Zugspitze - oder Zeven?

+
Jürgen Steck
  • schließen

Jürgen Steck hilft einem verzweifelten Freund mit Ratschlägen zum Wandern.

Er hat das echt wirklich gut vorbereitet, berichtet der Freund. Er wirkt verzweifelt. Das Wochenende mit den Jungs – einmal im Jahr.  Sie machen das ja schon viele Jahre, festes Budget, ähnlicher Ablauf mit etwas Programm und auch mindestens etwas Bier – und sie machen das alphabetisch, zumindest, was den Zielort anbelangt. Begonnen haben sie mit A – da ging’s, nein, nicht nach Aalen, auch nicht nach Adelmannsfelden oder Affalterried. Sondern nach Aachen. Jetzt, ein paar Jährchen später, sind sie am Ende – des Alphabetes angelangt: „Z“ muss der Anfangsbuchstabe des Zielortes lauten. Männer in reiferen Jahren neigen, so habe ich gehört, ja dazu, es noch einmal so richtig wissen zu wollen. Und deswegen, so der Plan des Freundes, geht’s in diesem Jahr – auf die Zugspitze. Von Ehrwald aus, da kann man mit der Bahn auf die Ehrwalder Alm fahren und übers Gatterl zur Knorrhütte. Grandiose Ausblicke. Ein kleines Steigle.  Zugspitze? Geht schon. Und oben frisch Gezapftes im Münchner Haus! So hat sich der Organisator das gedacht. Und die Jungs mit den Plänen konfrontiert. Ob man da Wanderschuhe brauche, fragt der Erste. Er habe halt so Turnschuhe, aber fast neue. Der Zweite will wissen, wie es dort ausschaue mit den Kneipen - das Thema Bier, klar. Und der Dritte will doch bitte schon geklärt haben, ob es da bergauf geht. Weil ihm der Arzt wie die Gattin gesagt haben, dass er sich nicht so sehr anstrengen darf. Der Freund ist frustriert. Jetzt hat er das so gut organisiert – und dann soll das Projekt Zugspitze scheitern? Er wendet sich vertrauensvoll an mich, den er für einen Wanderexperten hält. Mein Rat: die Sonnenaufgangsgondel der Zugspitzbahn nehmen. Die geht morgens um kurz vor sechs – so kann man eine halbe Stunde später schon - ein Bier trinken, zum Beispiel. Oder, vielleicht doch besser, den Z-Ausflug ins niedersächsische Zeven umplanen. Liegt 24 Meter über dem Meeresspiegel, das Z-Städtchen. Geht ohne Bergschuhe. Das Gasthaus „Zur Linde“ dort soll ganz ok sein.

Lesen Sie auch: Ganz Deutschland erwandert das Remstal

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare