Wirtschaft in der Region leidet

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Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind Thema der Berichte von Kreissparkasse und WiRo im Kreistag.

Aalen. Markus Frei, Nachfolger von Andreas Götz als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb, erläuterte im Kreistag die Zahlen des vergangenen Jahres. Landrat Klaus Pavel betonte, wie es wichtig sei, dass "wir einen starken Finanzdienstleister haben, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten". Und die Kreissparkasse sei so ein starker Dienstleister. Frei stellte den Jahresabschluss vor mit Zuwächsen bei Kundeneinlagen wie -ausleihungen. Frei sprach aber vor allem über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Diese habe gleich zu Beginn der Corona-Maßnahmen im März eine große Nachfrage aus der Wirtschaft nach Krediten zur Folge gehabt – mit einem Volumen von fast 120 Millionen Euro. Zudem habe es 900 Anfragen gegeben wegen einer Aussetzung von Tilgungsraten bei Krediten, zwei Drittel davon aus dem privaten Bereich. Frei hält diese Zahl für niedrig. Kreditrisiken würden sich vermutlich erst im Jahr 2021 auswirken, so seine Einschätzung. Insgesamt sei die Kreissparkasse für die Region "nicht so pessimistisch". Frei hofft, "dass wir mit zwei blauen Augen davon kommen". Die Zustimmung der Kreisräte zum Jahresbericht der Kreissparkasse war Formsache.

Über die Auswirkungen von Corona auf die Region Ostwürttemberg sprach auch Nadine Kaiser, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg, kurz WiRo. Zur wirtschaftlichen Situation sagte Kaiser, die Region sei derzeit doppelt gebeutelt: zum einen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, zum anderen vom allgemeinen wirtschaftlichen Strukturwandel. Es herrsche eine große Betroffenheit bei den regionalen Unternehmen. Spürbar sei ein Rückgang der Exporte in der Automobil- aber auch in der Maschinenbaubranche. Dafür gebe es eine steigende Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten. Sofortmaßnahmen würden gut angenommen, die Arbeitslosenquote liege im Juni bei 4,3 Prozent. In den vergangenen drei Monaten haben knapp 4500 Unternehmen in der Region Ostwürttemberg einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt.

Die WiRo unterstütze die Wirtschaft durch Beratungen, Veranstaltungen, Netzwerkaktivitäten und Initiativen und Projekte wie ein Fachkräfteportal oder durch Kampagnen. Und der abgesagte Zukunftstag, auch ein WiRo-Projekt, werde nachgeholt. Zudem wies Kaiser hin auf den "UnternehmerTREFFdigital", eine neue Plattform der WiRO für Branchen und Cluster, für Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region.

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