Wunderbare Wachtel-Weiber

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Wachteln Familie Enßle
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Das kleine Federvieh lässt sich gut im Hausgarten halten, kann über Winter im Stall draußen bleiben und legt leckere Wachteleier. Was bei der Haltung von japanischen Legewachteln wichtig ist.

Heubach

Sie wiegen nur etwa so viel wie eine Tafel Schokolade, sind robust und legen wunderbare kleine Eier: Wer sich für japanische Legewachteln als Haustiere entscheidet, braucht eine Wachtel-Grundausstattung, muss täglich Zeit fürs Stall misten und füttern einplanen, wird dafür aber mit lustigen Momenten und schmackhaften Eiern belohnt.

Die Grundausstattung

Wachteln sind am liebsten draußen. Auch wenn's regnet oder schneit und wir am liebsten keinen Fuß vor die Türe setzen wollen, spazieren die kleinen Tiere pickend durchs Gehege auf der Suche nach Futter. Deshalb sollten Wachteln neben einem geschlossenen Stall für wirklich kalte Nächte unbedingt ein Freigehege mit viel Platz haben. Pro Tier sollte mindestens ein Quadratmeter berechnet werden. Nester mit Leinenstreu, Häuschen, eine Wanne mit Sand zum Baden und Reinigen des Gefieders, Futter- und Getränkespender müssen angeschafft werden, bevor die Wachteln einziehen. Sie verstecken sich gerne. Deshalb für ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten sorgen.

Die japanische Legewachtel

Wir haben uns für japanische Legewachteln entschieden, weil diese über Winter draußen bleiben können und mit wenig Platz zurecht kommen. Unsere Tiere stammen von der Geflügelzucht Schulte aus Neckartenzlingen. Immer mal wieder gehen deren Mitarbeiter mit einem Geflügeltransporter auf Verkaufstour - auch auf die Ostalb. Bei einem Halt in Lautern besorgten wir uns vier Wachtel-Weibchen, wildfarbig. Sie sind mittlerweile sehr zutraulich, lassen sich auf den Schoß nehmen und streicheln. Eine große Freude für die Kinder. Wachteln sind lustig: Wir sitzen oft auf unserer Gartenbank und beobachten die Tiere: Schüchterne, die von einer Ecke zur nächsten huschen, Mutige, die am Eingang des Stalles stehen und gegen das Gitter picken - in der Hoffnung auf Leckereien, Witzige, die die Hühnerleiter hoch- und runtersausen. Scheinbar sind die kleinen Tierchen den ganzen Tag über damit beschäftigt, ihren Stall zu erkunden, zu futtern und zu trinken. Dabei gackern sie pausenlos in leisen Tönen miteinander.

Die Wachteleier

Wenn die Damen etwa acht Wochen alt sind, starten sie mit dem Eierlegen, auch ohne Hahn. Dann geht's rund: Jedes Tier legt pro Tag in der Regel ein Ei. Das ist etwa fünf Mal kleiner als ein Hühnerei. Meist finden wir die braun gesprenkelten Objekte in den Häuschen der Damen. Mittlerweile erkennen wir an der Farbe der Schale schon, wer gelegt hat und wer nicht. Den ganzen Sommer über sind die Damen mit dem Legen beschäftigt. Im Winter, wenn nicht genügend Licht vorhanden ist, stellen sie das Legen ein, wechseln ihr Gefieder und ruhen bis zum nächsten Frühling. Nur mit Kunstlicht und Heizung würden die Wachteln das ganze Jahr über legen. Darauf verzichten wir allerdings.

Der Zeitaufwand

Vor dem Kauf von Wachteln müssen deren Besitzer einiges tun. Wachteln müssen beim Veterinäramt gemeldet werden. Das ging bei uns ganz schnell. Einfach ein zuvor bestelltes Formular ausfüllen und ans Veterinäramt schicken. Sodann bekommt man eine Registriernummer zugeschickt. Fertig. Mehr Zeit kostet es, einen sicheren und artgerechten Stall zu bauen. Wir haben im Baumarkt zwar einen fertigen Bausatz bestellt. Den haben wir aber in Sachen Sicherheit aufgepimpt und den Freilauf unter der Erde mit einer Drahtmatte gesichert, sodass Marder, Waschbär und Co. sich nicht ins Gehege graben können. Damit die Tiere mehr Platz haben, steht ein Freigehege im Garten, in das die Wachteln tagsüber dürfen. Auch das mussten wir aufbauen und im unteren Bereich mit einer Plane sichern, sodass sich die zarten Tiere am Gitterdraht nicht selbst verletzen. Die tägliche Arbeit: mehrmals für frisches Wasser sorgen, den Stall ausmisten (die Tierchen haben einen ordentlichen Umsatz) und Futter bereit stellen. Eine dreiviertel Stunde dauert der Spaß in etwa. Futter, Stallzubehör und die passende Lektüre müssen im Haus sein, bevor das Federvieh einzieht. Sehr gut sind wir mit Nina Dittmanns Werk „Wachteln im Garten“ (Pala-Verlag) zurecht gekommen. Sie beantwortet darin viele wichtige Fragen.

Das Futter

Wachteln fressen viel - obwohl sie so klein sind. Sie benötigen spezielles Wachtelfutter und Legekorn. Dies besteht aus zwei Millimeter großen Pellets mit allerlei Getreide, Leinsaat und Bierhefe. Im regionalen Handel haben wir bislang kein solches Spezialfutter gefunden. Daher bestellen wir es online bei einem Wachtelshop, der Futter ohne Gentechnik, Palmöl und künstliche Farbstoffe vertreibt. Pro Woche brauchen wir etwa ein Kilo Futter. Das kostet zwei bis vier Euro. Zusätzlich lieben unsere Wachteln kleine Mengen von Salatgurke, Klee und Löwenzahn. Und - jetzt wird's eklig - getrocknete Mehlwürmer. Die gibt's im Tierfachhandel. Aber was tut man nicht alles, damit's den Damen mundet - und wir im Gegenzug leckere Eier erhalten.

Die Rezepte

Am liebsten essen wir Wachteleier hartgekocht als Beilage zum Salat, die Kinder braten sich Mini-Spiegeleier, oder wir bereiten Eiersalat zu - mit einem Dressing aus Schnittlauch, Mayonnaise, Senf, Naturjoghurt, Olivenöl, hellem Essig, Zucker, Salz und Pfeffer. Wunderbar!

Spaghetti mit Garnelen und Wachtelei

Spaghetti nach Packungsanleitung kochen. Zeitgleich in einer Pfanne küchenfertige Garnelen mit Olivenöl, Knoblauch und Chilistückchen anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Nudeln unterheben und durch Drehen mit der Gabel kleine Nudelnester mit Vertiefung in der Mitte formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.

In jede Vertiefung ein Wachtelei aufschlagen und das Ganze im vorgeheizten Backofen bei 150 Grad etwa 15 Minuten backen. Auf Teller verteilen und mit Parmesan verfeinern.

Wachteln Familie Enßle
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