Wort zum Sonntag

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Angelika Kessler Foto: privat

Wortspiel zu Mariä Himmelfahrt

Aalen/Ellwangen. In dieser Woche fuhr ein Auto vor mir mit der Aufschrift „Wer will, der kann“. Ein Satz, der auf die eigenen Kräfte fokussiert, und der schlummerndes Potenzial wecken will. Stimmt: Wir können (oft) sehr viel (mehr), wenn wir (mehr) wollen. Gleichzeitig stimmt der Satz aber auch nicht, denn oft sind wir einfach ohnmächtig aufgrund von Unsicherheit oder Krankheit oder begrenzt von Bequemlichkeit oder Unachtsamkeit – das heißt nicht unbedingt unwillig, eher menschlich.

An Mariä Himmelfahrt feiert die Kirche, dass Gott Maria – als (Vor-) Bild für jeden Menschen – im Himmel einen Platz bereitet und es damit mit diesem Menschsein aufgenommen hat. Wir feiern, was Gott für uns will: das Leben in Gemeinschaft mit uns, er will, dass unser Weg zu ihm führt, d. h. dass unser Leben auf ein gutes Ziel hinläuft. Das Fest legt uns die aktive Seite Gottes ans Herz: er ist ein Gott, der will und überbrückt. Wir feiern, dass durch seinen Willen das menschliche „Nicht-Können“ bei ihm aufgehoben ist und eine Heimat hat. So wird dem Menschen geschenkt, was er aus eigenem Willen und eigener Kraft nicht vermag. Unter anderem aus diesem Grund beten Christen das „Vater unser“ immer wieder mit offenen Händen: wir halten Gott unser „nicht Können“ hin und bitten „Dein Wille geschehe“. Wir vertrauen dabei darauf, dass er uns unsere Hände füllt, damit wir (mehr) können - hier auf der Erde, für die Erde, in den anstehenden großen und kleinen Krisen und Konflikten, da wo wir gebraucht werden und die Erde heilsam verändern können – was wir ja alle wollen.

Angelika Kessler

Schulleiterin Aalen

und Ellwangen

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