Böbingen bekommt einen Mietspiegel

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Für Böbingen gibt es jetzt einen Mietspiegel.
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Ab Juli 2022 gilt ein qualifizierter Mietspiegel in Böbingen. Gremium begrüßt Kooperation zur Aufstellung mit Nachbarkommunen.

Böbingen. Wer in der Remstalgemeinde eine Wohnung vermieten möchte, und wer mietwillig ist, kann sich nun an einem gewissen Preis orientieren bezüglich der Miete. Bürgermeister Jürgen Stempfle schilderte in der kürzlichen Gemeinderatssitzung, dass es auf der Verwaltung immer wieder Wohnungsbesitzer oder Wohnungssuchende gebe, die sich nach einem ortsüblichen Preis in Sachen Vermietung oder Anmietung erkundigen. Ab Juli wird es einen qualifizierten Mietspiegel geben. Gleich mehrere Kommunen im Umkreis, etwa alle aus der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, des Verwaltungsverbandes Schwäbischer Wald oder auch Leintal-Frickenhofer Höhe haben sich im September 2021 für eine Beteiligung an der Erstellung eines gemeinsamen qualifizierten Mietspiegels für die Stadt Schwäbisch Gmünd und Lorch sowie Waldstetten ausgesprochen. Eine interkommunale Zusammenarbeit hat sich laut Stempfle bereits mit den Gemeinden bezüglich eines gemeinsamen Gutachterausschusses „positiv bewährt“.

Das EMA-Institut für empirische Marktanalysen aus Sinzig wurde mit der Erstellung beauftragt. Zwischen Februar und Ende März 2022 gab es die Hauptdatenerhebung, ab April erfolgte die Auswertung. Für die Erhebung gab es eine Zufallsauswahl an Haushalten, die ein repräsentatives Abbild des Wohnungsmarktes garantieren. Aus diesen Haushalten wurden nur mietspiegelrelevante Wohnungen berücksichtigt.  Standardisierte Fragebögen wurden versandt. Insgesamt 8000 Bögen im ganzen Gebiet. „Davon waren 1240 auswertbar. Für Böbingen insgesamt 30“, schilderte der Bürgermeister seinen Gemeinderäten. Eine Grundmiete von 7,05 Euro wurde zugrunde gelegt. Plus Ab- und Zuschläge. Diese ergaben sich aus Baujahr, Grundstücksgröße, diverse Kriterien der Einrichtung (Bodenbeläge, Balkon, Terrasse, Einbauküche, Heizungsart etc.), ob es vor 1975 erbaut und nach 2010 saniert wurde und vieles mehr. Dabei habe es fünf Punkte Abzug für Bartholomä und Heuchlingen ob der Lage und Infrastruktur gegeben, erklärte Stempfle. Alle Kriterien flossen zur Grundmiete ein. So habe sich ergeben, dass ein Höchstmietsatz von 10,13 Euro auf den Quadratmeter, und ein niedrigster Satz von 6,25 Euro ergibt.

Otto Betz befand, dass die gut 1000 Euro, die Böbingen anteilmäßig an dieser Erhebung bezahlt, „gut angelegtes Geld ist“. Zumal die Grundlagen für die Erhebung wissenschaftlich basiert sind. „Ich begrüße das, es ist eine Richtlinie.“ Auch Manfred Gold stellte fest: „Es war wichtig, das zu machen. Jetzt haben wir eine Basis. Wobei er einräumte, dass es letztendlich eine Verhandlungssache zwischen Vermieter und Mieter bleibe. Dr. Peter Högerle beschrieb die Erhebung als „sehr zuverlässig“ angesichts der vielen Parameter. „Das ist sehr differenziert und somit gut.“ Bürgermeister Stempfle nickte und bemerkte: „Jetzt hat man was schwarz auf weiß“. Die Gemeinderäte stimmten dem qualifizierten Mietspiegel einig zu.

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