Zwei mit neuen Songs auf der 3

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Das Duo "Bolz & Knecht" veröffentlicht Ende Mai seine dritte CD. Was auf diesem Album zu hören ist und wo man es in Corona-Zeiten vielleicht live hören kann.

Kann sein, dass man die beiden demnächst in einer Fußgängerzone in der Region sieht. Mit zwei Gitarrenkoffern und einem Saxofon. Und nicht nur deshalb mit der "3" im Gepäck. "3" heißt die neue CD von Bolz & Knecht, die Ende Mai erscheint. Durch die Corona-Pandemie fällt ihr eigentliches Release-Konzert aus. Spielen wollen sie trotzdem. "Wir haben schon überlegt, ob wir Straßenmusik machen", sagt Bolz. Das dritte Album der Musiker, die bisher vor allem quer Beet aus allen Genres Songs anderer Künstler "verbolzknechtet" und "verknechtbolzt" haben, ist ein ganz Besonderes. Eines, auf dem 14 der 16 Songs aus der Feder der beiden studierten Musiker stammen.

"Das war eine stetige Hinentwicklung", sagt Christian Bolz. Auf der ersten CD habe man gar keinen eigenen Song, auf der zweiten fast die Hälfte und nun fast ausschließlich eigene Songs veröffentlicht. "Uns ist im Nachhinein aufgefallen, dass das schon eine sehr persönliche CD ist. Die Lieder haben viel mit unserem eigenen Leben zu tun", sagt Bolz. Auch ohne Texte, denn die beiden sind Instrumentalisten. Zu sagen haben sie trotzdem viel und man hört es auch, das Funkeln beim "Sterne schaun" von Bolz, das Bodenständige, ein wenig Wilde beim "Walzer für Herbert".

Ein paar Worte zur Erklärung der Songs gibt es im grafisch von Benedikt Walther gestalteten Booklet obendrauf. "Wir haben uns schon überlegt: wollen wir was sagen", so Bolz. "Wir wollen die Hörer ja auch nicht beeinflussen." Nun haben sie sich doch für Worte, wenn auch wenige entschieden: Bolz hat die "Sterne" seiner Frau gewidmet und schreibt "Seite an Seite geht es durch das Universum. Knecht schreibt zum Walzer "Eine Hommage an Herbert Pixner, da mich seine Musik zutiefst berührt." Auf einer Musikmesse hat der Gitarrist erstmals die Musik von Pixner gehört. "Das hat mich so berührt, da habe ich gedacht, ich schreibe mal ein Lied für ihn." Pixner spielt die steirische Harmonika, und Knecht ist es gelungen, sich den steirischen Sound eigen zu machen, mit anderen Stilen zu verbinden und zum typischen Klang der beiden zu vereinen.

Die Lieder haben viel mit unserem eigenen Leben zu tun.

Christian Bolz Musiker "Bolz & Knecht"

Denn auch wenn jeder für sich komponiert, am Ende steht das gemeinsame Produkt. "Wir sind von den Wurzeln her sehr unterschiedlich und gehören in kein bestimmtes Genre, sondern haben den eigenen Sound entwickelt", sagt Christian Bolz. Und der liege vor allem in der Art der Instrumentierung und der Spielweise. Jeder Song wird so noch mal kreativ begleitet und verändert sich im gemeinsamen Spiel noch mal. "Gute Seele", ein Stück mit einem langem Intro, habe er als eine Art Tango geschrieben. "Dann kam Tobi mit dem Cumbia, einem 4/4-Takt und ich war echt überrascht. Auf manche Idee würde ich gar nicht kommen." Umgekehrt nimmt auch Knecht Neues auf im gemeinsamem Spiel: "Wenn man an seinen Vorstellungen festhält, dann kann es anstrengend werden", sagt er. "Aber wenn man offen ist, dann gibt es Impulse für den kreativen Prozess." Allein an "Gute Seele" haben die beiden ungefähr ein halbes Jahr gearbeitet. "Das haben wir dann immer mal wieder rausgeholt."

Rund zwei Jahre lang haben die Musiker insgesamt an der CD gearbeitet, nicht alle Stücke sind letztlich auf der CD gelandet. Eingespielt haben sie diese in einem Tag im Schwäbisch Gmünder Studio "Jam'in", mit "einem klaren Plan und klaren Vorstellungen", sagt Tobias Knecht.

"Das Ding ist ja, mit so einer CD ist ja kein Geld verdient." 500 Stück wird es davon zunächst geben. Wenn die verkauft sind, haben die beiden ihre Kosten wieder drin. "Erst mit der zweiten Auflage verdienen wir was." Trotzdem: Nur Streaming oder Download, das kommt für die beiden nicht in Frage. "Da machen wir lieber Straßenmusik, da hat man direkt Kontakt", sagt Bolz. Freiheit, Unabhängigkeit, spontan entscheiden in der Ausführung, das könne man nur live. Und auch wenn man Abstand halten muss und die Menschen nicht stehen bleiben dürfen, sei das besser.

Wenn man offen ist, dann gibt es Impulse für den kreativen Prozess.

Tobias Knecht, Musiker "Bolz & Knecht"

Verkauft werden die CDs, auch die neue, vor allem auch bei den Livekonzerten von "Bolz & Knecht". Das erste mit dem neuen Album, das Release-Konzert, war für den 30. Mai im Ellwanger Speratushaus geplant. Das ist abgesagt. Doch nun gibt es einen neuen Termin: Am Samstag, 1. August, im Garten des Ellwanger Palais Adelmann beim "Sommer in der Stadt".

Die neue CD erscheint Ende Mai. Auf der Homepage www.bolzundknecht.de kann man diese auch vorbestellen. Zu kaufen gibt es sie danach auch bei Musika in Aalen, bei Bücher Henne in Wasseralfingen und in Ellwangen bei Photo Phositiv. Kosten: 15 Euro.

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