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Wolfgang Nußbaumer wird 75

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Wolfgang Nussbaumer
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Viele Jahre war er der Kulturchef der Schwäbischen Post.

Ellwangen. Wer im Ostalbkreis in den vergangenen Jahren, ja Jahrzehnten, in kulturellen Dingen zu tun hatte, der müsste ihm irgendwann einmal begegnet sein: Wolfgang Nußbaumer. An diesem Freitag feiert er seinen 75. Geburtstag. Viele Jahre war er der Kulturchef der Schwäbischen Post, wo er eigentlich fast sein gesamtes berufliches Leben verbracht hat - mit seinem Kürzel -uss. Und wo er als Redakteur den kompletten Wandel - vom Bleisatz und der Adler-Schreibmaschine, auf der er seinen ersten Artikel geschrieben hat, bis zum Computerzeitalter mit dem Ganzseitenumbruch - erlebt hat. Vorausgegangen war ein Studium in Tübingen und Freiburg und eine Zeit als Redakteur der Landesredaktion der „Badischen Zeitung“, bevor es ihn 1977 zurückzog in die Heimat: als Redakteur, als Leiter der Ellwanger Redaktion, schließlich als Kultur- und Ausbildungsredakteur der SchwäPo. Er war aber vor allem derjenige, der den Kulturschaffenden im Ostalbkreis eine Stimme gegeben hat - ein Lobbyist im bestem Sinne. Mit einer feinen, bild- und nuancenreichen Sprache, wie sie selten geworden ist im hektischen Redaktionsalltag. Er schreibt für Aufstrebende, die er unterstützt. Für Arrivierte, die er motiviert. Und vor allem für die Leserinnen und Leser, denen er mit seinen Texten „Dimensionen von Kunst“ zeigt, „die im ersten Blick nicht oder nicht klar erkennbar sind“, wie angesichts seiner Verabschiedung aus dem Berufsleben - im Jahre 2011 war das - laudiert wurde. Das offizielle Ende seiner beruflichen Karriere war nicht das Ende seines Tuns: Als Journalist und Erster Kritiker begleitet, beschreibt er weiter das kulturelle Leben in der gesamten Region. Etwa als Autor, der „Das Bild einer Stadt - Die Kunst des 20. Jahrhunderts in Ellwangen“, seiner Heimatstadt, verfasst hat. Und er war und ist darüber hinaus der geschätzte Redner bei vielen Vernissagen, Eröffnungen, Premieren und anderen kulturellen Highlights. Wobei er dieses Wort, den Anglizismus „Highlights“, sicher nicht verwenden würde - denn er war ja auch Ausbildungsredakteur für viele junge Kollegen. Der erklärte, dass man nichts „durchführt“ - und man immer ein deutsches Wort verwenden soll anstelle eines englischen. Lieber -uss: sorry für die Highlights. Und alles Gute zum 75.! 

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