Albuch waren allesamt bereits morgens gut belegt, berichteten Wanderer. Teils parkten Erholungssuchende wild in der Landschaft. Anwohner beschwerten sich bei der Polizei: Zufahrtswege würden durch Besucher blockiert. Gegen 15 Uhr war deshalb dort eine Streife im Einsatz.

Ein ähnliches Bild auch in Lauterburg: Obwohl der Skilift außer Betrieb war, kamen viele Menschen zum Rodeln oder Wandern. Der Parkplatz am Friedhof war überbelegt, die Zufahrt zum Campingplatz zugeparkt. Auch hier ahndete die Polizei etliche Parkverbotsverstöße, so ein Sprecher am Sonntagnachmittag. Ebenso gut frequentiert: der Skihang an der Kapfenburg. Viele Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit zum Rodeln, vereinzelt wagten sich auch Snowboarder auf die Piste. Rund 40 Autos parkten bei Hülen. Hier wurden keine Beschwerden bekannt, Beobachter berichteten lediglich von mehreren Fahrzeugen, die mit Startschwierigkeiten kämpften, weil sie sich im Schnee festgefahren hatten.

Die Zufahrtsstraßen: Auswüchse wie im Schwarzwald oder in Mitteldeutschland, wo wegen des großen Andrangs Zufahrtswege gesperrt werden mussten, habe es auf der Ostalb nicht gegeben, so ein Polizeisprecher auf Anfrage am Sonntag. "Bei uns hielt sich das im Rahmen." Man achte darauf, dass Hauptverkehrswege und Rettungswege frei bleiben, "da schreiten wir notfalls auch ein", so der Beamte. Parken auf eher unbedeutenden Nebenstraßen oder auf Feld- und Wirtschaftswegen sei eher unproblematisch – und werde dann zum Problem des Autofahrers, wenn er sich festfahre.

Corona-Regeln: Wie die Polizei berichtet, meldeten sich auch Menschen anonym telefonisch, "denen es ein Dorn im Auge ist, dass sich so viele Personen gleichzeitig an einem Hang aufhalten", so der Polizeisprecher. Bisher aber könne aber von Chaos keine Rede sein, "die Corona-Regeln werden überwiegend beachtet".

Spaß beim Rodeln mit ausreichend Abstand.
Spaß beim Rodeln mit ausreichend Abstand.
Am Wirtsberg bei Bartholomä.
Obwohl der Skilift am Wirtsberg nicht lief, tummelten sich dort am Sonntag viele Besucher zum Schlittenfahren, Wandern oder auf der Langlaufloipe. Die Polizei kontrollierte.
Bei Familien besonders beliebt: Der Hang an der Kapfenburg – auch wenn der Skilift noch nicht in Betrieb war.
Rodeln an der Kapfenburg:
Rodeln an der Kapfenburg:
Langläufer bei Brastelburg: Für klassische Loipen fehlen noch entscheidende Schneezentimeter.
Rodelvergnügen am Ostalbskilift.
Ein Foto fürs Familienalbum: Wer weiß, wann es wieder mal schneit? Ein paar Tage soll die weiße Pracht noch erhalten bleiben.
Auch am Wanderparkplatz Stock war viel los: viele parkende Autos und viele Schlittenfahrer.

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