Zwischenbilanz beim Ostalb-Check: Welche Themen die Menschen wichtig finden - und Lob von einem Nei'gschmeckten

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Der Blick über Mutlangen im Februar 2022.
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Zur Halbzeit zeigt die Umfrage, wo häufig der Schuh drückt: Ärzteversorgung, Verkehr, Gastronomie. 

Ostalbkreis. Halbzeit beim großen Ostalbcheck, der Umfrage, die diese Zeitung am 12. Februar gestartet hat. Mehr als 6000 Menschen haben schon mitgemacht und bewertet, wie sie die Lebensqualität in ihrem Ort einschätzen. Die Ostalb bekommt als Lebensraum viel Lob, aber natürlich sehen die Menschen auch Verbesserungspotenzial. Viele Teilnehmende haben die Kommentarspalte am Schluss der Umfrage genutzt, um zu sagen, was ihnen noch wichtig wäre. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Verkehrsanbindung: Mehr Anteil der Öffentlichen Verkehrsmittel: in der Theorie eine feine, klimafreundliche Sache. Aber noch wird die Lebenswirklichkeit in den Gemeinden auf dem Land anders erlebt, das zeigen die ersten Ergebnisse im Check. „Als Pendler muss man das Auto nehmen, weil der ÖPNV für Schüler getaktet ist“, merkt ein Teilnehmender aus einer kleinen Gemeinde fern der großen Zentren an. Ein weiterer Kommentar: „Auch in der Schulzeit muss man als Familie zwei Autos besitzen, um die Kinder zur Schule bringen zu können oder auch zum Einkaufen, zur Apotheke, etc. kommen zu können.“

Arztversorgung: Die Nachrichten in den letzten Monaten, zum Beispiel aus Abtsgmünd, haben es deutlich gemacht: Angesichts der knapper werdenden Ärzteversorgung auf dem Land besteht Handlungsbedarf, viele Teilnehmende des Ostalbchecks betonen das.

Wohnen: Beim ÖPNV und der medizinischen Versorgung fällt das Stadt-Land-Gefälle zugunsten der größeren Orte aus, beim Wohnen ist es umgekehrt. „Wie bewerten Sie das Wohnungsangebot in Ihrer Stadt/Gemeinde?“, das fragen wir im Ostalbcheck. Die Bewertungen der Teilnehmer zeigen, dass viele Menschen in den großen Städten das kritisch einschätzen, hohe Preise für Mieten und Wohneigentum und damit knapper, bezahlbarer Wohnraum dürften Gründe sein.

Gastronomie: Das Sterben der Landgasthöfe ist viel mehr als nur ein Schlagzeilen-Thema: Es ist für die Menschen ein Stück Lebensqualität, wenn es eine oder mehrere Wirtschaften im Ort hat. Dass das nicht mehr überall so ist, wird von Teilnehmenden bedauernd angesprochen.  Vereinsleben: ...ist ein großer Pluspunkt auf der Ostalb, so sehen das die Teilnehmer beim Ostalbcheck – hier liegen die Noten weit über dem Durchschnitt aller Fragen.

Bei allen Kritikpunkten, es gibt auch Kommentare wie „Alles gut“ oder „Gutes Angebot an Handwerksbäckern und Metzgerei, Hofläden“ oder „Bin eigentlich ganz zufrieden“. Manchmal ist auch ein Blick von außen aufs Eigene sehr erhellend: „Als Neigeschmeckter würde ich sagen, dass die Ostalb als Lebensort in Baden-Württemberg (zum Glück?) völlig unterbewertet ist.“

Dinge, die Ärger machen oder verbessert worden können, gibt es dennoch: Hundekot, Radwege, Verkehrsberuhigung werden auch oft genannt.  Was bewegt Sie? Mitmachen und gewinnen unter: www.ostalbcheck.de Bernd Müller

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