Zwei Künstler, zwei Welten, eine Vorliebe: die Bretagne

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Bereits vor 23 Jahren haben Sigi und Werner Zaiß Werke von Hannes Münz und Jean Tirilly gezeigt.

Werke von Hannes Münz und Jean Tirilly sind in der Galerie Zaiß bis zum 8. November zu sehen.

Werke der Maler Hannes Münz und Jean Tirilly sind aktuell in der Galerie Zaiß in Aalen zu sehen. Es ist nicht das erste Mal. Bereits vor 23 Jahren haben Sigi und Werner Zaiß die beiden Kunstschaffenden in ihren Räumen gezeigt. Zwei Künstler, zwei Welten, eine Gemeinsamkeit: die Freundschaft und die Vorliebe zur Bretagne.

Im Garten der Galeristen ist ein Zelt aufgebaut, dort gibt es Zopf und Wein. Nur vier Personen dürfen gleichzeitig ins Innere und die 38 Exponate begutachten – eine Einführung gibt es zur Eröffnung auch nicht. So sprechen die Werke für sich, wobei Werner Zaiß es nicht scheut, einen Blick auf die beiden befreundeten Künstler zu werfen, die beide bereits verstorben sind. Farbe, das verbindet Tirilly und Münz, doch die Ausführung könnte gegensätzlicher nicht sein. Während der Autodiktat Tirilly erst mit 40 beginnt zu malen, nachdem er Mechaniker der französischen Marine war, und sich fortan gestaltvollen Darstellung, die ins Absurde hineinreichen bedient, widmet sich Hannes Münz landschaftlicher Malerei oder Verbildlichungen von Interieur.

Inspiriert wird der Aalener Münz dabei von der Schwäbischen Alb, der Provence und der Bretagne. Ein paar der letzten Ölgemälde und weniger bekannte Aquarelle, die mit sanften Farben in die Provence entführen, sind in der Galerie zu sehen.

Werner Zaiß erinnert sich gerne an eine Serie zurück, als er Münz bat, eine Bilderserie über Wein zu gestalten. "Südfranzösische Geschichten mit abstrakten Landschaften", sind dabei herausgekommen, wie er sagt und mit der Hand in die Richtung der Bilder deutet. Figuren, die im Laufe der Schaffensjahre an Deutlichkeit gewonnen haben. Der Franzose hat stets mit einem schwarzen Grund begonnen. "Farbinseln", sind dabei entstanden, wie es Zaiß nennt. "Eine wild aussehende Persönlichkeit, aber ein angenehmer Mensch", erinnert sich Zaiß, der Tirilly Ähnlichkeiten mit Rasputin attestiert.

Die gestaltvolleren Werke nehmen den Betrachter mit in Welten, wie sie auch Goya oder Bosch kreiert haben. Personen, die wie Puppen oder Marionetten wirken – ein Treiben, das durch die Darstellweise ins Absurde driftet. "Er nimmt die Außenwelt anders wahr", sagt Zaiß und fügt hinzu: "Wenn er malt, hat er einen Film vor Augen gesehen, der abläuft." BW

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. November zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag, und Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr.

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