Wird am Dienstag der Abschied von einem Landkreis mit drei Kliniken beschlossen?

+
Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik: Die Zukunft der Kliniken⋌⋌ im Ostalbkreis beschäftigt die Politiker im Landkreis.
  • schließen

Der Kreistag entscheidet am Dienstag: „Stopp“ oder „Weiter so“ bei den Kliniken, ist die Frage.

Aalen. Sie gilt als eine der wichtigsten Debatten seit langem im Ostalbkreis: die Diskussion, wie es mit den drei Kliniken im Ostalbkreis weitergeht. An diesem Dienstag gehen die politischen Entscheider einen wichtigen Schritt nach vorn im Bemühen um eine Versachlichung dieser Diskussion, die insbesondere in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd teils sehr emotional geführt wird. Denn an diesem Dienstag sollen die Mitglieder des Kreistages beschließen, dass „eine zukunftsfähige, flächendeckende regionale Gesundheitsversorgung“ erarbeitet wird - mit dem Ziel, „der Sicherstellung der medizinischen Versorgung zum Wohl der Patientinnen und Patienten“.

Kein Weiter so

In Sachen Kliniken soll der Kreistag das Zeichen dafür geben, dass ein „Weiter so“ nicht mehr geht - weil eine dreigliedrige Klinikstruktur - mit dem Ostalbklinikum in Aalen, der Stauferklinik in Mutlangen und der Virngrundklinik in Ellwangen „nicht zukunftsfähig“ sei. Zudem soll der Kreistag Klinikvorstand und Lenkungsausschuss damit beauftragen, Vorschläge für eine künftige Klinikstruktur zu erarbeiten. Und zwar unter Berücksichtigung bestimmter Eckpunkte. So soll die Notfallversorgung der Bevölkerung durch den Rettungsdienst gewährleistet sein.

Wichtige Eckpunkte

Auch die Erreichbarkeit eines Krankenhauses müsse gewährleistet sein - in der Basis- und Grundversorgung bei allgemeinen Notfällen in etwa 30 Fahrminuten und bei zeitkritischen Notfällen - etwa, wenn es Schlaganfälle oder Infarkte geht - innerhalb einer Stunde dort.

Eckpunkte sind aber auch die Finanzen - angestrebt wird künftig ein ausgeglichenes Ergebnis. Das wird eine harte Nuss: In diesem Jahr wird ein Defizit von 25 Millionen Euro erwartet.

Eine ausreichende Personalversorgung der Kliniken ist ein Eckpunkt. Das Einhalten von gesetzlichen Struktur- und Qualitätsangaben ein weiterer. Auch sollen Bau und Betrieb mit den Klimazielen des Ostalbkreises vereinbar sein, und das Konzept muss organisatorisch nachhaltig sein, so dass es in Bezug auf die Entwicklung des Gesundheitssystems insgesamt und im Hinblick auf die demografische Entwicklung zukunftsfähig bleibt.

Überlegungen für die Übergangszeit

Bevor eine Standortentscheidung getroffen wird, müssen bestehende und mögliche Standorte genau bewertet werden hinsichtlich Grundstücksgröße, Lage, Erreichbarkeit, Ökologie, Kosten. Auch soll erarbeitet werden, was mit Standorten geschehen kann, die von einer „Veränderung“,sprich Schließung, betroffen sind. Die neue Klinikstruktur soll bis zum Jahr 2032 umgesetzt sein - und die maßgeblichen Entscheidungen dafür sollen noch in diesem Jahr getroffen werden.Sichergestellt werden soll auch, dass die Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger in der Übergangszeit, also bis zum Jahr 2032, nicht leidet.

Mehrheit erwartet

Die Sitzung ist am Dienstag, 26. Juli, im Landratsamt und beginnt um 15 Uhr. Beobachter gehen davon aus, dass es für den Beschlussvorschlag eine breite Mehrheit gibt.Der Beschlussvorschlag fußt auf einem Vorschlag von Landrat Dr. Joachim Bläse, in den Änderungen und Anregungen von den Fraktionen im Kreistag mit eingearbeitet wurden.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

Kommentare