Zu viele Pfunde auf den Rippen

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Süßigkeiten stehen auch bei Kindern gerne auf dem Speiseplan. Zu viel ist ungesund. Foto: privat

Immer mehr Kinder und Jugendliche im Ostalbkreis haben Übergewicht. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung spielen eine entscheidende Rolle.

Schwäbisch Gmünd

Nikolaus, Weihnachtsfeiern - und dann die Festtage – gerade in dieser Zeit haben Kinder häufig besonders viele Süßigkeiten gegessen. Dabei sind nach einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits 15,4 Prozent der Heranwachsenden übergewichtig, bei sechs Prozent spricht man sogar von extremem Übergewicht (Adipositas).

Im Jahr 2021 waren im Ostalbkreis 534 AOK-versicherte Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre wegen Adipositas in Behandlung. Ihr Anteil ist zwischen 2017 und 2021 im Durchschnitt um 9,11 Prozent pro Jahr gestiegen. In Baden-Württemberg um 6,07 Prozent. Im Landkreis Heidenheim um 2,79 Prozent. Diese Zahlen nennt jetzt die AOK Ostwürttemberg.

Bewegungsmangel

Neben einer unausgewogenen und kalorienreichen Ernährung hat auch Bewegungsmangel einen großen Anteil an dieser Entwicklung. „Natürlich standen in der Weihnachtszeit viele süße Naschereien auf dem Tisch – in Maßen genossen gehören diese auch dazu, und mit ausreichend Bewegung, am besten täglich, darf man sich die Schokolade aus dem Adventskalender oder die selbstgebackenen Plätzchen auch schmecken lassen“, sagt Sibylle Sauter, Ernährungsexpertin bei der AOK Ostwürttemberg.

Eine im Auftrag der Gesundheitskasse durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass zwar in jeder dritten Familie Übergewicht ein Thema ist, aber andererseits auch in über zwei Drittel der befragten Familien die Kinder erfreulicherweise mehrmals pro Woche sportlich unterwegs sind. Nur ein Drittel der Befragten gaben an, dass ihre Kinder im Winter weniger aktiv sind. „Das zeigt, dass die befragten Eltern kreativ in der Gestaltung der aktiven Familienfreizeit sind und Wind und Wetter nicht scheuen: Outdoor-Bewegungsarten wie Radfahren oder Spazieren kommen im Ranking noch vor Schwimmen und anderem“, freut sich Sauter.

Die Präventionsexpertin rät, die Bewegungsangebote der örtlichen Turn- und Sportvereine zu nutzen und als Familie gemeinsam an der frischen Luft wie zum Beispiel beim Schlittenfahren oder Geocaching aktiv zu sein. „Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche draußen zu beschäftigen und zusammen Spaß zu haben“, so Sauter.

Zucker meiden

Um den Zuckeranteil an der Ernährung nicht zu groß werden zu lassen, empfiehlt sie Mandarinen, Äpfel und Nüsse als gesunde Alternativen. Wichtig sei auch, auch den Zuckergehalt von Getränken im Auge zu behalten. Die von Kindern und Jugendlichen gern getrunkene Limonaden und Eistees seien extrem zuckerhaltig und damit nicht geeignet für eine gesunde Ernährung.

Info: Interessierte Eltern können bei einer persönlichen Ernährungsberatung bei zertifizierten Fachkräften der AOK Ostwürttemberg Tipps und Rezepte für einen gesunden Familienspeiseplan erhalten.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der AOK Baden-Württemberg 1000 Personen zwischen dem 16.09. und dem 14.10.2022 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,9 Prozent.

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