Appell: Kontrollieren und tauschen Sie Ihre Rauchmelder und Feuerlöscher!

Wohnungsbrände in der Weihnachtszeit in der Region

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Feuerwehrleute bekämpfen den Brand eines Wohnhauses am Heiligen Abend in Schwäbisch Hall. Bisherigen Ermittlungen zufolge hatte sich eine Heizdecke, vermutlich infolge eines technischen Defekts, entzündet. Die Schadenshöhe dürfte sich auf bis zu 700.000
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Die besinnliche Zeit kann sich schlagartig ins Gegenteil wandeln. Mehrere Brände über Weihnachten fordern die Floriansjünger in Baden-Württemberg. Unser Reporter Marius Bulling gibt Tipps, wie Sie im Ernstfall gut vorbereitet sind.

Ostalbkreis. Die Zeit von Weihnachten bis Silvester ist eine Zeit der Entspannung und der Besinnlichkeit. Doch für die Feuerwehren ist diese Zeit mit einer gewissen Anspannung verbunden. Denn so kommt es immer wieder vermehrt zu Schadensfeuer, auch in unserer Region. Wenn es bei den Feuerwehrfrauen- und Männern am Gürtel piept, lassen sie alles stehen und liegen und gehen fort von ihren Familien. So waren die Wehrleute am Heiligen Abend in Schwäbisch Hall gefordert. Dort stand ein Wohnhaus lichterloh in Flammen. Die Bewohner konnten sich in letzter Sekunde retten und mussten leicht verletzt in eine Klinik gebracht werden. Feueralarm für die Floriansjünger am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages dann im rund 50 Kilometer entfernten Kreßberg-Mariäkappel, nahe Crailsheim. Gegen 6:20 Uhr kam es zu einem Dachstuhlbrand in Folge sich Neun Bewohner aus dem Haus retten mussten. Beim Brand eines Wohnhauses in Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg) ist am Samstag eine Frau gestorben und eine weitere Person schwer verletzt worden. In einem Stuttgarter Wohnheim hatte sich ein Bewohner eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Im Ostalbkreis hingegen verzeichnete das Lagezentrum der Polizei keine größeren Brände und Feuerwehreinsätze über Weihnachten. Jedoch werden Erinnerungen wach, an die Feuersbrunst eines Zweifamilienhauses in der Heißenbergstraße in Aalen-Fachsenfeld/Waiblingen vor einem Jahr. Noch am selbigen Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages hatten die Fachsenfelder Schlosshexen eine Hilfsaktion für die betroffene Familie gestartet, da fast alle Kleidungsstücke bei dem Feuer zerstört wurden.

Wenn es zu einem Brandausbruch kam, greifen die Flammen meist schnell um sich, denn Adventskränze und Weihnachtsbäume sind wahre Brandbeschleuniger. Hauptursache für solche Brände sind Unachtsamkeit und unsachgemäßen Umgang mit Kerzen. Aber auch die elektrische Energie kann zu einem Kurzschluss führen, der sich zu einem Brand weiterentwickeln kann.

Rauchmelder und Löschmittel können Leben retten

Wenn es trotz aller Behutsamkeit zu einem Brandereignis kommt, kann durch den Alarm eines Rauchwarnmelders sofort gehandelt werden. Tipp: Überprüfen Sie den Rauchmelder mindestens einmal jährlich durch das Auslösen des Warnsignals auf ihre Funktionstüchtigkeit. Checken Sie also am Besten gleich einmal, ob die Batterien in ihren Rauchmeldern noch stark genug sind. Der Landtag von Baden-Württemberg hat am 16. Juli 2013 eine Rauchwarnmelderpflicht beschlossen. Die Warngeräte müssen seit Ende 2014 in bestehenden Gebäuden installiert sein. Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern sind zudem vernetzte Rauchmelder sinnvoll – vor allem, wenn die Kinderzimmer in einem anderen Stockwerk liegen wie die Elternschlafzimmer. Dass ein Rauchmelder Leben retten kann, hat sich am vergangenen Donnerstag im Schwäbisch-Gmünder Stadtteil Bettringen gezeigt. Laut Polizei hatte ein Nachbar das Piepen des Rauchmelders aus einer Nachbarwohnung gehört und die Feuerwehr gerufen. Der 94-Jährige Bewohner hatte vergessen, vor dem Schlafen den Herd auszuschalten.

Wenn es brennt, versuchen Sie nur dann die Flammen zu löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Für den schnellen Löscherfolg ist es wichtig, geeignete Löschmittel griffbereit zu haben. Auch wenn Wasser meist als erste Löschmaßnahme ergriffen wird, sind Feuerlöscher geeigneter um die Flammen schnell und sicher zu ersticken. Haben Sie ausreichend Löschmittel bei sich daheim? Übrigens, Feuerlöscher müssen spätestens alle 24 Monate durch ausgebildete Sachkundige gewartet werden. Tipp: Das Löschmittel muss im Ernstfall gut und schnell erreichbar sein. Also bitte nicht in einer Nische im Keller verstecken, sondern gut sichtlich in der Wohnung lagern. Gelingt das Löschen des Brandherdes nicht, so schließen Sie möglichst die Tür zum Brandraum, verlassen die Wohnung und alarmieren die Feuerwehr über den Notruf 112. Warnen Sie außerdem Mitbewohner und Nachbarn und warten Sie auf der Straße auf das Eintreffen der Rettungskräfte.

Marius Bulling
Die Anschaffung eines Feuerlöschers ist wichtig und sinnvoll. (Symbolbild)
Der Landtag von Baden-Württemberg hat am 16. Juli 2013 eine Rauchwarnmelderpflicht beschlossen. Die Warngeräte müssen seit Ende 2014 in bestehenden Gebäuden installiert sein. (Symbolbild)
Rauch steigt am 2. Weihnachtsfeiertag 2020 aus einem Dachstuhl in der Heißenbergstraße in Aalen. Feuerwehrleute löschten damals mit Hilfe von zwei Drehleitern ein Feuer in einem Zweifamilienhaus.

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