Mountainbiker bauen einen professionellen Trail am Wirtsberg

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Trail Bartholomä
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Eine Strecke der Extraklasse: Mitglieder der Radsportfreunde und des Skiclub Bartholomä haben sich am Wirtsberg einen professionellen Biketrail gebaut.

Bartholomä

Der Bike-Standort Bartholomä kann sich selbst im Vergleich mit Heubach sehen lassen: Dort ist über den Sommer eine Mountainbike-Strecke entstanden, wie sie nicht mal die Radsport-Hochburg unterm Rosenstein hat - insgesamt 700 Meter fachmännisch gebauter Bike-Trail mit Schotterbelag.

Oben auf dem Wirtsberg, 700 Meter über dem Meer, geht‘s los: Gleich zwei Trails schlängeln sich durch den Fichtenwald, der im Gemeindebesitz ist. Linksrum der flüssig zu fahrende Flowtrail, rechts der Jumptrail, für die Biker, die sich Flugeinlagen mit ihren Rädern zutrauen. Das Thema hat Konjunktur in vielen Gemeinden: Angebote schaffen für vor allem junge, Action liebende Biker. Oft sind es Pumptracks in Ortsnähe, viel seltener aufwendig zu bauende Trails in der Landschaft wie in Bartholomä. Das Besondere dort: Statt modelliertem Erdboden schlängeln sich zwei sauber ausgebaute Schotterpfade durch den Wald abwärts. Mit allem, was sich die bikende Jugend heutzutage wünscht: Wellen, Sprünge, Steilkurven und Sprungelemente wie einem „Table“ oder einer „Shark Finn“, zu deutsch: Haiflosse.

Ein einzigartiges Bauwerk

„Was wir hier gebaut haben, ist einzigartig im Ostalbkreis“, sagt Stefan Vogt, der Vorsitzende der Radsportfreunde Bartholomä. „Und da sind wir stolz drauf - alle, die mitgebaut haben“, fügt Martin Ruff hinzu. Ruff ist der Skiclub-Vorsitzende, angepackt beim Bau haben Mitglieder beider Vereine. Es war ein gigantisches Ferien-Programm in der letzten Woche der Sommerferien. „300 Tonnen Schotter, die mit Schubkarren auf die Strecke gefahren wurden; 1500 Ehrenamtsstunden in sechs Tagen“, zählt Stefan Vogt auf, „von sechs bis über 70 Jahre alt waren die, die mitgearbeitet haben.“ Ein Generationenprojekt, findet Ruff. Wie viele Generationen lang der neue Trail hält, ist kaum abzusehen. Solide und stabil über die Jahre hinweg soll er auf jeden Fall sein: „Das ist der Vorteil von Schotter: Die Strecke ist langlebiger, und zugleich sicherer“, sagt Martin Ruff.

Für Profis geeignet

Dass der neue Trail auch professionellen Ansprüchen genügt, dafür haben Linus Ott und Daniel Renz gesorgt. Stefan Vogt hat die Namen in der Siegerliste des Bike the Rock in diesem Jahr mit Wohlwollen gelesen: „Der Erste und der Zweite im Endurorennen - die haben bei uns mitgebaut.“ Die zwei Top-Biker waren fürs Streckendesign zuständig. Es gibt Fotos aus der Bauzeit, wie sie auf dem Boden liegen und exakt die Schräge der Steilkurven mit dem Handy als Winkelmesser überprüfen.

700 Eichen gepflanzt

Die Ökologie ist auch berücksichtigt worden: „Es war nur eine Handvoll Bäume, die gefällt wurden, und das war Käferholz“, erzählte Ruff. Das Baumaterial Schotter musste nur ein paar hundert Meter weit transportiert werden: vom Steinbruch an der Westseite des Wirtsbergs zu dessen Ostseite. Im kommenden Frühjahr werden als so genannte Ausgleichsmaßnahme noch 700 Eichen auf dem Berg gepflanzt. „Da machen wir ein waldpädagogisches Projekt draus“, sagt Stefan Vogt.

Die Arbeitszeit kam von den Aktiven aus Bartholomä, finanzielle Unterstützung aus Stuttgart, weil die Bartholomäer beim Ideen-Wettbewerb der Landesregierung ein sattes Preisgeld gewonnen hatten: 27 000 Euro.

Inzwischen zahlt sich der Aufwand aus, es wird gefahren am Wirtsberg. Die Mund-zu-Mund-Propaganda in der Biker-Szene ist angelaufen, und es gibt weitere Gemeinden, die sich Bartholomä zum Vorbild nehmen wollen. Vogt: „In Treffelhausen, parallel zum Skilift, wollen sie auch so einen Trail bauen.“

Was wir hier gebaut haben, ist einzigartig im Ostalbkreis.“

Stefan Vogt,, Radsportfreunde Bartholomä
Ein Generationen-Projekt: Von sechs bis über 70 Jahre alt waren die Schaffer am neuen Bartholomäer Wirtsberg-Biketrail.

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